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Oschatz 40 Jahre Sächsischer Himmelfahrtsverein
Region Oschatz 40 Jahre Sächsischer Himmelfahrtsverein
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10:08 26.05.2019
Die Mitglieder des Sächsischen Himmelfahrtsvereins 1979 sind jedes Jahr gemeinsam unterwegs. Quelle: privat
Sörnewitz

Nur noch ein paar Tage, dann ist es wieder soweit. Dann wird die gute Laune wieder ausgepackt und die Männer ziehen los. Diese kommen unter anderem aus Dahlen, Lampertswalde, Leisnitz, Malsen, Sörnewitz, Wellerswalde, Schöna, Sörnewitz, Klötitz, Klingenhain, Liebschütz und Reppen.

Männertag war damals noch kein Feiertag

40 Jahre ist es nun her, als sie zum ersten Mal gemeinsam zum Männertag loszogen. Mit der heutigen Zeit gar nicht mehr zu vergleichen, sagt Wolfgang Lindner. Der Mann aus Klötitz war einer derjenigen, der bereits vom ersten Tag an dabei waren. Und kann sich auch noch gut an die Schwierigkeiten erinnern. „Zu der damaligen Zeit war der Männertag noch kein Feiertag. Man musste Urlaub beantragen, um frei zu bekommen. In den Kalendern stand Himmelfahrt nicht drin und eigentlich wollten es die staatlichen Stellen unterbinden, dass die Mitarbeiter an diesem Tag frei nehmen durften. Ich selbst war bei VEB Meliorationsbau Oschatz. Einige Kollegen aus anderen Bereichen kamen auch mit zur Fahrt am Männertag. Das nahm überhand und sollte unterbunden werden. Mein Bauleiter warnte mich. Ich dürfe an diesem Tag keinen Urlaub beantragen. Dieser würde nicht genehmigt werden. Sollte ich es doch tun, bekäme ich eine F-Schicht. So war es schließlich auch. Doch im Herbst darauf wurde ich als bester Arbeiter ausgezeichnet und die Sache verlief im Sande.“

Sächsischer Himmelfahrtsverein 1979: So fing alles an. Quelle: privat

So ließen sich die Männer nicht davon abhalten, gemeinsam diesen einen Tag im Jahr zu begehen. Zum Männertag vor genau 40 Jahren gründete sich der Sächsische Himmelfahrtsverein 1979. „Die damals 20-Jährigen hatten einfach mal so die Idee, zu DDR-Zeiten zu Himmelfahrt eine Kremserfahrt zu unternehmen. Gekleidet im Schlafanzug mit Schlips und Bauernmütze. Mit dem Kremser von Horst Ritter aus Lampertswalde und seinem Beifahrer Reiner Winter rollten wir durch die Dahlener Heide.“ Das erste Ziel der Gruppe war die Landgaststätte Olganitz. Hier spielte Helene Scheibe in der Gaststube am Klavier. „Der Hof war brechend voll. Einen Platz drinnen zu ergattern war reiner Glücksfall. Es herrschte eine sensationelle Stimmung“, sagt Wolfgang Döring, der ebenfalls seit dem ersten Tag mit am Start ist. Die HO- und Konsumgaststätten hatten an diesem Tag meistens geschlossen. Doch bei „Lene“ mit ihren Stimmungslieder war immer etwas los.

