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Oschatz Bärtiger Besuch für Ryan (3) und die Kinder der Lebenshilfe in Oschatz
Region Oschatz Bärtiger Besuch für Ryan (3) und die Kinder der Lebenshilfe in Oschatz
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22:18 08.12.2019
Schuhe putzen für den Nikolaus – auch in der Wohnstätte für Kinder und Jugendliche war das ein Muss. Quelle: Foto: Kristin Engel
Oschatz

Mit großer Vorfreude machten sich am Donnerstag die Kinder in dem märchenhaften Gebäude der Lebenshilfe in der Grenzstraße in Oschatz ans Werk. Denn die Schuhe sollten für den Nikolaus, der des Nachts leckere Naschereien vorbei brachte, glänzen. Sie schnappten sich Bürste und Lappen und putzten, was das Zeug hält.

Laura (12), Orlando (9), Sina (5) und Ryan (3) waren sichtlich aufgeregt. Was würde der Bärtige wohl in ihre Schuhe stecken? Und würden sie ihn sehen, wenn sie nur lange genug wach blieben? So viele Fragen brannten ihnen auf den Lippen. Gemeinsam sangen sie „Lasst uns froh und munter sein“. Mit ganzer Kraft und viel Enthusiasmus sang der kleine Ryan die Textstelle „Bald ist Nikolausabend da, bald ist Nikolausabend da.“

Kinderzimmer für die Jungs

Während er mit seinen Freunden fleißig die Schuhe putzte, waren Brüderchen Milon und Papa Jens Hanisch dabei, die neue Wohnung einzurichten. Viel mehr noch: Das perfekte Kinderzimmer für die beiden Jungs zu gestalten.

So können Sie spenden: Hier wird es erklärt.

Und mit der Aktion „Ein Licht im Advent“ soll dieses für die Kinder zu einem kleinen Paradies mit Hochbett und Schreibtisch, Spielteppich und mehr werden. Während Milon sich eine rote Wand im Kinderzimmer wünscht, möchte Ryan eine blaue. Auch wenn die beiden Jungs den Papa damit vor eine echte Herausforderung stellen, möchte er ihnen diesen Wunsch gern erfüllen. So geht es in Kürze an den Anstrich der Wände.

Ryan und Mareike basteln gemeinsam Weihnachtssterne. Quelle: Kristin Engel

Doch bis es soweit ist, verbringt Ryan die Zeit in der herzlichen Umgebung der Wohnstätte für Kinder und Jugendliche. Mitarbeiterin Mareike Stengel hat er dabei besonders ins Herz geschlossen. Nachdem die Kinder ihre Stiefel sorgfältig vor ihre Zimmertür gestellt haben, ging es zum Weihnachtssterne basteln in den Aufenthaltsraum. Mit großer Konzentration wurden die gelben Sterne ausgeschnitten. Gelbes Krepppapier wurde zusammen gerollt und damit die Sterne verziert. Am Ende hingen die Sterne an dem großen bereits mit kleinen Weihnachtsmännern verzierten Ast.

Winterland in der Wohnstätte

Nicht nur hier ist die weihnachtliche Vorfreude gut zu spüren. Das ganze Gebäude ist mit viel Liebe dekoriert. Während ein Bereich mit weihnachtlichen Stuhlhussen und anderen Details auf den Weihnachtsabend hinfiebern lässt, tauchen die Kinder nebenan in ein Wintermärchen mit Eiskönigin Elsa, Schwester Anna und Schneemann Olaf ab. „Wir wollen, dass sich die Kinder hier wie Zuhause fühlen“, sagt Romy Direske, Bereichsleiterin der Wohnstätte für Kinder und Jugendliche.

30 Kinder im Alter zwischen drei bis 18 Jahren leben hier und werden in vier Gruppen von insgesamt 18 Mitarbeitern betreut. „Bei uns geht es nicht nach dem Alter. Die Großen helfen hier den Kleinen.“ Das Haus in der Grenzstraße besteht bereits seit 15 Jahren. Erst im vergangenen Jahr wurde hier ein neuer Spielplatz erbaut, den die Kinder längst erobert haben.

„Die Kinder und Jugendlichen haben bei uns ein herrliches Leben und können normal aufwachsen. Es fehlt ihnen an nichts“, sagt Romy Direske. Ryan geht in den Bummi-Kindergarten. Dieser gehört zur Lebenshilfe, was eine gute Zusammenarbeit für die Entwicklung und Förderung der Kinder ermöglicht.

Das Basteln zur Weihnachtszeit macht den großen und kleinen Kindern viel Freude. Quelle: Kristin Engel

Sint Nicolaas steht vor der Tür

Schon nach dem Aufstehen linsten die Kinder am gestrigen Nikolaustag aus ihren Zimmertüren und schauten, ob der Nikolaus Süßigkeiten in ihre Schuhe gesteckt hat. Am Nachmittag sahen die Kinder immer wieder eine Person draußen an den Fenstern vorbei huschen.

Sie staunten nicht schlecht, als der holländische Sint Nicolaas mit seinen Mohren herein kam. Die Mohren blickten in die Zimmer der Jungen und Mädchen und hinterließen kleine Leckereien. Eine große Freude für die Kinder. Gemeinsam wurden Weihnachtslieder gesungen.

Weihnachtstag bei Papa

Und zum Weihnachtsfest? „Auch da läuft alles so ab, wie man es von Zuhause kennt. Es gibt für jeden ein Geschenk, zum Abendessen lassen wir uns Kartoffelsalat und Wiener schmecken. Das Geschenke auspacken und damit spielen ist das Schönste“, so die Bereichsleiterin. Einige Kinder sind an den Weihnachtsfeiertagen bei ihren Familien.

So wird auch Ryan den ersten Weihnachstfeiertag mit seinem Bruder Milon und Papa Jens verbringen. Dann wahrscheinlich bereits im neuen Kinderzimmer und später dann mit ein paar besonderen neuen Überraschungen, die durch die Aktion „Ein Licht im Advent“ ermöglicht werden konnten.

Von Kristin Engel

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