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Mitteldeutschland Umfrage im Kreis: Görlitzer für kontrollierte Zuwanderung
Region Mitteldeutschland Umfrage im Kreis: Görlitzer für kontrollierte Zuwanderung
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22:00 10.01.2018
Wohnhäuser in Görlitz: Laut einer Umfrage unterstützt die Mehrheit der Menschen eine kontrollierte Zuwanderung. Quelle: dpa
Leipzig

 Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung im Kreis Görlitz spricht sich für eine Politik der kontrollierten Zuwanderung aus. Das ist das überraschende Ergebnis einer erstmals in die Tiefe gehenden Umfrage, die von der Verwaltung des Landkreises in Auftrag gegeben wurde, um eine Integrationsstrategie zu entwickeln und die vom Sozialministerium unterstützt wurde. Als zentrale Maßnahmen wurden eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen, ein Einwanderungsgesetz sowie die konsequentere Abschiebung von straffällig gewordenen Ausländern genannt. Der größte Teil votierte für eine bestmögliche Integration anerkannter Flüchtlinge, während ein eher geringer Teil Flüchtlinge und Migranten generell ablehnt.

Bei der Bundestagswahl 2017 hatte der Kreis, der identisch ist mit dem Wahlkreis 157, wegen der starken AfD-Ergebnisse für Furore gesorgt. Die Partei holte nicht nur die Zweitstimmen-Mehrheit (32,9 Prozent), AfD-Kandidat Tino Chrupalla gewann auch das Direktmandat – und schlug dabei Michael Kretschmer (CDU), damals Vizechef der Unionsfraktion und inzwischen Sachsens Ministerpräsident.

Bei der Erhebung stimmten 27 Prozent dafür, dass Deutschland möglichst gar keine Flüchtlinge aufnehmen sollte. 42 Prozent waren dafür, dass politisch Verfolgte uneingeschränkt und bedingungslos kommen dürfen. Der überwiegende Teil (94 Prozent) forderte zudem, dass politisch Verfolgte zwar aufgenommen, im Fall von Straftaten aber sofort abgeschoben werden sollten. Große Zustimmung (87 Prozent) gab es für ein Einwanderungsgesetz, um den Zuzug von Personen aus Nicht-EU-Ländern zu regeln.

Überraschende Resultate erbrachte auch die Frage nach der Integration. Osteuropäische EU-Ausländer erschienen in den Augen der Befragten ebenso gut integriert wie westeuropäische EU-Ausländer. Daraus leiten die Autoren der Studie eine deutliche Verbesserung der Sichtweisen etwa auf Polen oder Tschechen ab. Auch Türken werden als fast ebenso gut integriert eingeschätzt und deutlich besser als etwa Amerikaner oder Europäer aus Nicht-EU-Staaten. Am schlechtesten wird die Integration von Menschen aus dem arabischen Raum, aus Afrika und Zentralasien beurteilt.

Für die Befragung wurden 1000 zufällig ausgewählte Bewohner des Kreises vom Leipziger Markt- und Meinungsforschungsinstitut MAS Partners und dem Görlitzer KIB-Institut befragt. 87 Prozent der Befragten lebten bereits 30 Jahre oder länger in der Region. Den höchsten Anteil nahmen die 50- bis 64-Jährigen ein.

Von Roland Herold

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