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Mitteldeutschland Spitzenbeamte kommen meist aus dem Westen
Region Mitteldeutschland Spitzenbeamte kommen meist aus dem Westen
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18:00 06.03.2019
In Sachsen sind im Ländervergleich besonders viele Spitzenbeamte aus Westdeutschland: Nur zwei von zwölf Staatssekretären und Amtschefs haben Ost-Wurzeln. Quelle: Arno Burgi/dpa
Leipzig

30 Jahre nach dem Mauerfall stammen Verwaltungseliten in den neuen Bundesländern immer noch meist aus dem Westen. Das zeigen neue Studien der Universität Kassel (Hessen). Demnach wurden zwischen 2000 und 2018 bundesweit 921 Staatssekretäre ernannt – nur 98 waren in Ostdeutschland geboren worden, was etwa zwölf Prozent entspricht. Insgesamt steigt der Ost-Anteil äußerst langsam: Unter den von 2016 bis 2018 in der Bundesrepublik ernannten Spitzenbeamten kamen 15,7 Prozent aus den neuen Bundesländern.

Politikwissenschaftlerin: Von Angleichung kann keine Rede sein

„In der Übergangszeit nach der deutschen Einheit war es sinnvoll, westdeutsche Spitzenbeamte in den neuen Bundesländern einzusetzen“, sagt die Politikprofessorin Sylvia Veit vom Fachgebiet Public Management der Universität Kassel, „dass sich die Situation bis heute kaum geändert hat, ist jedoch überraschend.“ Staatssekretäre sind in den meisten Bundesländern die höchsten Beamten, gelten als die Verwaltungselite und sind direkt den Ministern unterstellt.

Ost-Anteil steigt zwar, aber nur langsam

Aktuell liegt der Anteil von Ost-Stämmigen an einer West-Verwaltungsspitze bei etwas mehr als einem Prozent. Für die Ost-Bundesländer gilt das Verhältnis bei den untersuchten Daten von 54 Prozent (West) zu 46 Prozent (Ost). „Im Vergleich zu früheren Erhebungen hat sich der Anteil der Staatssekretärinnen und -sekretäre in den neuen Bundesländern zwar deutlich abgeschwächt – bis 2007 lag der Anteil stets bei mindestens 80 Prozent –, dennoch kann von einer Angleichung der Verhältnisse zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Rede sein“, erklärt Sylvia Veit, die die Studien innerhalb des Forschungsprojekts RegPol geleitet hat. Die Politikwissenschaftlerin stellt zudem einen wesentlichen Unterschied zwischen den in Ost oder West aufgewachsenen Spitzenbeamten fest: Wer aus der führenden Ministerialbürokratie in den alten Ländern aufgewachsen ist, hat eine deutlich größere Nähe zu einer Partei als Ostdeutsche – und das hat wiederum Auswirkungen auf die Politik.

Geringer Anteil in Sachsen – gute Quote in Thüringen

Ein besonders gravierendes Missverhältnis gibt es laut LVZ-Recherchen in Sachsen: Von den zwölf Staatssekretären und gleichrangigen Amtschefs haben nur zwei ostdeutsche Wurzeln (Regina Kraushaar im Sozialministerium, Frank Pfeil aus dem Landwirtschafts- und Umweltministerium). Deutlich besser ist die Situation in Thüringen: Von den elf Staatssekretären sind fünf in der ehemaligen DDR geboren worden, die Spitzenposten werden unter anderem im Innen-, Finanz und Sozialministerium besetzt.

Auch Frauen bei Spitzenpositionen deutlich in der Minderheit

Die Studien bieten noch weitere Einsichten. „Auch Frauen sind unter Spitzenbeamten in der Minderheit“, sagt Stefanie Vedder, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt RegPol. Momentan werden solche Stellen nur zu etwas mehr als einem Viertel von Frauen besetzt. Vorreiter ist abermals Thüringen: Nach Niedersachsen hat der Freistaat mit einem Anteil von 40 Prozent die meisten Frauen in der Verwaltungselite. Dagegen liegt Sachsen mit 20 Prozent auch hier unter dem bundesweiten Durchschnitt und ist Schlusslicht im Osten. Dahinter liegen nur noch Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz.

Von Andreas Debski

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