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Mitteldeutschland Tuberkulose-Erkrankungen in Dresdner Schule – 179 Fälle in Sachsen
Region Mitteldeutschland Tuberkulose-Erkrankungen in Dresdner Schule – 179 Fälle in Sachsen
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15:58 04.12.2017
Ein Arzt zeigt einen Tuberkulose-Fall anhand eines Röntgenbildes. (Archiv) In Sachsen wurden in diesem Jahr 179 TBC-Fälle gemeldet.  Quelle: dpa
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Leipzig

 In Dresden bleiben Montag und Dienstag die Oberschule und das Gymnasium der Hoga-Schulen geschlossen. Grund seien vorsorgliche Tuberkulose-Untersuchungen, teilt die Schule auf ihrer Webseite mit. Das Gesundheitsamt hat am Montag gegenüber DNN.de bestätigt, dass an der Einrichtung in Dresden-Leuben drei Personen an akuter Tuberkulose erkrankt sind oder waren. Auf Grund der für Tuberkulose typischen sehr unterschiedlichen Inkubationszeit ist unklar von wem die Ansteckung ausging.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) Berlin verzeichnete für Dresden in diesem Jahr bereits 43 Tuberkulose-Fälle. Im Jahr 2014 waren es 24, dann stieg die Zahl 2015 auf 40 und pendelte sich auf diesem Niveau ein. Das Bild in Leipzig ist ähnlich: 2014 wurden 31 Fälle festgestellt, aktuell sind es 44.

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Leichter Anstieg der TBC-Fälle

In ganz Sachsen wurden laut RKI in diesem Jahr 179 Tuberkulose-Erkrankungen gemeldet, bundesweit bisher 4.259. In den vergangenen Jahren ist auch im Freistaat ein leichter Anstieg zur verzeichnen: Von 155 im Jahr 2014 (bundesweit 4.522) auf 207 im Jahr 2015 (bundesweit 5.841) und 211 im Jahr 2016 (bundesweit 5.939). Ob die Zahl in diesem Jahr übertroffen wird, ist offen.

Der Anstieg im Jahr 2015 sei vor allem auf die gesetzlich vorgeschriebene Untersuchung von Asylsuchenden zurückzuführen, erklärte das RKI. Ziel sei es, Tuberkulose frühzeitig zu entdecken und zu behandeln, um die Verbreitung zu verhindern. Das sei zum Beispiel mit Antibiotika möglich.

Gefährlich für die Mitmenschen ist offene Lungentuberkulose, bei der Kranke die Erreger beim Husten und Niesen verteilen. Bei knapp der Hälfte der Erkrankten liege aber gar keine ansteckende Lungentuberkulose vor, so das RKI.

Impfung nicht empfohlen

Trotz dieses Anstiegs sei das Infektionsrisiko in der Allgemeinbevölkerung relativ gering, schätzten die Hygiene-Experten bereits in einer Information zum Welttuberkulosetag 2016 ein. „Voraussetzung ist ein enger oder fortgesetzter Kontakt mit Erkrankten“, sagte die Biologin und RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher gegenüber LVZ.de. Bei einmaligem, kurzem Kontakt sei das Ansteckungsrisiko sehr gering, so das Institut.

Insgesamt gelte das Tuberkuloserisiko in Deutschland in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als so gering, dass seit 1998 eine Impfung nicht mehr empfohlen werde. Das hänge auch damit zusammen, erklärte Glasmacher, dass der Impfstoff nicht optimal wirke und starke Nebenwirkungen habe.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat in einem Infoblatt alle wichtigen Informationen zum Thema Tuberkulose zusammengestellt, der Steckbrief zu Symptomen, Ansteckungsgefahr, Vorsorge und Therapie ist als Download unter www.infektionsschutz.de verfügbar.

Von Evelyn ter Vehn