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Mitteldeutschland Wegen Zugausfällen: Bahnunternehmen drohen rechtliche Schritte
Region Mitteldeutschland Wegen Zugausfällen: Bahnunternehmen drohen rechtliche Schritte
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17:01 07.08.2018
Blick auf den Hauptbahnhof Leipzig (Archiv). Zwischen Leipzig, Grimma und Döbeln häufen sich Zugausfälle. Quelle: dpa
Leipzig

Die Zugausfälle auf der Mitteldeutschen Regiobahn 110 zwischen Leipzig, Grimma und Döbeln könnten jetzt ein juristisches Nachspiel für den Anbieter Transdev Regio Ost GmbH haben. Wie der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) mitteilte, wolle man weitergehende rechtliche Schritte prüfen.

Ziel der Maßnahmen sei die Wiederherstellung eines ordnungsgemäßen Betriebs auf der Strecke zwischen Leipzig und Döbeln, erklärte der ZVNL als Auftraggeber bereits am Freitag. Die Ausfälle hätten sich auf der Strecke in den vergangenen Wochen gehäuft, so der Zweckverband.

Am Dienstag erklärte der Betreiber Transdev, dass sich viele Lokführer der Mitteldeutschen Regiobahn krank gemeldet haben. Wegen der Urlaubszeit sei es nicht gelungen, Ausfälle auszugleichen. Fahrgäste im Raum Leipzig müssen zum Teil auf Busse umsteigen. Betroffen seien die zur halben Stunde verkehrenden Verbindungen zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Grimma, oberer Bahnhof. Von dort aus können Fahrgäste nach Döbeln den Zug nutzen.

Die Zweckverbände ZVNL und Verkehrsverbund Mittelsachsen hatten allerdings am Freitag angekündigt, dass die „langanhaltenden Personalprobleme“ nicht mehr hinnehmbar seien. Weiter heißt es: Transdev erfülle trotz der Zahlung von Vertragsstrafen und vielen mit den Aufgabenträgern geführten Abstimmungen zu Qualitätsverbesserungen wiederholt vertragliche Leistungsverpflichtungen nicht.

„Negativrekord“ zwischen Leipzig und Chemnitz

Auch zwischen Chemnitz und Leipzig nehmen die Zugausfälle bei der Mitteldeutschen Regiobahn (Transdev) im Vergleich zum Jahr 2017 zu. Wie eine Antwort aus dem Wirtschaftsministerium auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Landtag zeigte, sei mit 85 Zugausfällen und einer Pünktlichkeit von 78 Prozent im März „ein neuer Negativrekord“ aufgestellt worden, so die Grünen-Abgeordnete Katja Meier.

Meier kritisiert, dass der Freistaat in den Jahren 2017 und 2018 nur rund drei Viertel der gesetzlich verbrieften Regionalisierungsmittel vom Bund an die Verkehrsverbünde im Land weitergeleitet habe. Laut einer Statistik des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen stehen dem Freistaat 2018 rund 547 Millionen Euro Regionalisierungsmittel vom Bund zu.

Die Grünen fordern, dass dieses Geld komplett für die Bestellung von Schienenverkehrsleistungen und Investitionen in die Infrastruktur zur Verfügung stehen müsse. Das Land müsse dagegen den Schülerverkehr aus eigenen Mitteln bestreiten. Meiers Fazit: „Die anhaltenden Qualitätsdefizite auf der Strecke (Leipzig-Chemnitz) seit der Übernahme durch die Mitteldeutsche Regiobahn im Juni 2016 zeigen, dass hier zu Lasten der Fahrgäste gespart wurde.“

Von Evelyn ter Vehn

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