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Mitteldeutschland Stau-Chaos an Grenze: Kretschmer will Bundeswehr nach Sachsen holen
Region Mitteldeutschland Stau-Chaos an Grenze: Kretschmer will Bundeswehr nach Sachsen holen
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13:50 18.03.2020
Lkw stauen sich am frühen Morgen vor einem deutsch-polnischen Grenzübergang. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp
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Dresden

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will angesichts der langen Staus an der deutsch-polnischen Grenze notfalls die Bundeswehr um Hilfe bitten. Er habe mit der Bundesverteidigungsministerin gesprochen und um Unterstützung bei der Versorgung der Wartenden gebeten, falls sich die Situation verschärfe, erklärte der Regierungschef am Dienstag in Dresden. Der Stau war am Mittwoch wegen Grenzkontrollen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus auf rund 60 Kilometer angewachsen. Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) standen die Menschen bis zu 20 Stunden im Stau, darunter viele Familien.

Abfertigung dauert zu lange

Der Freistaat sei zudem mit der polnischen Regierung über die Situation im Gespräch, betonte Kretschmer. 15 Minuten zur Abfertigung eines einzelnen Lkws seien nicht dazu geeignet, um die derzeitige Lage zu entschärfen. „Hier muss die polnische Seite schneller reagieren“, forderte Kretschmer. Er lobte zugleich das Landratsamt in Görlitz, dass innerhalb von Stunden rund 4000 Mahlzeiten unter den Wartenden verteilt und sich um die medizinische Versorgung gekümmert habe. Kretschmer sprach von einer „unglaublichen Leistung“.

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Neue Übergänge nach Polen

Der Grenzschutz in Polen hat auf die langen Staus wegen der neuen Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze reagiert und vier weitere Übergänge für den Autoverkehr geöffnet. Dies teilte der polnische Grenzschutz am Mittwoch mit. In Guben/Gubin können demnach nur Pkw die Grenze überqueren. Die bislang nur für Fußgänger gedachten Grenzübergänge in Frankfurt/Oder-Slubice, in Kietz-Kostrzyn nad Odra und in Zgorzelec können zwar sowohl vom Personen- als auch vom Güterverkehr genutzt werden. Wie aus einem Erlass des polnischen Innenministeriums hervorgeht, gilt allerdings bei diesen Übergängen die jeweilige Gewichtsbeschränkung der Straße. In Kostrzyn nad Odra sei dies ein Höchstgewicht von 7,5 Tonnen, sagte die Grenzschutz-Sprecherin.

Einschränkung für Sattelzüge

Zu den anderen Übergängen lagen ihr keine Daten vor. „Lieferwagen und Kleinbusse können passieren, Sattelzüge nicht.“Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu erschweren, hatte Polen am Wochenende an Grenzübergängen zu Deutschland Kontrollen eingeführt. Internationale Flug- und Zugverbindungen wurden ausgesetzt. Polen können in ihre Heimat zurückkehren, müssen aber für 14 Tage in Quarantäne. Ausländer dagegen dürfen nur in Ausnahmefällen ins Land. Für den Warenverkehr gibt es keine Begrenzungen.

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Von LVZ