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Mitteldeutschland Stiefel putzen und Socken aufhängen: Warum feiern wir eigentlich Nikolaustag?
Region Mitteldeutschland Stiefel putzen und Socken aufhängen: Warum feiern wir eigentlich Nikolaustag?
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13:46 05.12.2019
Sie sind auf den Nikolaustag bestens vorbereitet: In der Kita am Wasserturm in Markkleeberg legen sich v.l. Valentin (2) , Mileen (2) und Leni (2) beim Putzen ihrer Stiefel mächtig ins Zeug. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Nikolaus – wer war das gleich nochmal? Und warum müssen wir eigentlich Stiefel putzen, um am 6. Dezember ein kleines Geschenk zu bekommen? Um das christliche Brauchtum Nikolaustag rankt sich eine Legendengeschichte. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Warum gibt’s eigentlich den Nikolaustag?

Der Tag geht zurück auf den Heiligen Nikolaus von Myra, der am 6. Dezember wahrscheinlich 365 n.Chr. starb. Geboren wurde Nikolaus von Myra in Patara, einer Stadt in der heutigen Türkei zwischen 270 und 286. Der barmherzige Bischof soll etliche Wunder vollbracht haben. Der Legende zufolge hat er zudem sein gesamtes Vermögen unter den Armen verteilt. Nikolaus von Myra ist Schutzpatron der Russen, Kroaten und Serben, sowie der Patron der Seefahrer und Händler.

Nikolaus von Myra wurde im Jahr 1222 heiliggesprochen. Hier dargestellt als russische Ikone von Aleksa Petrov von 1294 Quelle: Repro Pfeifer

Wann genau feiern wir Nikolaus?

Eigentlich immer am 6. Dezember – wobei aber der Nikolausabend bereits der 5. Dezember ist. An diesem Abend stellen die Kinder ihre geputzten Stiefel vor die Tür oder hängen Strümpfe auf – in der Hoffnung, am nächsten Morgen Geschenke darin zu finden.

Warum Stiefel putzen oder Socken aufhängen?

Diese Tradition geht auf eine Legende des heiligen Nikolaus zurück: Einem armen Vater fehlte das Geld für die Heirat seiner Töchter. In seiner Not wollte er seine Töchter in die Prostitution schicken. Nikolaus half dem armen Mann und warf nachts Goldstücke durch den Kamin des Hauses. Das Geld landete direkt in den am Kamin zum Trocknen aufgehängten Socken der Mädchen und so rettete er sie vor ihrem Schicksal.

Sie putzen jedes Jahr eifrig Stiefel: Die Bad Dübener Zwillingsbrüder Martin (l.) und Philipp. Quelle: Privat

Wer ist der Begleiter des Nikolaus?

Wo der Nikolaus als Figur am 6. Dezember auftritt, kommt er oft nicht alleine. In vielen Teilen Deutschlands zieht mit ihm Knecht Ruprecht durchs Land - ein eher schlecht gelaunter Begleiter, der ungezogene Kinder ermahnt oder gar mit der Rute droht.

In Österreich und Bayern ist der Begleiter des Nikolaus nicht nur unfreundlich, er sieht auch so aus. Der Krampus ist eine mystische Gestalt, die meist mit Fell und Hörnern dargestellt wird.

Der mürrische Begleiter des Nikolaus: Knecht Ruprecht Quelle: dpa

Wie feiern andere Länder Nikolaus?

In Russland ist Nikolaus zwar Landespatron – aber hier bringt weder der Nikolaus die Geschenke noch feiert man dort 6. Dezember dessen Ankunft. Stattdessen kommt hier Djed Moros (Väterchen Frost) und bringt den Kindern kleine Gaben. Begleitet wird Djed Moros von seiner Enkelin Snjegurotschka (Schneeflöckchen). Die eigentlichen Geschenke werden aber erst zum so genannten Jolkafest am Silversterabend verteilt.

In den Niederlanden ist es der „Zwarte Piet“ (“Schwarzer Piet“), der mit dem „Sinter Klaas“ unterwegs ist. Die Darsteller des Piets sind meist weiße Männer, die sich schwarze Farbe ins Gesicht schmieren. Die Praxis dieses „Blackfacings“ ist allerdings umstritten, weil sie nach Ansicht von Kritikern rassistische Stereotype bedient.

In Italien feiern die Menschen das wohl größte Nikolausfest. Denn nach dem Tod des Heiligen Bischofs sollen die Gebeine im elften Jahrhundert in die Stadt Bari nach Italien überführt worden sein. Auf dem nahegelegenen Meer an der Stadtgrenze wird zu Ehren des Heiligen eine große Feier abgehalten.

Blumen, Bücher, Spielzeug, Süßes: Dafür wollen Verbraucher in diesem Jahr zu Nikolaus Geld ausgeben. Quelle: dpa/Kölner Institut für Handelsforschung, Handelsverband Deutschland

Was schenken zu Nikolaus?

Die Deutschen geben in diesem Jahr rund 860 Millionen Euro für Nikolausgeschenke aus. Favoriten sind Süßigkeiten, aber auch Spielwaren, Blumen und Schmuck. Allerdings nimmt der Nikolaustag an Bedeutung ab: Nur gut ein Viertel (26 Prozent) der Konsumenten will Geld für kleine Geschenke ausgeben. Im letzten Jahr war es zu Nikolaus noch fast ein Drittel. Die „kleine Bescherung“ gibt es am ehesten für die Kinder: Pro Kopf geben die Deutschen für ihren Nachwuchs 26 Euro aus. Für den Partner müssen 21 Euro reichen.

Warum verlegte Luther die Bescherung auf Weihnachten?

Bis zum 16. Jahrhundert war der 6. Dezember der eigentliche Tag der Weihnachtsbescherung. Erst Martin Luther brach damit – die Reformation lehnte jegliche Heiligenverehrung ab. Daher wurde die Bescherung auf Weihnachten verlegt.

Von Olaf Majer/epd

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