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Mitteldeutschland Wie Lebensmittel in Sachsen sicherer werden sollen
Region Mitteldeutschland Wie Lebensmittel in Sachsen sicherer werden sollen
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11:27 27.07.2019
Vier zusätzliche Experten sollen bei Lebensmittelkontrollen in Sachsen den kommunalen Behörden künftig helfen. (Symbolbild) Quelle: Uwe Anspach/dpa
Dresden

Vier zusätzliche Experten sollen bei Lebensmittelkontrollen in Sachsen den kommunalen Behörden künftig helfen. Wie das Verbraucherschutzministerium auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, werden dafür zunächst vier neue Stellen eingerichtet - für einen Lebensmittelchemiker oder Tierarzt, einen Lebensmitteltechnologen, einen Wirtschaftsinformatiker und einen Lebensmittelkontrolleur. Ende des Jahres soll das Team starten.

Laut Ministerium hätten unter anderem die Norovirus-Erkrankungen in Gemeinschaftseinrichtungen sowie Listerien-Nachweise mit Erkrankungen in mehreren europäischen Ländern die Grenzen lokaler Lebensmittelüberwachungsbehörden gezeigt. Zudem erschwerten zunehmend komplexe und hochtechnologisierte Fertigungsverfahren, schwer überschaubare Vertriebssysteme und der Internethandel die Kontrollen.

Team „zu zaghaft“?

Vertreter der Opposition im Landtag kritisierten die Ausstattung des Teams als „zu zaghaft“. Er habe „erhebliche Zweifel“, ob mit so wenig Personal eine schlagkräftige Einheit aufgebaut werden könne, sagte der Grüne-Verbraucherschutzsprecher, Volkmar Zschocke. Sieben Stellen seien die Untergrenze.

Von einem interdisziplinären Team könne auch erst die Rede sein, wenn Experten aus den Bereichen Recht, Lebensmittelchemie, -kontrolle und -technologie sowie Futtermittelkontrolle, Wirtschaftsinformatik und Veterinärwesen zusammen arbeiteten.

Die Verbraucherschutzexpertin der Linken, Janina Pfau, sprach von einem „Tropfen auf den heißen Stein“. Vier Mitarbeiter reichten nicht. Die Linke habe 10 bis 15 Sachverständige gefordert.

Mehr Mängel 2018

In Sachsen hat es laut der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen bei Kontrollen im vergangenen Jahr bei mehr Betrieben Beanstandungen gegeben. Etwa jeder zweite der 66.870 erfassten Firmen wurde kontrolliert. Bei 1597 oder 4,5 Prozent gab es Mängel, 2017 waren es 3,5 Prozent. Wegen gravierender Hygienemängel wurden in 21 Fällen Betriebsschließungen (2017: 17) sowie 36 Betriebsbeschränkungen (2017: 18) verhängt, es wurden 157 Bußgeld- (2017: 178) und 18 Strafverfahren (2017: 14) eingeleitet.

Zudem wurden 2018 mehr als 21.100 Lebensmittelproben untersucht, 16,9 Prozent (2017: 16 Prozent) mit Beanstandung. Mit gut 56 Prozent fiel die Quote bei den Nahrungsergänzungsmitteln besonders hoch aus, bei Kindernahrung waren es 32,4 Prozent, bei Speiseeis fast 32 Prozent.

In mehr als 80 Prozent der Fälle habe es sich um irreführende oder nicht vorschriftsmäßige Kennzeichnung gehandelt, hieß es. Nur in 49 Fällen wurden unter anderem schädliche Keime nachgewiesen. In einer Probe stießen die Experten auf Glassplitter, in einer anderen auf zwei kleine Metallklammern.

Mehr Kontrollen möglich

„Von uns aus könnte mehr Kontrollen geben“, sagte Axel Haentjes vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels in Berlin. Wenn Lebensmittel wegen der Kennzeichnung kritisiert würden, bedeute das nicht automatisch, dass diese auch gesundheitsschädigend seien. Die Lebensmittel in Deutschland seien sicher.

Auch der sächsische Wein war dem Bericht zufolge nicht immer einwandfrei. Zwar waren die 25 Proben von Keltertrauben noch ohne Beanstandung, bei Federweißem wurde jedoch bei 14 sächsischen Erzeugnissen in zwei Fällen Pestizidrückstände gefunden, bei Landwein in einem Fall.

„Sächsische Prädikats- und Qualitätsweine werden lückenlos kontrolliert“, sagte der Vorsitzende des Sächsischen Weinbauverbands, Michael Thomas. Das gebe es in keinem anderen Bundesland. Die beanstandeten Fälle waren schon im vergangenen Herbst öffentlich geworden und waren vom Ministerium als ungefährlich eingestuft worden.

Von Ralf Hübner/dpa

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