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Mitteldeutschland Bataclan-Anschlag: Verdächtiger Adis A. in Bad Dürrenberg festgenommen
Region Mitteldeutschland Bataclan-Anschlag: Verdächtiger Adis A. in Bad Dürrenberg festgenommen
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19:45 27.06.2019
Nach dem Terroranschlag wurden vor dem Bataclan in Paris Blumen für die 130 Opfer niedergelegt. (Archivfoto) Quelle: dpa
Dresden

Spezialkräfte der Bundespolizei haben in Bad Dürrenberg (Saalekreis) den weltweit gesuchten Terrorverdächtigen Adis A. festgenommen. Wie Bundeskriminalamt (BKA) und Dresdner Staatsanwaltschaft am Donnerstag erklärten, soll der 39-jährige Bosnier im Zusammenhang mit den Anschlägen am 13. November 2015 unter anderem auf das Pariser Theater Bataclan stehen. Damals waren Dschihadisten in ein Konzert gestürmt und töteten 90 Besucher mit Maschinengewehren und Handgranaten.

In welchem Zusammenhang zu diesen Anschlägen der nun in Sachsen-Anhalt festgenommene Bosnier steht, ist bisher noch unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft geben sich aus ermittlungstaktischen Gründen bedeckt. Adis A. sei bereits in der vergangenen Woche in Bad Dürrenberg festgenommen worden und anschließend dem zuständigen Ermittlungsrichter in Merseburg vorgeführt worden, sagte Dresdens Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt gegenüber der LVZ. Nach Informationen des „Spiegel“ soll die DNA des Terrorverdächtigen Adis A. an mindestens einer der Waffen gefunden worden sein, die im Konzerthaus Bataclan sichergestellt wurden. Nach Informationen des „Spiegel“ soll die DNA des Terrorverdächtigen Adis A. an mindestens einer der Waffen gefunden worden sein, die im Konzerthaus Bataclan sichergestellt wurden.

Weil gegen den 39-Jährigen ein belgischer Haftbefehl vorliegt, befindet sich Adis A. derzeit in vorläufiger Auslieferungshaft. Eine Überstellung an die belgischen Behörden wird aktuell von der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg geprüft, so Schmidt weiter.

Ermittlungen nach Handgranatenfund

Die sächsischen Behörden waren Adis A. im Rahmen von Ermittlungen nach einem spektakulären Waffenfund in Dresden auf die Spur gekommen, sagte Schmidt. Bei einer Fahrzeugkontrolle der Bundespolizei am Hauptbahnhof der Landeshauptstadt Anfang des Jahres wurde in einem Mercedes von zwei gebürtigen Bosniern eine größere Anzahl von in Folie verpackten Gegenständen festgestellt. Nach Überprüfung durch Experten stellten sich diese letztlich als 18 Handgranaten industrieller Fertigung heraus, die mit militärischem Sprengstoff bestückt waren.

Die verpackten Handgranaten, wie sie im Auto am Dresdner Hauptbahnhof sichergestellt wurden. Quelle: LKA Sachsen

Die beiden Bosnier wurden damals festgenommen – und die Ermittlungen in der Folge auf das Umfeld der Männer ausgeweitet. Im Zuge dessen stieß die Polizei auf den in Bad Dürrenberg lebenden 39-jährigen Adis A. Ein Abgleich mit internationalen Fahndungsdaten ließ die sächsischen Behörden zusätzlich aufhorchen: „Gegen den Mann bestand zu diesem Zeitpunkt bereits ein Haftbefehl der belgischen Behörden“, so Oberstaatsanwalt Schmidt weiter.

Die Dresdner Ermittler fanden den genauen Aufenthaltsort von Adis A. in der sachsen-anhaltischen Kleinstadt heraus und beantragten aufgrund des Verdachts auf Kriegswaffen eine Durchsuchung der Wohnung. Handgranaten, andere verbotene Waffen oder erlaubnispflichtige Gegenstände konnten bei Adis A. zwar nicht gefunden werden. Weil aber der Haftbefehl der belgischen Behörden bestand, wurde Adis A. dennoch festgenommen. „Die Ermittlungen in unserem Fall gegen den Mann sind abgeschlossen“, so Schmidt weiter. Nun kommt es auf die Staatsanwälte in Belgien an.

130 Menschen sterben bei Anschlägen in Paris

Bei dem Terroranschlag der Dschihadisten-Gruppe „Islamischer Staat“ am 13. November 2015 auf das Pariser Konzerthaus Bataclan sowie auf angrenzende Restaurants und das damals voll besetzte Fußballstadion Stade de France starben insgesamt 130 Menschen. Weitere 350 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Terroristen waren im Bataclan während des Auftritts der US-Band Eagles of Death Metal in den Saal gestürmt, feuerten mit Kalaschnikow-Maschinengewehren um sich und zündeten Handgranaten. Die alarmierte Polizei erschoss einen der Attentäter, zwei weitere Terroristen sprengten sich nach einem Feuergefecht mit den Beamten im Theater in die Luft.

Die französische Polizei verhängte in der Folge einen dreitägigen Ausnahmezustand über Paris, um weitere Beteiligte des Massakers finden zu können. Der mögliche Planer der Anschläge, der gebürtige Belgier Abdelhamid Abaaoud, starb fünf Tage später bei einer Razzia im Pariser Vorort Saint-Denis. Bei parallelen Durchsuchungen der belgischen Behörden im Brüsseler Stadtteil Molenbeek wurde Salah Abdeslam gefasst, dem ebenfalls eine Mittäterschaft an den Attentat vorgeworfen wurden. Im April 2018 wurde der belgische Staatsbürger von einem Gericht in Brüssel zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Von Matthias Puppe

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