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Oschatz Bornitzer setzt sich für Küchenprojekt in Uganda ein und fliegt nach Afrika
Region Oschatz Bornitzer setzt sich für Küchenprojekt in Uganda ein und fliegt nach Afrika
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06:00 28.01.2017
Vom Küchenprojekt für Uganda sind der Oschatzer Pfarrer Christoph Jochem (links) und der Liebschützberger Pfarrer Jochen Kinder (rechts) begeistert. Rico Bernecker aus Bornitz hat es ins Leben gerufen.
Vom Küchenprojekt für Uganda sind der Oschatzer Pfarrer Christoph Jochem (links) und der Liebschützberger Pfarrer Jochen Kinder (rechts) begeistert. Rico Bernecker aus Bornitz hat es ins Leben gerufen.
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Bornitz

„Wir haben es geschafft“, freut sich Rico Bernecker aus Bornitz. Der 23-Jährige engagiert sich seit knapp zwei Jahren in der Entebbe Erly Learning School mit angeschlossenem Waisenhaus in Uganda, unter anderem hat er ein Küchenprojekt ins Leben gerufen. Im Rahmen seiner Ausbildung absolvierte er 2015 ein fünfmonatiges soziales Praktikum in dem ostafrikanischen Staat, erledigte mit Waisenkindern die Hausaufgaben, betreute sie, spielte mit ihnen und unternahm Ausflüge (wir berichteten).

Immerhin 4600 Euro stehen nun auf dem Spendenkonto für die Fertigstellung des Gebäudes samt Innenausstattung zur Verfügung. Das Geld stammt etwa zur Hälfte aus den Kirchgemeinden Liebschützberg und Oschatz sowie aus Moritzburg, wo der Bornitzer derzeit ein Studium der Religionspädagogik mit Sozialarbeit absolviert. „Ein Großteil der Spenden kam durch meine Vorträge in der Kirchgemeinde Liebschützberg sowie durch Aktionen wie das Waschen von Autos, Grillabende und Kollekte sammeln zusammen“, berichtet Bernecker und fügt hinzu: „Es ist mir ein großes Bedürfnis, mich bei allen Beteiligten für die tolle Unterstützung zu bedanken.“

Die Schule in Uganda ist ein wichtiges und nachhaltiges Projekt

Das kann auch der Liebschützberger Pfarrer Jochen Kinder bestätigen. „Rico ist in unserer Kirche Gemeindeglied. Es geht darum, was kann im Leben aus Glauben erwachsen. Er geht als Christ mit offenen Augen durch das Leben und sah, wo er helfen kann. Die Schule in Uganda ist ein wichtiges und nachhaltiges Projekt. Man merkt, dass die Leute das annehmen. Ich habe niemanden getroffen, der die Nase gerümpft hat. Wir konnten als Kirchgemeinde helfen.“

Dass Rico Bernecker die Aktionauch über die Region hinaus bekannt gemacht hat, hebt der Oschatzer Pfarrer Christoph Jochem besonders hervor: „Ich stelle es mir nicht einfach vor, so etwas in Moritzburg anzustoßen.“

Nicht nur Geld, sondern auch Küchenutensilien sollen der Schule in Uganda zugute kommen. Dafür sammelte Bernecker im Freundeskreis zum Beispiel Besteck.

Geld für private christliche Schule

Heute startet der Bornitzer bereits zu seinem dritten Hilfseinsatz nach Entebbe in die private christliche Schule, in der zurzeit 76 Mädchen und Jungen der Klassenstufen 1 bis 7 von zehn Lehrern unterrichtet werden. Im vergangenen Jahr nahm der 23-Jährige sogar seinen Vater Udo mit. Beide krempelten die Ärmel hoch und begannen mit örtlicher Unterstützung mit der Verwirklichung ihres Projektes. „Der Rohbau der Küche steht. Jetzt soll das Dach gesetzt, die Türen und Fenster eingebaut und die Wände verputzt werden“, so Bernecker.

Diesmal begleitet ihn sein Mentor aus Leipzig vom Verein Malyaka-Haus und Freunde. Los geht es vom Flughafen Tegel in Berlin nach Istanbul. Von dort aus erfolgt der Weiterflug dann nach Entebbe. Den Flug bezahlt Bernecker übrigens aus eigener Tasche und mit finanzieller Unterstützung seiner Eltern. Bis zum 24. Februar soll der Einsatz dauern. „Wir werden zunächst die Schule besuchen und uns über den aktuellen Stand informieren. Schulleiterin Agnes wird dann die Bauleute kontaktieren, um das nötige Material zu beschaffen. Wir gehen davon aus, dass für das Projekt insgesamt etwa 5000 Euro benötigt werden“, schätzt der Bornitzer. In der Küche sollen möglichst wenige elektrische und elektronische Geräte zum Einsatz kommen, da die Energieversorgung in Uganda sehr problematisch sei und es oft zu Stromausfällen komme. Zwei Holländer hätten bereits im vergangenen Jahr zwei Spezialöfen für Holz- und Kohlefeuerung spendiert, die nicht zuletzt auch ressourcenschonend sind. „Wir hoffen, dass der Bau so gut voran geht, dass wir bis zu unserem Rückflug die Küche komplett fertiggestellt haben“, wünscht sich Bernecker, der während seines Aufenthaltes wieder wie bereits bei seinen beiden letzten Einsätzen privat bei seiner Gastfamilie, die neun eigene Kinder und vier Adoptivkinder hat, unterkommt. Über seinen Aufenthalt und seine Erlebnisse will Bernecker von Uganda aus aktuell berichten, soweit es die technischen Gegebenheiten jedenfalls erlauben.

Von Heinz Großnick