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Mitteldeutschland Studie zu Regionalflughäfen: Erfurt und Dresden werden angezählt
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Studie zu Regionalflughäfen: Erfurt und Dresden werden angezählt

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19:03 19.08.2020
Der Flughafen Erfurt-Weimar ist nach Meinung von Umweltschützern überflüssig. Quelle: Martin Schutt/dpa
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Berlin

Umweltschützer haben die Unterstützung kleiner Flughäfen mit Steuermitteln als klimaschädliche Geldverschwendung kritisiert. Die Regionalflughäfen zeigten „die ganze Absurdität des Fliegens“ auf, sagte der Chef der Umwelt-Organisation BUND, Olaf Bandt, am Mittwoch.

Forderung: Sieben Flughäfen schließen

Nur 3 von 14 untersuchten Standorten hätten einen verkehrspolitischen Nutzen durch die Anbindung ihrer Region an den internationalen Flugverkehr. Bei den restlichen angebotenen Verbindungen handele es sich fast ausnahmslos um Urlaubsflüge. Der BUND und das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) forderten daher die sofortige Schließung der Hälfte der 14 Regionalflughäfen, die sie in einer gemeinsamen Studie unter die Lupe genommen hatten.

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Untersucht wurden 14 ausgewählte regionale Airports, in der Regel die kleineren der 24 so genannten Hauptverkehrsflughäfen in Deutschland. Die Studie beschäftigt sich mit der Wirtschaftlichkeit, der Bedeutung für die Verkehrsanbindung und der Entwicklung der Passagierzahlen von Flughäfen mit 200 000 bis drei Millionen Fluggästen im Jahr.

Standorte in Mitteldeutschland bewertet

Bewertet wurden die Flughäfen Bremen, Dresden, Dortmund, Erfurt-Weimar, Frankfurt-Hahn, Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden, Kassel-Calden, Memmingen, Münster/Osnabrück, Niederrhein-Weeze, Paderborn/Lippstadt, Rostock-Laage und Saarbrücken.

Dresden auf der Kippe

Bremen und Memmingen schnitten mit einer „gelben Karte“ und zwei positiven Bewertungen in den drei Kategorien noch am besten ab. Je eine positive Bewertung und damit eine „orangene Karte“ gingen an Dresden, Dortmund, Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden und Münster/Osnabrück.

Rote Karte für Erfurt-Weimar

Sofort geschlossen werden sollten aus Sicht der Umweltschützer diejenigen Regionalflughäfen, die nur negative Bewertungen und damit eine „rote Karte“ erhielten: Erfurt-Weimar, Frankfurt-Hahn, Kassel-Calden, Niederrhein-Weeze, Paderborn/Lippstadt, Rostock-Laage und Saarbrücken. Grundlage waren den Angaben zufolge die Geschäftsberichte 2014 bis 2018.

Der Flughafenverband ADV wies die Forderungen zurück und verlangte Kostenentlastungen insbesondere bei Sicherheitsvorkehrungen, die in anderen EU-Ländern vom Staat getragen würden. Das polyzentrische Flughafensystem sei ein Abbild der föderalen Struktur Deutschlands mit seinen starken Wirtschaftszentren und Metropolregionen, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Der Verband verwies zusätzlich auf die Bedeutung der Flughäfen im Frachtverkehr und als Standortfaktor für Unternehmen. Die regionalwirtschaftlichen Effekte lägen in der Regel deutlich über den von den Gesellschaftern getragenen Verlusten.

Kritik auch aus Mitteldeutschland

Kritik kam auch von der Mitteldeutschen Flughafen AG, die den Dresdner Airport betreibt: „Die Flughafen Dresden GmbH realisierte im Geschäftsjahr 2018 insgesamt 48,1 Millionen Umsatzerlöse. Sie lag damit um 3,9 Millionen Euro und 8,9 Prozent über dem Vorjahresniveau“, so Sprecher Uwe Schuhart. Der operative Gewinn habe 2018 rund 6,0 Millionen Euro betragen. Zu den Jahresfehlbeträgen des Geschäftsjahres 2018 in Höhe von -4,7 Millionen Euro würden maßgeblich die Abschreibungen von 9,7 Millionen Euro beitragen. Am und um den Airport gebe es allein 4100 Arbeitsplätze.

Ähnlich äußerte sich Uwe Kotzan Geschäftsführer der Flughafen Erfurt GmbH: „Die Studie ist ideologisch gefärbt und tendenziell halbwahr.“ Die Fakten zu Erfurt seien häufig falsch. So habe Erfurt-Weimar in den letzten vier Jahren einen Jahresüberschuss erzielt. Es gebe zwar Zuwendungen vom Land, aber keine – wie in dem Papier behauptet – Zuschüsse der Stadt Erfurt. Auch fliege die Lufthansa Erfurt nicht an und die behauptete Verbindung nach Frankfurt seien „einzelne Ausweichlandungen wegen Wetter oder Streik in Frankfurt“ gewesen.

Von Teresa Dapp und Martin Pelzl