Umfrage der Commerzbank: 57 Prozent der Sachsen reduzieren Plasteverbrauch
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Mitteldeutschland Klimaschutz: Sachsen verzichten auf Plastetüten und reduzieren Fleischkonsum
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Umfrage der Commerzbank: 57 Prozent der Sachsen reduzieren Plasteverbrauch

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16:58 20.12.2020
Papiertaschen statt Plastetüten: Nicht nur beim Einkaufen achten die Sachsen laut einer Umfrage zunehmend auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
Papiertaschen statt Plastetüten: Nicht nur beim Einkaufen achten die Sachsen laut einer Umfrage zunehmend auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Quelle: Andre Kempner
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Lange Zeit galt sie als unverzichtbar beim Einkauf. Doch inzwischen lassen immer mehr Sachsen die Finger von ihr: Die Kunststofftüte ist zum Auslaufmodell geworden. Und: Der Klimaschutz und die Nachhaltigkeit spielen im Alltag der Menschen im Freistaat eine zunehmend größere Rolle. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov, die im Auftrag der Commerzbank im Herbst diesen Jahres durchgeführt wurde. Danach achten im Freistaat 38 Prozent der Menschen „immer“ oder „häufig“ auf diese Themen. 57 Prozent der Befragten hätten angegeben, so weit wie möglich auf Plastetüten, -flaschen und Umverpackungen zu verzichten.

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42 Prozent kauften vorrangig regionale und Bio-Produkte ein oder reduzierten den Fleischkonsum. 41 Prozent reisten bewusster, indem sie etwa auf Flüge verzichten. Von den Unternehmen erwarten die Sachsen laut der Umfrage vor allem faire Produktionsprozesse (36 Prozent) und nachhaltige Waren und Dienstleistungen (26 Prozent).

Besonders großer Hebel beim Bauen und Wohnen

Ralf Bendicks, Chef der Commerzbank Leipzig, freut sich über die Ergebnisse der Studie: Die Ergebnisse zeigten, dass der Klimaschutz vor allem „im persönlichen Umfeld“ inzwischen ernst genommen wird. Allerdings: Energieeffizientes Bauen und Wohnen seien bislang nur für jeden sechsten Sachsen ganz konkret ein Thema. „Gerade hier liegt mit Blick auf die Reduzierung von CO2 aber ein besonders großer Hebel“, meinte der Bankier.

Ethisch einwandfreie Geldanlagen

Auch die Nachfrage nach entsprechenden Finanzprodukten würden noch hinterher hinken. So geben nur drei Prozent an, heute schon in nachhaltige oder ethisch einwandfreie Geldanlagen zu investieren. Auch sei das Wissen darüber noch sehr gering. „Allerdings möchte fast jeder Sechste solche Anlagen künftig bei seinen Finanzentscheidungen berücksichtigen“, so Bendicks. Die Ergebnisse machten deutlich, dass hier Aufklärungsbedarf besteht. Dabei sei ein gutes Gewissen verbunden mit einer guten Rendite kein Widerspruch. Nachhaltige Fonds, bei denen der Einstieg bereits mit kleinen Beiträgen ab 25 Euro im Monat möglich ist, erzielten regelmäßig gute Ergebnisse.

Von Ulrich Milde