Mit Fahrrad, Heide-Express und Kremser

Mit diesem tollen ersten Einstieg in die Zeiten der ausgelassenen Männertage fing also alles an. Und es wurde zur Tradition. Alljährlich wurde sich pünktlich um 10 Uhr am Vormittag an der Friedenseiche in Sörnewitz bei Wolfgang Döring getroffen. Eine Stunde etwa lassen sich die Männer Zeit, um sich ordentlich zu begrüßen und anzukommen. Doch dann geht es los. Viele Jahre lang ging es dann zum gemeinsamen Frühstück zu Familie Skrotzki und Reiner Fischer. Was dann folgte war jedes Jahr unterschiedlich: Eine Tour mit dem Kremser, dem Fahrrad, Heide-Express, Leiterwagen, Bus oder es ging zum Kanupaddeln auf die Mulde. „Ich erinnere mich noch genau an 1985. Mit dem Bus fuhren wir nach Höfgen an die Mulde. Heinz Skrotzki hat für die ganze Truppe Mittagessen mitgenommen und gekocht. Es gab Sauerkraut, Bratwurst und Kartoffelbrei. Holprig und spektakulär war es 2005. Denn da sind wir mit Arthur Fischer mit dem Leiterwagen gefahren. Dieser hatte keine Federung und wir haben auf Strohbunde gesessen“, erinnert sich Wolfgang Lindner. Die beiden Männer schwelgen in Erinnerungen. So wissen sie auch noch genau von der Zeit, als der Lampertswalder Pfarrer, Karl Heinz Dallmann, nach Mörbius versetzt wurde. Dieser legte sich nach der Wende einen ROBUR-Bus zu. Alle zwei Jahre holte er die Männer zum Männertag mit diesem ab. Er zeigte ihnen damit gleich seine neue Heimat rund um Espenhain und die Leipziger Seenplatte. Zudem ging es für die Männer auch bereits zum Heiratsmarkt Collm, nach Diesbar Seußlitz, zur Fähre Höfgen, auf den Platz der Geharnischten nach Torgau, zur Mühle Liebschütz und Zeuckritz und zur Talsperre Kriebstein.

Jubiläumsfeier in Trebsen

Mittlerweile sind aus den jungen Burschen von damals die ersten Rentner geworden. „Jetzt freut man sich sehr darüber, die anderen mal wieder zu sehen“, so Wolfgang Döring. Damit dies nicht nur einmal im Jahr geschieht, wird auch jedes Jahr im Januar ein traditioneller Treff – gelegentlich mit einem Schlachtefest kombiniert – durchgeführt. Zudem ist auch im Herbst eine gemeinsame Busfahrt angesetzt. Diese findet zusammen mit den Frauen statt – als kleines Dankeschön dafür, dass diese so viel Verständnis zeigen und die Männer am Männertag unter sich bleiben können. So ging es bereits zur Hudelburg, in den Leipziger Zoo, nach Dresden und hier in eine spektakuläre Mittelalterkneipe und in die Semperoper. „Wolfgang hat es sogar geschafft, dass wir uns die Frauenkirche ansehen konnten, obwohl zu der Zeit diese noch nicht besichtigt werden durfte. Sie befand sich noch völlig im Bauzustand. Das war wirklich eine spannende Besichtigung“, so der Sörnewitzer. Es gibt Tanzabende, Kegelwettkämpfe oder es geht zum Bowling. Vor einigen Jahren fuhr man gemeinsam das ganze Wochenende fort. Nun fokussiert man sich auf Tagesfahrten. Die Feier zum 40-jährigen Jubiläum soll im Schloss Trebsen steigen.

Viele gemeinsame Erinnerungen teilen die Mitglieder des Sächsischen Himmelfahrtsvereins 1979. Quelle: privat

Um die 20 Männer sind auch heute noch immer bei der Männertagsfahrt dabei. Die Vorfreude ist groß. Als junge Männer hatten sie im Feld unter Grasbüschel Schnappsflaschen für die Fahrt versteckt. Heute läuft alles etwas ruhiger ab und die Männer genießen die gemeinsame Zeit. „Wir haben uns damals das Recht herausgenommen, Himmelfahrt zu feiern. Und das machen wir bis heute.“ 2019 geht es mit dem Bus nach Kriebstein. Hier fahren die Männer mit dem Boot. Es wird wieder eine schöne Fahrt mit lachenden Gesichtern und hier und da sicher auch ein wenig Schwelgen in Erinnerungen.

Von Kristin Engel

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