Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Steigende Pegel machen Biber mobil - Landwirte klagen über Schäden
Region Mitteldeutschland Steigende Pegel machen Biber mobil - Landwirte klagen über Schäden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:43 07.03.2013
Von Bernd Lähne
Steigende Flusspegel sorgen dafür, dass die Biber derzeit verstärkt auch tagsüber unterwegs sind. Quelle: dpa
Wittenberg/Bad Düben

Das größte Nagetier Europas sei ansonsten durch seine nachtaktive Lebensweise nur schwer zu beobachten und das, obwohl er mit einer Körperlänge von bis zu 140 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 35 Kilogramm nicht gerade eine unscheinbare Gestalt ist, ergänzt Peter Ibe von der Biberreferenzstelle Sachsen-Anhalt. Schnittkegel gefällter Bäume, Fraßspuren wie abgeschälte Zweige und Äste sowie vom Biber errichtete Dämme zum Anstauen von Gräben seien sichere Zeichen für dessen Anwesenheit.

Vor wenigen Tagen erst hatte sich der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Wittenberg, Hartmut Steiner, über die "nicht mehr beherrschbare Population dieses Tieres in den Gewässern des Landkreises" beklagt. Durch Biber würden bestimmte Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung unbrauchbar, zudem Uferbepflanzungen vernichtet und ufernahe Waldbestände unwiederbringlich zerstört, so die Auffassung vieler Landwirte, die die Anzahl der Biber und deren Ansiedlungsgebiete gern reglementieren würden.

Ibe, der seit über 40 Jahren das Leben der Bibern erforscht, warnt vor Panikmache. "Die Zahl der Elbebiber ist seit 1998 mit leichten Schwankungen auf dem gleichen Niveau", betont der Fachmann. Die Exporte der geschützten Nager in andere Länder hätten daran nichts geändert. "Es waren nie mehr als 20 Biber, die seit 1987 pro Jahr ins Ausland - in die Niederlande oder nach Dänemark - verschickt wurden", so Ibe. Die großen Nager vermehrten sich nicht unkontrolliert, im Gegenteil, sie passten ihre Familienplanung den Gegebenheiten an, sagt die Biologin Janine Meißner. "Wenn es eng wird, bekommen sie weniger oder auch gar keine Jungen." Jährlich würden etwa 70 bis 80 Konflikte von Flächeneigentümern mit Biberansiedlungen an die Referenzstelle herangetragen, ergänzt Peter Ibe. Wesentlich mehr aber machten Füchse und Dachse mit ihren Grabungen den Deichanlagen zu schaffen. Die angeblichen Störenfriede aus dem Revier zu nehmen, würde nichts bringen: Dann besetzt der nächste Biber das Revier. Von den etwa 2500 Bibern in Sachsen-Anhalt sind ca. 700 im Landkreis Wittenberg angesiedelt, im Landkreis Nordsachsen leben konstant rund 350 Biber.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.03.2013

Bernd Lähne

Meißen. Die Neuausrichtung der Porzellan-Manufaktur Meissen scheint langsam aufzugehen - mit teuren Klunkern statt Zwiebelmuster-Service.

07.03.2013

Da das Dresdner Verkehrsmuseum im Jahr 2020 wahrscheinlich das bisher als Ausstellungsort genutzte Gebäude - das Johanneum in der Altstadt - räumen muss, wird nun nach einem neuen Standort gesucht.

06.03.2013

Bisher hat die schwarz-gelbe Koalition im Freistaat Meinungsverschiedenheiten meist geschickt umschifft oder auch mal ausgesessen. Offene Differenzen waren Mangelware, mit einer Ausnahme: Beim Ringen um erneuerbare Energien sind die Partner uneinig wie selten.

Jürgen Kochinke 06.03.2013