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Oschatz Alles auf Rot: Lehrer, Bauern und Sportvereine in Oschatz auf den Barrikaden
Region Oschatz Alles auf Rot: Lehrer, Bauern und Sportvereine in Oschatz auf den Barrikaden
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09:42 16.02.2019
Rot könnte die dominierende Farbe des Protests vor den Oschatzer Turnhallen werden (Symbolfoto). Quelle: Martin Gerten/dpa
Oschatz/Collm-Region

Alle Zeichen stehen seit dieser Woche auf Streik: Die Lehrer in Nordsachsen trugen ihren Kampf für mehr Gehalt in die Klassenzimmer. Immer noch pünktlich, bevor sie und ihre Schützlinge sich in die Winterferien verabschiedeten.

In leeren Räumen hätte so ein Warnstreik auch irgendwie albern gewirkt: Ohne Klasse schließlich kein Klassenkampf. Und ohne Fabrik auch kein Zucker. Das fürchten die Oschatzer Rübenbauern und rückten am Freitag aus, um in Brottewitz gegen die geplante Stilllegung der Zuckerfabrik lautstark zu demonstrieren.

Sie tun das für uns. Denn wo Zucker und Kohlenhydrate fehlen, herrscht schnell Konflikt. Wo Menschen das Recht auf ein wenig mehr Süße im Leben vorenthalten wird, laufen sie Sturm.

Kulinarische Krise im Oschatzer Hallensport

Das ist bei dem immer noch schwelenden Streit zwischen den Sportvereinen in Oschatz und der Stadt zu beobachten. Zwar gibt es dort keine Zuckerkrise – dank des kristallinen Nachschubs, der noch verlässlich die Fabrik verlässt.

Aber in den Oschatzer Turnhallen ist das Lebensmitteln zugesetzte Quäntchen Glück trotzdem verboten. Seit Jahresanfang ist es den Sportvereinen der Döllnitzstadt untersagt, Speisen und Getränke in den Sporthallen zu verkaufen.

Leere Mägen schröpfen Vereinskassen

Vielleicht hilft etwas mehr Stimmgewalt ja auch hier, um sich durchzusetzen: Oder vielmehr dafür zu sorgen, dass überhaupt noch jemand auf den Publikumsrängen sitzen bleibt.

Vielleicht ist es an dieser Stelle an den Zuschauern, sich zusammenzutun, um wie Bauern und Lehrer lauthals zu fordern: Slogans wie „Kein Sitzfleisch mehr im Mannschaftssport, sind Cola, Chips und Nachos fort.“ Oder: „Meine Bratwurst gehört zu mir – wie zum Männerballett Schnaps und Bier!“ bringen die Stadtoberen vielleicht noch zum Umdenken.

Protestwelle aus Reihen des Publikums

Sonst könnte sich eine neue Bewegung erheben: Enttäuschte Menschen, die bei ihren Pommes Schranke vor der Halle – aus Protest – auf Mayonnaise verzichten. Damit alles in der Farbe des Widerstands erstrahle: Rote Hackfruchtfritten statt gelber Westen!

Aufgebrachte Massen, die Schiedsrichter ihrer Deutungshoheit, also der Trillerpfeifen berauben. Denn ab sofort muss gelten: Kein Anpfiff ohne Currywurst.

Von Manuel Niemann

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