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Mitteldeutschland Unter 18-jährige Deutsche würden die Grünen wählen – und in Sachsen auch die AfD
Region Mitteldeutschland Unter 18-jährige Deutsche würden die Grünen wählen – und in Sachsen auch die AfD
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21:13 24.05.2019
Minderjährige in Deutschland haben bereits am 17. Mai an einer symbolischen Wahl des Europäischen Parlaments teilgenommen. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB
Berlin/ Dresden

Am Sonntag dürfen volljährige EU-Bürger ihre Stimme bei der Europawahl abgeben und Kandidaten verschiedener Parteien ins Europäischen Parlament wählen. Jugendliche unter 18 Jahren haben bereits abgestimmt, wenn auch nur in einem Testlauf. Die Stimmen werden bei der eigentlichen Wahl nicht gezählt.

Die bildungspolitische Initiative U18 organisiert für Kinder und Jugendliche in Deutschland symbolische Wahlen, damit sie den Ablauf einer demokratischen Wahl kennen lernen. Getragen wird die Initiative von verschiedenen Organisationen, dazu gehören unter anderem das Deutsche Kinderhilfswerk und der Deutsche Bundesjugendring.

Die Wahl fand im Vorfeld zur Europawahl Mitte Mai statt. Ihre Stimmen konnten die Jugendlichen in 1200 Wahllokalen abgeben, die beispielsweise in Jugendcafés oder Sportvereinen eingerichtet wurden. Bundesweit nahmen 115.000 Minderjährige an der Test-Wahl teil.

Die Grünen liegen deutlich vorn, gefolgt von SPD und CDU

Am besten schnitten deutschlandweit die Grünen ab, sie kamen auf rund 28,9 Prozent der Stimmen und sind mit deutlichem Vorsprung stärkste Kraft, wie die Organisatoren der Wahl mitteilten. Im Vergleich zur vorherigen U18-Abstimmung vor der Europawahl 2014 gewannen die Grünen gut zehn Prozentpunkte hinzu.

Bei dieser Entwicklung könnte die Fridays for Future-Bewegung eine Rolle gespielt haben, eine von Schülern getragene Bewegung, die jeden Freitag zum Schulstreik für eine striktere Klimapolitik aufruft. Grünen-Chefin Annalena Baerbock würde das Wahlalter zudem gerne auf 16 Jahre senken und so den jungen Klimaaktivisten eine Stimme geben, die zählt. Mit deutlich Abstand auf den zweiten Platz landete bei der symbolischen Wahl die SPD mit 15,1 Prozent, vor der CDU/CSU mit 12,7 Prozent.

In Sachsen stimmten die Jugendlichen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt anders ab. Zwar wurden auch hier die Grünen mit 18 Prozent Stimmenanteil die stärkste Kraft – darauf folgt auf den zweiten Platz mit 14,4 Prozent die Alternative für Deutschland. Zum Vergleich – bundesweit stimmten nur 6,7 Prozent der Befragten unter 18-Jährigen für die AfD.

Innerhalb Sachsens zeigten sich große Unterschiede bei der U18-Wahl

Doch auch innerhalb Sachsens zeigen sich deutliche Unterschiede bei der U18-Abstimmung. In der Stadt Leipzig wählten über 23 Prozent der jungen Menschen die Grünen und über 16 Prozent die Partei Die Linke. Die AfD kommt in der Messestadt nur auf ein Ergebnis von 9 Prozent. Ähnlich fiel die Stimmverteilung in der Landeshauptstadt Dresden aus.

Im Landkreis Nordsachsen setzten dagegen über 26 Prozent der Jugendlichen ihr Kreuz bei der AfD, in Görlitz waren es fast 22 Prozent. Nur 11 Prozent der Minderjährigen in der Stadt an der polnischen Grenze sprachen sich für die Wahl der Grünen aus, in Nordsachsen waren es sogar nur 5 Prozent.

Nicht sonderlich beliebt scheint bei jugendlichen Sachsen hingegen die CDU zu sein – sie erhielt weder in Dresden, Leipzig noch Görlitz mehr als 6 Prozent der Stimmen bei der symbolischen Wahl. Erst in dieser Woche sorgte der Youtuber Renzo für Aufsehen, indem er in einem Video zur „Zerstörung der CDU“ aufrief. Darin erklärt der 26-Jährige, warum die Christdemokraten für die junge Generation „unwählbar“ seien.

Von Pia Siemer

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