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Mitteldeutschland Tauwetter und steigende Flusspegel: Nächste Woche droht Hochwassergefahr
Region Mitteldeutschland

Tauwetter und steigende Flusspegel: Nächste Woche droht Hochwassergefahr

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14:57 19.01.2021
1Das war’s dann erst mal für diesen Schneemann in Leipzig: Nächste Woche setzt sich Tauwetter durch, die Flusspegel könnten ansteigen.
1Das war’s dann erst mal für diesen Schneemann in Leipzig: Nächste Woche setzt sich Tauwetter durch, die Flusspegel könnten ansteigen. Quelle: Jan Woitas/dpa
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Leipzig

Der Januar-Winter ist schon fast wieder Schnee von gestern. „Einen richtigen Winter wird es zumindest im Flachland in diesem Monat nicht mehr geben“, legt sich Meteorologe Dominik Jung vom Portal wetter.net fest. Außerdem sorgt die aktuelle Warmfront für Sturm: Der Deutsche Wetterdienst warnte am Dienstag im Tagesverlauf vor Orkanböen auf dem Brocken.

Dabei standen die Chancen auf Winter bis vor kurzem noch gut: „Die sibirische Kälte hatte es bis vor unsere Haustür geschafft“, sagt Jung. So erlebte Polen in den vergangenen Tagen Tageshöchstwerte um minus 10 bis minus 15 Grad. Nachts ging es sogar bis auf minus 30 Grad herunter. „Doch die Extremkälte kam exakt an der Grenze zu Deutschland zum Stillstand. Aus Westen halten jetzt viele atlantische Tiefdruckgebiete dagegen.“

Schmuddelwinter mit steigenden Temperaturen

Damit deutet derzeit alles auf einen Schmuddelwinter. Im Raum Leipzig kann es am Wochenende und zu Beginn der neuen Woche noch einmal für etwas nassen Schnee reichen, der aber kaum noch liegen bleibt. Mitte nächster Woche ist es auch damit vorbei: Die Tageshöchstwerte klettern dann bis in den zweistelligen Plusbereich.

Die Regen-Grafik Quelle: wetter.net

Tauwetter bis ins Mittelgebirge – wo droht Hochwasser?

Das Tauwetter wird bis hoch in die Mittelgebirge Einzug halten. Damit droht sogar Hochwassergefahr – allerdings bisher mehr für den Südwesten als für den Osten. „Zusammen mit dem Regen steigen die Pegel der Flüsse schnell an, die Prognosemodelle berechnen beispielsweise für den Rhein einen Anstieg um bis zu drei Metern.“ An Mulde, Saale und Elbe deutet sich diese Zuspitzung eher nicht an. „Auch hier werden die Pegel durch Tauwetter ansteigen. Aber die Regenmodelle sehen bisher im Osten nur 20 bis 30 Liter Niederschlag, im Westen können es bis 100 Liter sein“, warnt der Wetterexperte.

Bislang ist Januar leicht zu kalt

Insgesamt ist der Januar nach dem neuen 30-Jahresmittel, bei dem der Zeitraum von 1991 bis 2020 betrachtet wird, bisher um ein Grad zu kalt. „Nach dem viel zu warmen Herbst und Dezember ist das zwar mal etwas besonderes“, so Jung. „Aber bei den aktuellen Aussichten dürfte auch dieser Ausreißer nach unten bis Monatsende Geschichte sein.

Von Olaf Majer