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Mitteldeutschland Spitzenkandidatin Cathleen Martin nimmt Scheitern mit Fassung
Region Mitteldeutschland Spitzenkandidatin Cathleen Martin nimmt Scheitern mit Fassung
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21:51 01.09.2019
Cathleen Martin (45), Spitzenkandidatin der Freien Wähler in Sachsen. Quelle: Andre Kempner
Dresden/Leipzig

Cathleen Martin (45), die Spitzenkandidatin der Freien Wähler in Sachsen, nahm den Nichteinzug ihrer Partei in den Landtag am Sonntagabend mit Fassung zur Kenntnis. Nachdem gegen 21.30 Uhr mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen ausgezählt war, lagen die Freien Wähler bei 3,6 Prozent. „Wir haben unser Wahlergebnis von 2014, das bei 1,6 Prozent lag, mehr als verdoppelt. Das ist doch auch schon was. Und wenn wir das Ergebnis von jetzt beim nächsten Mal wieder verdoppeln, dann sind wir drin“, sagte sie der LVZ. „Natürlich hätte ich mich über fünf Prozent riesig gefreut“, räumte die Polizeigewerkschafterin und Opferschutzbeauftragte der Leipziger Polizei ein. Aber in Bayern hätten die Freien Wähler auch mehrere Anläufe gebraucht, um in den dortigen Landtag einzuziehen.

„Menschen müssen die Freien Wähler besser kennenlernen“

Die Menschen in Sachsen müssten noch Vertrauen fassen und die Freien Wähler besser kennenlernen. Sie kritisierte, dass den Freien Wählern dazu wichtige Plattformen fehlten wie die großen Wahlforen, zu denen sie nicht eingeladen wurden, weil sie derzeit weder im sächsischen Landtag noch im Bundestag sitzen. Außerdem, so Martin, hätten die Regierungsparteien vor der Wahl noch jede Menge Fördermittel ausgereicht, um die Stimmung für sich zu verbessern. Da hätten die Freien Wähler nicht mithalten können.

Jahresurlaub genommen für Wahlkampf

Die zweifache Mutter hat fünf Wochen Jahresurlaub genommen, um engagiert Wahlkampf zu machen. „Da haben mir die Bürger oft gesagt, das sei aber interessant, und sie hätten vorher gar nicht gewusst, was die Freien Wähler für Ziele haben“, sagt sie. „Ich habe viele Menschen kennengelernt und mit geholfen, eine Basis zu schaffen, auf der wir aufbauen können“, gibt sich die Spitzenkandidatin optimistisch. Es sei keine verlorene Zeit gewesen. „Die Freien Wähler sind noch jung, wir müssen die Bürger überzeugen, dass wir nicht nur in den Kommunen eine gute Politik machen, sondern dies auch auf Landesebene können.“

Hoffen auf die nächste Wahl

Die Wahlparty der Freien Wähler im Dresdner Restaurant Brühlscher Garten hat am Sonntagabend trotzdem stattgefunden. „Wir danken allen Wählern und Wahlhelfern und sind zuversichtlich, dass es beim nächsten Mal klappt“, sagt Cathleen Martin.

Von Anita Kecke

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