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Oschatz Angeklagter fehlt beim Prozess – Staatsanwältin beantragt Haftbefehl
Region Oschatz Angeklagter fehlt beim Prozess – Staatsanwältin beantragt Haftbefehl
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17:00 09.01.2019
Im Prozess um einen schweren Raub bei Oschatz passierte am Mittwoch nicht viel. Einer der beiden Angeklagten fehlte. Quelle: picture alliance / dpa
Liebschützberg/Zausswitz/Leipzig

Justitias Mühlen mahlen mitunter recht langsam. Aus verschiedensten Gründen. Am Mittwoch war es Dominic B. (19), der das Geschehen im Prozess um einen schweren Raub bei Oschatz gänzlich zum Kippen brachte. Der Angeklagte war früh nicht im Landgericht Leipzig erschienen, weil er krank sei – der Beginn eines zähen Verhandlungstages, an dem zwangsläufig nicht wirklich viel passierte.

8.40 Uhr hatte Verteidiger Stefan Wirth einen Anruf von einem Freund seines Mandanten erhalten. Er ließ ausrichten, dass Dominic B. nicht kommen könne, er habe Grippe. Der Verteidiger drängte darauf, dass sein Mandant zum Arzt gehen solle, um dem Gericht ein ärztliches Attest vorlegen zu können. Dem Verteidiger zufolge habe der 19-Jährige nicht selbst angerufen, weil er kein Guthaben auf seinem Handy habe. In der Prozesspause folgten weitere Anrufe des Anwalts – mit der Order, unbedingt einen Arzt zu kontaktieren.

Termin beim Gutachter platzte auch

Offenbar ist der junge Mann schon länger unpässlich. Bei einem für den 3. Januar vereinbarten Termin beim psychiatrischen Gutachter fehlte er auch. Wegen Grippe. Per Mail entschuldigte ihn seine Schwester, ihr Bruder könne ja nicht schreiben. Ein Attest würde schnellstmöglich nachgereicht, schrieb sie. Es kam aber nicht. „Es sieht so aus, als ob sich Dominic B. drücken will“, meinte der Vorsitzende Richter Michael Dahms und unterbrach die Verhandlung bis 12 Uhr. Um abzuwarten, ob dann ein Attest vorliegt. Anderenfalls werde die Strafkammer darüber nachdenken, den Haftbefehl wieder in Vollzug zu setzen.

Telefonate für ein Attest ohne Ergebnis

12 Uhr war die Situation unverändert. Der Verteidiger hatte aber zwischenzeitlich mit seinem Mandanten gesprochen. Dieser befinde sich gerade im Krankenhaus Freiberg. Weiteres Warten. Wieder Pause. 13.30 Uhr lag dem Gericht noch immer kein Krankenschein vor. Ein Telefonat der beisitzenden Richterin in der Klinik ergab, dass tatsächlich zwei Männer da gewesen seien und einer wegen Durchfalls einen Krankenschein gewollt habe. Weil offenkundig kein Notfall vorlag, lehnte das Krankenhaus eine Behandlung ab und verwies den jungen Mann an den Hausarzt. Dessen Praxis öffnete 14.30 Uhr. Pause – und allmählich auch Frust bei den Prozessbeteiligten, die zum Teil beschwerliche Wege auf sich genommen hatten und die Zeit besser hätten nutzen wollen.

Gericht verhandelt ohne Angeklagten

Dem Gericht sind die Hände gebunden, einfach weiter verhandeln geht nicht. Das ist nur bei eigenmächtiger Abwesenheit möglich. Wieder Pause. 15.01 Uhr ist klar, dass der junge Mann nicht beim Arzt aufgetaucht und in der fraglichen Praxis auch nicht Patient ist. Staatsanwältin Birgit Kraft beantragt daraufhin, den Haftbefehl gegen den Freiberger wieder zu vollstrecken. Nach erneuter Beratung der Jugendkammer wird der Prozess 15.40 Uhr in Abwesenheit des Angeklagten Dominic B. fortgesetzt. Die Voraussetzungen dafür liegen nach Ansicht des Gerichts vor. Seine Entschuldigung ist „vorgeschoben und unglaubhaft“, eine Krankheit nicht belegt, so Richter Dahms.

Laut Anklage sollen er und Marco W. (45) im Juli 2018 in die Wohnung einer 74-jährigen Frau in Zaußwitz eingedrungen sein und die Rentnerin mit Pfefferspray attackiert haben. Beide hatten sich wie berichtet zu Prozessauftakt gegenseitig beschuldigt. Die Zeugen sollen nun am 16. Januar vernommen werden.

Von Saskia Grätz

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