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Mitteldeutschland TU Dresden wirft Patzelt Rufschädigung vor
Region Mitteldeutschland TU Dresden wirft Patzelt Rufschädigung vor
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19:07 20.01.2019
Prof. Werner Patzelt beim Festakt zur Deutschen Einheit der Leipziger CDU (Symbolbild). Quelle: Andre Kempner
Dresden

Der Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt bekommt nach dem regulären Ende seiner Professur im März keine Seniorprofessur an der Technischen Universität Dresden (TUD). Wie die Hochschule am Sonntag bestätigte, habe der Dekan der Philosophischen Fakultät einen Antrag auf eine Seniorprofessur für Patzelt abgelehnt. Diese Entscheidung habe Prof. Lutz Hagen in Absprache mit dem Fakultätsrat getroffen und sie Patzelt sowie dem Rektorat am Samstag mitgeteilt.

Patzelt hatte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) bereits am Samstag gesagt, dass sein Antrag auf eine Forschungs-Seniorprofessur nicht unterstützt werde. Die Universität betonte, der 65-Jährige bleibe auch ohne Seniorprofessur – wie alle Professoren, die beim Eintritt in den Ruhestand unbefristet an ihr tätig waren – Angehöriger der TUD: „Er behält seinen Professorentitel und kann selbstverständlich seine laufenden Projekte beenden.“

Patzelt gilt als Experte für AfD und Pegida

Der Politikwissenschaftler hatte sich unter anderem als Experte für die AfD und die Pegida bundesweit einen Namen gemacht. Seine Kritiker werfen ihm zu große Nähe zu seinem Untersuchungsgegenstand vor. Für die CDU soll der 65-Jährige das Wahlprogramm für die Landtagswahl mit entwerfen – Union und AfD kämpfen darum, stärkste Partei zu werden. Sachsens Ministerpräsident und CDU-Chef Michael Kretschmer hatte den Politikwissenschaftler Anfang Januar überraschend als Co-Vorsitzenden der Programmkommission nominiert. Patzelt ist seit 25 Jahren CDU-Mitglied.

Fakultätsrat kritisiert Vermischung von Politik und Wissenschaft

Die Ablehnung der Seniorprofessur wird unter anderem mit der Kritik der Fakultätsratsmitglieder begründet, dass Patzelt Politik und Wissenschaft derart vermischt habe, „dass dem Ruf der TU Dresden und der Fakultät dadurch geschadet wurde“, heißt es in einer Mitteilung der Hochschule. Unter anderem habe er seinen privaten politischen Blog unter der Adresse der TU Dresden beziehungsweise des Institutes für Politikwissenschaft firmieren lassen, bis ihm das untersagt wurde. „Ein weiterer Grund ist die öffentliche, aus Sicht der TU Dresden nicht zutreffende Kritik, der Rektor habe die Bundesfinanzierung für ein von und für Professor Patzelt geplantes wissenschaftliches Institut verhindert“, argumentiert die Hochschule.

Patzelt weist Vorwürfe zurück

Patzelt weist diese Kritik zurück: „Ich habe keine Rollen vermengt. Ich habe mich immer nur für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eingesetzt – auch gegenüber ihren Feinden und Gegnern.“ Auch den zweiten Vorwurf der Universität, dass er Universitätsleitung und Wissenschaftsministerin in der Debatte um die Gründung eines Universitätsinstituts öffentlich kritisiert haben soll, lässt Patzelt nicht gelten. Er habe nur Fakten beschrieben und keineswegs „gegen das Mäßigungsverbot verstoßen“, dem er als Professor unterliege.

Kretschmer verteidigt Verpflichtung durch CDU

Zuvor hatte Kretschmer auf dem Landesparteitag die Verpflichtung von Patzelt verteidigt: Die politischen Angriffe und Unterstellungen gegen ihn seien „schändlich“. Wer Leute in eine rechte Ecke stelle, mache es sich zu einfach – „das geht so nicht“. Auch CDU-Generalsekretär Alexander Dierks machte klar, dass die Zusammenarbeit fortgesetzt wird: „Er hat sich klar dazu bekannt, die sächsische Union bei der Erarbeitung des Regierungsprogramms ehrenamtlich zu unterstützen und in dieser Zeit weder Aufträge, noch Einladungen anderer Parteien anzunehmen.“

Von Daniela Vates und Andreas Debski

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