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Mitteldeutschland Weniger Diesel-Absatz: Raffinerie Leuna investiert Hunderte Millionen für mehr Methanol
Region Mitteldeutschland Weniger Diesel-Absatz: Raffinerie Leuna investiert Hunderte Millionen für mehr Methanol
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18:13 26.04.2019
Die Tankanlagen der Total-Raffinerie Mitteldeutschland in Leuna werden von der untergehenden Sonne angestrahlt. Quelle: dpa
Leuna

Die Nachfrage nach Benzin und Diesel wird in Zukunft sinken – Grund dafür sind sparsamerer Verbrennungs-Motoren und Elektro-Autos. Bei der Total-Raffinerie Mitteldeutschland in Leuna geht man davon fest aus. Und passt die Produktion an. Insgesamt 300 Millionen Euro will das zum französischen Mineralölkonzern Total gehörende Unternehmen in den Standort im Saalekreis (Sachsen-Anhalt) investieren, um künftig mehr Methanol statt Diesel und Benzin herzustellen.

So will man die Anlagen besser auslasten und die Raffinerie, die zu den modernsten in Europa gehört, wettbewerbsfähig halten, sagte Raffinerie-Chef Willi Frantz. Gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) setzte er am Freitag den ersten Spatenstich für das Projekt.

Um mehr Methanol herstellen zu können, sollen bestehende Anlagen erweitert und umgebaut werden. Dafür sind 150 Millionen Euro vorgesehen. Weitere 150 Millionen Euro kostet die turnusmäßige Generalinspektion, in Fachkreisen Großstillstand genannt, bei der die Anlagen komplett gereinigt, Teile getauscht und erneuert werden.

Zudem werden die Anlagen auf ihre Funktionstüchtigkeit und Sicherheit hin überprüft und auf die Neuausrichtung vorbereitet. Raffinerie-Chef Frantz sprach von der größten Investition seit Inbetriebnahme vor zwei Jahrzehnten. Er dankte der Konzernspitze in Paris. Das sei ein Vertrauensbeweis in die Zukunftsfähigkeit der Raffinerie.

Die Umbau- und Erweiterungsarbeiten werden von Mitte dieses Jahres bis Ende 2021 andauern. 2020 soll der Großstillstand erfolgen, bei dem in der Spitze bis zu 4000 Beschäftigte verschiedener Firmen auf dem Gelände in Leuna tätig sein werden.

Die Total Raffinerie sei das Herz des Chemieparks Leuna, sagte Haseloff. Die Investition der Franzosen bezeichnete er als eine historische Entscheidung für den Standort Leuna und für Sachsen-Anhalt. „Vier Prozent des Brutto-Inlandsprodukts des Landes wird hier am Standort erwirtschaftet“, so Haseloff.

Seit geraumer Zeit versucht die Raffinerie, sich Märkte auch abseits des Kraftstoffverkaufs zu erschließen. Das gehöre zu konzernweiten Strategie, betonte der Präsident von Total Refining & Chemical, Bernard Pinatel. So investierte Total gemeinsam mit der belgischen Domo-Gruppe rund 60 Millionen Euro in den Bau einer Benzolanreicherungsanlage. Die Belgier verarbeiten den chemischen Grundstoff Benzol – ein Zwischenprodukt der Benzinproduktion – zu Kunststofffolien und Spritzgussteilen für den Automobilbau.

Die im November 1997 in Betrieb gegangene Raffinerie gilt als Glücksfall für die Region. Ohne die größte deutsch-französische Nachkriegsinvestition wäre der Chemiestandort kaum überlebensfähig gewesen. Im Chemiepark der Infraleuna sind heute rund 10 000 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Produktion vieler Unternehmen dort ist eng mit der Raffinerie verbunden. Geliefert wird unter anderem Methanol und Schwefel. Raffinerie-Produkte werden in Leuna selbst, aber auch im sächsischen Böhlen verarbeitet.

Von Andreas Dunte

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