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Mitteldeutschland Zukunft von berühmtem Schachmuseum nach Brand offen
Region Mitteldeutschland Zukunft von berühmtem Schachmuseum nach Brand offen
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18:14 08.01.2020
Die Freiwillige Feuerwehr Halberstadt beim Brand im Schachmuseum im Schachdorf Strobeck. Quelle: Feuerwehr Halberstadt
Strobeck

„Nach dem Feuer im Schachmuseum wird dringend Hilfe gebraucht“, sagt Halberstadts Pressesprecherin Ute Huch. Dem Spendenaufruf für das weithin bekannte Museum im Schachdorf Ströbeck – seit 2007 ein Ortsteil von Halberstadt (Landkreis Harz) – sind seit dem Brand vom November 2019 zwar bereits 29 Einzelpersonen gefolgt, doch reicht die eingegangene Summe bei Weitem nicht.

Immaterielles Unesco-Kulturerbe

Am nächsten Dienstag wollen Mitglieder des Volleyballverein SV Weiß-Rot Ströbeck eine Spende in Höhe von 300 Euro übergeben. „Die Übergabe erfolgt vor dem Schachmuseum, das am 14. November vorigen Jahres durch das Feuer erheblich beschädigt worden war“, berichtet Huch. „Unterstützung ist so wichtig, immerhin geht es um den Fortbestand einer einmaligen Schachtradition“, betont Helmut Riese, der sich intensiv mit der Geschichte seines Heimatortes beschäftigt hat. Seit 2016 gehört das Schachdorf zum immateriellen Unesco-Kulturerbe. Das kleine Dorf am Harzrand ist lange Zeit schon mit dem königlichen Spiel verbunden – „der Legende nach sogar seit fast einem Jahrtausend, urkundlich belegt seit 1515.“ Die Grundschule in Ströbeck heißt Lasker-Schule, Schach ist dort Pflichtfach.

Exponate geschmolzen

Laut Bürgermeister Jens Müller wütete das Feuer besonders im Obergeschoss des Fachwerkbaus. Dort seien die Wände oberhalb von einem Meter völlig verbrannt. Exponate, die an den Wänden hingen, seien geschmolzen. Schadlos sei das Unglück an fast keinem der 6000 Objekte vorübergegangen, fast alle seien vom Ruß beschmiert, ergänzt Antje Gornig, Leiterin des Städtischen Museums Halberstadt sowie des Schachmuseums.

Das Schachdorf Ströbeck

Das Schachdorf Ströbeck liegt etwa acht Kilometer westlich von Halberstadts Kernstadt. Die Ersterwähnung Ströbecks erfolgte am 20. Oktober 995 in einer Urkunde des Königs Otto III. Bekannt ist Ströbeck vor allem durch das Schachspiel, welches das Dorf prägt und weshalb der Ort seit 1991 offiziell die Bezeichnung Schachdorf Ströbeck trägt. Der Legende nach soll im Jahr 1011 ein adliger Gefangener des Halberstädter Bischofs (angeblich Gunzelin von Kuckenburg) seinen dortigen Bewachern das Spiel beigebracht haben.

Die erste schriftliche Erwähnung des Schachspiels in Ströbeck stammt von 1515. Im 1616 in Leipzig erschienenen ersten deutschsprachigen Schachbuch Das Schach-Spiel oder König-Spiel von Herzog August von Braunschweig-Wolfenbüttel alias Gustavus Selenus wird das Ströbecker Schachspiel ausführlich beschrieben. Seit 1689 sind öffentliche Aufführungen von Schachpartien belegt, bei denen die Schachfiguren durch entsprechend verkleidete Menschen dargestellt wurden. Diese Tradition wird noch heute von dem 1883 gegründeten Ströbecker Schachverein fortgeführt. An der Grundschule – heute nach dem Schachweltmeister Emanuel Lasker benannt – ist Schach seit 1823 ein Pflichtfach.

Durch das beherzte Eingreifen der Feuerwehr konnten die meisten Ausstellungsstücke gerettet werden. Schachspiele und -figuren aus aller Welt wurden vorerst im Dorfgemeinschaftshaus untergebracht. Das Schachmuseum, das vorerst geschlossen bleibt, war 2006 im ehemaligen Ratsgebäude eröffnet worden. Anschrift: Platz am Schachspiel 97.

Spendenkonto: Stadt Halberstadt: IBAN: DE61810520000360126812, BIC NOLADE21HRZ, Institut: Harzsparkasse, Verwendungszweck: Schachmuseum

Von Bernd Lähne

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