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Mitteldeutschland Vom Kampf gegen die Bürokratie: Neueste Ausgabe der LVZ-Wirtschaftszeitung erscheint am Donnerstag
Region Mitteldeutschland Vom Kampf gegen die Bürokratie: Neueste Ausgabe der LVZ-Wirtschaftszeitung erscheint am Donnerstag
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19:54 27.03.2019
Aktenberge und reichlich Vorschriften: Mitteldeutsche Unternehmer kommen vor lauter Papierkram oft nicht zur eigentlichen Arbeit.
Aktenberge und reichlich Vorschriften: Mitteldeutsche Unternehmer kommen vor lauter Papierkram oft nicht zur eigentlichen Arbeit. Quelle: dpa
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Leipzig

„Unternehmen ächzen unter Bürokratie“ – das ist die Titelzeile der jüngsten Ausgabe der neuen Wirtschaftszeitung der Leipziger Volkszeitung. Das Blatt, dass sich an Unternehmer in Mitteldeutschland und deren beruflichen Nachwuchs wendet, widmet sich diesmal in besonderer Weise den Sorgen und Nöten der hiesigen Firmen, die sich mit unzähligen Regelungen, Verordnungen und Vorgaben herumschlagen müssen.

„Wer einen Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen“ – mit diesem Sprichwort legt Mario Ohoven in seinen Gastkommentar den Finger in die Wunde. „Anstatt auf die Betroffenen, sprich: die Millionen Mittelständler in unserem Land zu hören“, so der Präsident des Bundesverbandes der Mittelständischen Wirtschaft, „wollen Bürokraten die von ihnen selbst verursachte Bürokratie vom Schreibtisch aus bekämpfen. Das Scheitern ist damit praktisch programmiert“, kritisiert der 72-Jährige.

Vor lauter Vorgaben kämen „Handwerker schon fast nicht mehr zu ihrer eigentlichen Arbeit“, schimpft Peter Wenzlaff. Der 59-jährige Chef der gleichnamige Bäckerei-Kette aus Sornzig, die in Leipzig die erste Brotschule betreibt, meint: Er sei ja nicht generell gegen Vorschriften – gerade bei der Hygiene seien sie nötig.

Allerdings laste ein riesiges Auflagen-Paket auf den Firmen. Und wie so oft im Leben: „Die Dosis macht das Gift“, bringt es Wentzlaff auf den Punkt. 30 bis 40 Prozent der Gesamtarbeitszeit in seinem Unternehmen gingen für die Erledigung behördlicher Forderungen drauf.

Als Bürokratie-Bremser kommt der sächsische Normenkontrollrat daher. „Um die Herrschaft der Verwaltung zumindest ein wenig zu bremsen“, wurde er 2015 ins Leben gerufen. Das Gremium unter der Leitung von Michael Czupalla macht auch Vorschläge zur Reduzierung des Aufwandes bei neuen Gesetzen. Das dürfte dem Präsidenten der Leipziger Industrie- und Handelskammer gefallen. Kristian Kirpal fordert: „Für jede neue Pflicht eine andere abschaffen.“

Dagegen hat Robert Momberg ebenfalls nichts. Der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost moniert, dass seine Firmen doppelt unter staatlicher Reglementierung leiden – unter den generellen bürokratischen Lasten und zusätzlich unter den zahlreichen Vorschriften zum Bauablauf. „Allein um ein Einfamilienhaus zu errichten, müssen rund 10 000 Bestimmungen beachtet und erfüllt werden“, stöhnt der Verbandsobere.

Trotz endlos scheinender Fakten rund um die hohen Aktenhürden finden sich in der Wirtschaftszeitung wiederum tolle Geschichten – abseits der Bürokratie. Etwa über den Weltmarktführer Schaudt-Mikrosa oder den Wirtschaftsethiker Pater Justinus Pech, der nicht nur Kloster-Gin kreiert hat, sondern auch der Wirtschaft die Leviten liest und regelmäßig als Gastprofessor an der Leipziger Handelshochschule (HHL) agiert.

Die Landräte der Kreise Leipzig sowie Nordsachsen, Henry Graichen und Kai Emanuel, wiederum loben die tolle Infrastruktur in der Region. Internationaler ausgerichtet ist der Blick von Reint E. Gropp. Der Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle gibt sich überzeugt: „Die EU ist ein wahnsinniger Vorteil für Deutschland“.

Die Wirtschaftszeitung erscheint in einer Auflage von 20 000 Exemplaren und ist ab Donnerstag für 2,90 Euro zu haben – im Handel, in allen LVZ-Geschäftsstellen und LVZ-Shops – und auch online unter www.lvz.de/wirtschaftszeitung

Von Ulrich Langer