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Oschatz Außerplanmäßige Ausgaben: Kosten für Niedergoselner Feuerwehr übersteigen 400.000 Euro
Region Oschatz Außerplanmäßige Ausgaben: Kosten für Niedergoselner Feuerwehr übersteigen 400.000 Euro
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08:00 02.02.2019
Es kommt anders als geplant: Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Niedergoseln wird deutlich teurer. Quelle: Jana Brechlin
Mügeln

Der Mügelner Stadtrat hat am Donnerstagabend beschlossen, außerplanmäßig weitere 76.000 Euro in die Erweiterung der Niedergoselner Feuerwehr zu stecken. Trotz einer gut halbstündigen Diskussion entschieden die 17 anwesenden Stadträte und Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wähler) letztlich einstimmig: Auch weil ihnen kaum eine andere Wahl blieb.

Brandschutz sorgt für Mehrkosten

„Das Dach, das geplant war, entsprach nicht den brandschutzrechtlichen Forderungen“, erklärte Bauamtsmitarbeiter Enrico Naumann, wie die Mehrkosten zustande kamen. Das Planungsbüro habe sich korrigieren müssen, daher sei es zu längeren Bauunterbrechungen gekommen. Die Änderungen, die vorgenommen werden mussten, seien so kostenintensiv, dass sie der Kommune jetzt „auf die Füße fallen“.

Zudem konnten Firmen durch die Verzögerung nicht anfangen zu arbeiten und in der Folge Angebotspreise nicht halten. Eine vorgesehene Styropordämmung musste durch Steinwolle ausgetauscht und auch der Putz dementsprechend angepasst werden, wurde Bürgermeister Ecke konkret.

Planungsbüro soll für Fehler aufkommen

Er kündigte an, dass es in der kommenden Woche ein Gespräch mit dem Planungsbüro Phase 10 Ingenieur- und Planungsgesellschaft geben werde. „Wir haben verschiedene Planungsfehler angemerkt und möchten, dass dies über die Versicherung des Planungsbüros geklärt wird, um nicht auf den hohen Kosten sitzen zu bleiben“, sagte er. Er bereitete die Stadträte darauf vor, dass dies vermutlich mit einem längeren Rechtsstreit verbunden sein kann. „Vielleicht gibt es aber auch eine andere Lösung“, deutete er vage an.

„Es ist irre, wie sich die Baupreise geändert haben. Es tut richtig weh. Wenn wir gewusst hätten, dass es so teuer wird, hätten wir uns als Stadtrat wahrscheinlich anders entschieden. Aber was wäre dann mit der Feuerwehr passiert?“ fragte Ecke.

Unfallkasse bemängelt Umkleideraum

Bei einer Ortsbegehung hatte die Unfallkasse die Umkleide der Kameraden bemängelt – der Anlass für den Umbau. Eine Fertigstellung der Erweiterung war ursprünglich für 2018 geplant.

Die anfänglichen Baukosten von 214.000 Euro waren zuletzt auf 360.000 Euro angewachsen, auch weil die ursprüngliche Baufirma immer wieder mit Nachträgen zum ersten Angebot vorstellig wurde. Dafür habe es laut Ecke keine Begründung gegeben, die Stadt trennte sich daher und beauftragte neu.

Planungsbüro soll Stadtrat Fragen beantworten

Stadtrat Jens Reichel (CDU) sah die erneute Kostenerhöhung jedoch nicht vorrangig in gestiegenen Baupreisen: „Was hier passiert, das läuft doch völlig aus dem Ruder.“ Ursache sei dafür das Planungsbüro. „Jetzt sind wir bei über 400.000 Euro. Wenn wir so weiter machen, landen wir bei einer halben Million“, befürchtete er.

Dem schloss sich Michael Kretzschmar (SV Mügeln-Ablass) an: Die Preise seien gestiegen, aber seiner Meinung nach sei hier „ein ganz klarer Planungsfehler“ passiert. „Wo war denn die Bauüberwachung?“ fragte er.

„Wir können auch gern im Februar das Planungsbüro in den Stadtrat holen, um es Rede und Antwort stehen zu lassen“, bot Bürgermeister Ecke an und fand breite Zustimmung. Es sei schwierig, so einen Beschluss zu fassen, wenn sie nicht wüssten, ob sie auf den Mehrkosten sitzen blieben, befand Rüdiger Demme (Freie Wähler).

Einstimmig gegen Baustopp

Letztlich blieb ihm, wie den übrigen Räten, nichts anderes übrig: Denn ohne Beschluss, hätten bereits am nächsten Tag die Baufirmen weggeschickt werden müssen. „Wir können ja gar keinen Baustopp machen“, urteilte der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Hanns (CDU). Er erreichte, dass im Protokoll vermerkt wurde, für den Schaden Ersatz zu fordern.

Eigentlich sollten am Abend auch Arbeiten in den Außenanlagen per Beschluss vergeben werden. Weil die Zuarbeit vom Planungsbüro fehlte, wurde dieser Tagesordnungspunkt kurzerhand abgesetzt.

Von Manuel Niemann

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