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Mitteldeutschland Zwei Leipziger Heimspiele für Jana Hensel
Region Mitteldeutschland Zwei Leipziger Heimspiele für Jana Hensel
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16:00 10.09.2019
Jana Hensel im Leipziger Literaturhaus mit LVZ-Vizechefredakteur André Böhmer, der die Lesung am Montagabend moderierte. Quelle: Foto: Christian Modla
Leipzig

Besuche nach Jahrzehnten in der ehemaligen Schule sind immer spannend. Erst recht für Autorinnen, die mit ihren Büchern viel Erfolg haben. Da macht Jana Hensel (43) keine Ausnahme. Die Berlinerin, die in Leipzig aufgewachsen ist, kehrte am Dienstag zu ihren (Bildungs)-Wurzeln zurück. Mit einer Lesung aus ihrem neuen Buch „Wie alles anders bleibt“ vor 250 Schülern am Markkleeberger Rudolf-Hildebrand-Gymnasium. Worum es den 15- und 16-Jährigen bei der Veranstaltung mit der prominenten Ex-Schülerin (die aber noch in der alten Hildebrand-Schule lernte) vor allem ging? Na klar, um Ost-West-Fragen, denn das lag ja auf der Hand. Der von Hensel aktuell erschienene Band im Aufbau-Verlag mit ca. 50 Geschichten aus Ostdeutschland liefert dazu viel anregenden Stoff. Die Reportagen, Porträts, Interviews und persönliche Briefe hat die preisgekrönte Journalistin (Theodor-Wolff-Preis 2010) in den letzten 16 Jahren geschrieben. Veröffentlicht wurden sie vor allem in der „Zeit“ und bei „Zeit online“.

Zur Einstimmung las sie einen Text von 2014 über ihren Sohn, damals Zweitklässler in einer Grundschule im Ostberliner Kiez Prenzlauer Berg. „Das unbekannte Land. Wie ich meinem Kind von der DDR erzähle“ – die poetisch-persönliche Aufarbeitung der Unterschiede zwischen Ost (Herkunft der Mutter) und West (Herkunft des Vaters) war für die Gymnasiasten genau die richtige Wahl. Ohne lange Pausen entwickelte sich daraus eine inhaltlich tiefe Diskussion, von der die Autorin begeistert war. „Das Interesse an Ost-West-Themen ist viel größer als noch vor zehn Jahren“, zeigte sich Hensel nach der Veranstaltung in der Schule positiv überrascht. „Die Schüler spüren heute wieder viel stärker die Ost-Vorurteile im Westen.“ Die Faszination für die junge deutsche Geschichte unter den Schülern, die alle um das Jahr 2000 geboren wurden, habe sie jedenfalls als extrem spannend empfunden, so ihr Fazit.

Hensels erfolgreicher Schulausflug geht mit auf das Konto vom Literaturhaus Leipzig. Das Team um Chef Thorsten Ahrend hat sich zum Ziel gesetzt, Literatur auch außerhalb der Veranstaltungsräume populär zu machen. Die Premiere war jedenfalls sehr gelungen – weil die Mischung aus bekannter Autorin und Leipzig-Kolorit stimmte. Die Lesung am Dienstag in der Hildebrand-Schule war da schon das zweite Heimspiel für die Autorin des Bestsellers „Zonenkinder“ (2002). Am Montagabend hatte sie bei ihrem ersten Auftritt schon für ein dicht gefülltes Literaturhaus gesorgt. Angeregt und mitunter auch sehr nachdenklich erzählte die gefragte Journalistin viel aus ihrem Reporterinnen-Leben. Wie es so ist, wenn die Kanzlerin plötzlich persönlich anruft, nachdem sie Angela Merkel in einem persönlichen Brief öffentlich mitgeteilt hatte, dass sie ihr stoisches Verhalten gegenüber den Anfeindungen auf Wahlkampfveranstaltungen nicht gut finde. Der Text erschien ziemlich genau vor zwei Jahren bei „Zeit online“ und wurde seitdem millionenfach geklickt. Und der Beruf als Journalistin? Das sei „ein wunderbar großes Geschenk“, sagte sie. „Ich kann jeden anrufen, den ich persönlich interessant finde und bekomme dafür noch Geld.“ Im Buch schreibt Hensel, dass sie noch nie eine Absage von einem Gesprächspartner bekommen habe. Das korrigierte sie aber amüsiert an diesem Abend. „Sigmund Jähn musste ich zweimal eine Mail schicken, erst dann traf er sich mit mir.“ Aus dem einfühlsamen Porträt eines DDR-Helden (veröffentlicht im August 2018), der im Westen immer noch vielen ein Unbekannter ist, las sie dann ihrem gebannt zuhörenden Publikum große Passagen vor.

Von André Böhmer

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