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Oschatz Aktionstag für Geschlechtervielfalt in Oschatz
Region Oschatz Aktionstag für Geschlechtervielfalt in Oschatz
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16:13 15.05.2019
Ein symbolischer Akt: So wie hier Wasser wollen sie Aktionsteilnehmer Mut schöpfen, um weiter für Gleichstellung zu kämpfen. Quelle: Fotos: Kristin Engel
Oschatz

Lautes Trommeln zog am Dienstagnachmittag die Aufmerksamkeit auf den Oschatzer Altmarkt. Dieser war bestückt mit unzähligen Gefäßen, die es galt, mit Wasser zu füllen und Mut zu schöpfen. Mut gegen Gewalt. Mut gegen Diskriminierung. Mut gegen Ausgrenzung.

Aktionstag zur Sichtbarkeit von Geschlechtervielfalt

Zum ersten Mal fand hier in Oschatz der Aktionstag zur Sichtbarkeit von Geschlechtervielfalt statt. „Ein großartiger Aktionstag liegt hinter uns. Gemeinsam mit dem Verein Wegweiser, der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Nordsachsen Carola Koch, der Percussion-Gruppe der Lebenshilfe Oschatz und dem E-Werk haben wir zum IDAHIT (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Trans- und Interfeindlichkeit) in Oschatz ein deutliches Zeichen für Respekt und Akzeptanz gesetzt und Mut geschöpft für diejenigen, die aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung Diskriminierungen und Gewalt erfahren“, sagt Vera Ohlendorf von der Fachstelle Queeres Netzwerk Sachsens. Manuela Tillmanns vom Verein RosaLinde Leipzig kann ihr da nur beipflichten. Sie ist Projektkoordinatorin „Que(e)r durch Sachsen – Mobile Beratung im ländlichen Raum“.

Steigende Zahl von Gewalttaten bei häuslicher Gewalt

Verschiedene Redevorträge gestalteten den Nachmittag. So war auch Kerstin Kupfer von der Kooperations- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking des Vereins Wegweiser froh darüber, anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Inter- und Transphobie dabei gewesen zu sein. „Die Aktion ‚Mut schöpfen‘ steht seit mehreren Jahren symbolisch für den Mut, den Menschen brauchen, um bei erlebter häuslicher Gewalt Unterstützung und Schutz zu erhalten. Sie machte bisher auf die jährlich steigenden Zahlen von Gewalttaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt aufmerksam. In diesem Jahr stehen im Mittelpunkt der Aktion insbesondere Menschen, denen es an Akzeptanz und Aufmerksamkeit in unserer Gesellschaft noch fehlt.“ Ein weiterer Gast, der sich für einen Redebeitrag bereit erklärte, war Michael Friedrich, Vorsitzender der Linkspartei in Nordsachsen. Er hatte Beispiele aus der Region, wo diese Akzeptanz und Gleichstellung, um die es beim sogenannten IDAHIT geht, gefehlt hat. Er ermutigte die Veranstalter dazu, weiter zu machen. „Damit der politische Wille da ist, dass jeder in allen Belangen gleichgestellt ist.“

Gespräch mit Veranstaltern

Zwischen den Redebeiträgen und dem Wasser aus dem Brunnen schöpfen, lieferte die Percussion-Gruppe der Lebenshilfe Oschatz ein musikalisches Programm ab. Auch die Besucher hatten die Möglichkeit, mit den Veranstaltern ins Gespräch zu kommen. „Ich finde es sehr wichtig, dass dieses Thema auch in Oschatz angesprochen, darüber diskutiert und Leute informiert werden. Es ist schön, dass die Menschen die Möglichkeit haben, mit den Vereinen ins Gespräch zu kommen. Die Mitglieder wissen genau, an wen sie sich wenden können“, lobt Anja Seidel, Gleichstellungsbeauftragte und Pressesprecherin der Stadt Oschatz, die sich als Gast die Veranstaltung auf dem Altmarkt anschaute.

Aktion soll Menschen ermutigen

„Die Facetten der Probleme sind vielseitig. Genau deshalb verdient die Gewalt gegen homosexuelle und intergeschlechtliche Menschen, Transfrauen und -männer größere Aufmerksamkeit. Diese Aktion soll Menschen ermutigen, genauer hinzusehen, sich gegen Ausgrenzung und Gewalt zu wehren. Wir stehen für die Sichtbarkeit dieser Menschen, für die finanzielle Unterstützung spezialisierter Beratungsangebote und für einen sensiblen Umgang bei Polizei, Jugendamt, in Schulen, auf der Arbeit und in der Nachbarschaft“, so Kerstin Kupfer.

Im Anschluss der Aktion gab es im soziokulturellen Zentrum E-Werk in Oschatz einen Kurzfilmabend zu den Themen des IDAHIT mit anschließendem Publikumsgespräch.

Die Aktion macht in den folgenden Tagen in Wurzen, Görlitz und Zwickau Station. Darüber hinaus gibt es am 17. Mai zum sachsenweiten Rainbowflash Aktionen in vielen weiteren Städten.

Von Kristin Engel

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