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Mitteldeutschland Weniger befristete Arbeitsverträge in Sachsen
Region Mitteldeutschland Weniger befristete Arbeitsverträge in Sachsen
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21:21 03.05.2019
Mehr als jeder dritte neue Arbeitsvertrag in Sachsen wird nur befristet abgeschlossen. Quelle: dpa
Leipzig

Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge in Sachsen geht zurück. Aber immer noch ist mehr als jeder dritte neue Arbeitsvertrag einer auf Zeit. Vor allem Frauen, Jüngere und Helfer werden öfter nur befristet eingestellt. Das teilt die Landesarbeitsagentur in Sachsen auf Nachfrage der LVZ mit.

Im vergangenen Jahr sind bis September insgesamt 342 059 neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Davon waren 130 556 zunächst befristet. Das entspricht einem Anteil von 38,2 Prozent. 2013 waren es noch 44,8 Prozent.

Seither ist der Anteil kontinuierlich zurückgegangen, sagt Frank Vollgold von der Landesarbeitsagentur in Chemnitz. Besonders betroffen sind die Informations- und Kommunikationsbranche sowie der künstlerische Bereich – hier waren drei Viertel aller neuen Arbeitsverträge zunächst nur befristet. In der öffentlichen Verwaltung und im Bereich Erziehung und Unterricht ist es jeder zweite. Gering sind hingegen die Anteile im Baugewerbe (13,4 Prozent ) und in der Zeitarbeit (25,1).

Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach wertet den Rückgang als positives Zeichen

Im Länderranking sind am häufigsten die Jobs in Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen mit einem Datum versehen. Die geringsten Befristungsanteile gibt es in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Thüringen (39,8) liegt mit Sachsen im unteren Mittelfeld. Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach wertet den Rückgang als positives Zeichen. „Offensichtlich reagieren die Unternehmen auf den wachsenden Fachkräftemangel und versuchen Beschäftigte mit unbefristeten Verträgen an das Unternehmen zu binden. Das ist zu begrüßen.“

Kritisch sieht er allerdings, dass gerade junge Menschen an Hochschulen fast nur befristete Verträge bekommen. Der DGB unterstütze deshalb alle Bemühungen, dies wirksam einzudämmen, „zum Beispiel durch Arbeitsverträge, die nicht projektbezogen sind“.

Bessere Chancen, von befristeter Beschäftigung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden

Generell böten befristete Arbeitsverhältnisse den Unternehmen ein Mindestmaß an Flexibilität, heißt es beim sächsischen Arbeitgeberverband VSW. Für viele Arbeitsuchende bieten sie einen Erst- oder Wiedereinstieg in Erwerbstätigkeit, sagt VSW-Sprecherin Sandra Lange. Die Chance, direkt aus einer befristeten Beschäftigung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden, sei in den letzten Jahren weiter angestiegen. „Mehr als drei Viertel der befristet Beschäftigten erhalten in ihrem Betrieb eine Anschlussbeschäftigung. Über 42 Prozent werden in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.“

Sächsischer Arbeitgeberverband VSW ist gegen das Vorhaben der großen Koalition

Der VSW ist deshalb gegen das Vorhaben der großen Koalition, die sachgrundlose Befristung einzudämmen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass die Privatwirtschaft gemaßregelt werden soll. Während vor allem der öffentliche Dienst mit dem Sonderrecht der Haushaltsbefristung einstellt, wird den Unternehmen dieses Recht aufgrund schwankender Konjunktur nicht zugebilligt.“

Dabei sei es wahrscheinlicher, dass wegen einer Konjunktureintrübung Kundenaufträge ausbleiben, als dass eine öffentliche Einrichtung, die durch regelmäßige Steuereinnahmen finanziert wird, in Haushaltsnöte gerät. Zuletzt sei die Befristungsquote im Öffentlichen Dienst fast doppelt so hoch gewesen wie im Produzierenden Gewerbe.

Von Andreas Dunte

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