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Mitteldeutschland Thüringer Dorf erntet Früchte für eine kuriose Schlagloch-Idee
Region Mitteldeutschland Thüringer Dorf erntet Früchte für eine kuriose Schlagloch-Idee
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14:01 07.01.2011
Schlagloch in Niederzimmern. Quelle: Christoph SchmidtRose
Leipzig/Niederzimmern

Denn im vergangenen Jahr hat der Ort in Thüringen seine Schlaglöcher einfach verkauft und damit für Wirbel in der ganzen Welt gesorgt.

„Unsere Straßen haben den Winter bisher ganz gut überstanden“, sagt Christoph Schmidt-Rose, Bürgermeister des 1000-Seelenortes Niederzimmern. Ganz anders sah das im Winter 2010 aus, als sich in der Vieselbacher Straße Loch an Loch reihte und die Autofahrer zu so manchem Ausweichmanöver zwang.

Die Misere wollten sich Schmidt-Rose und die Niederzimmerner nicht länger ansehen und beschlossen, das Problem zu verkaufen – nicht ahnend, welche Wellen das in der Medienlandschaft schlagen würde. „Mit der Resonanz haben wir nicht gerechnet. Das ist unwahrscheinlich“, so Schmidt-Rose.

Denn die Nachricht von dem kleinen Dorf, das sich gegen den Flickenteppich wehrte, machte nicht vor den Landesgrenzen Halt. „Es kamen auch Fernsehteams aus Russland und Großbritannien.“ Und auch die internationale Presse aus den USA, Italien, Brasilien, Südafrika und Australien wurde aufmerksam.

Insgesamt wurden mit der Aktion „Teer muss her“ 257 Löcher verkauft, für 50 Euro pro Straßenkrater. Die Paten kamen nicht nur aus dem Dorf selbst, sondern auch aus Spanien, Kanada und Russland. Mit der stolzen Summe von 12850 Euro wurde die Hauptstraße in Niederzimmern saniert. Jeder Käufer wurde mit einer Plakette auf einem gefüllten Loch verewigt. Zu lesen sind darauf Geburtstagsglückwünsche und Liebeserklärungen wie „Liebste Marie, du bist mein Sonnenschein, dein Markus“, aber auch Wortakrobaten: „Ich loch mich kronk!“.

Mit der gesunden Straße stirbt nun die Aktion. „Man macht den gleichen Witz nicht zweimal. Wenn, dann denken wir uns etwas anderes aus“, deutet Schmidt-Rose an. Was das sein könnte, wollte er nicht verraten. „Wenn wir schon eine konkrete Idee hätten, würden wir sie erst ausprobieren und sie dann bekannt machen.“

Reik Anton

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