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Oschatz Oschatz: Ruinen-Grundstück am Fliegerhorst nicht verkauft
Region Oschatz Oschatz: Ruinen-Grundstück am Fliegerhorst nicht verkauft
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11:09 06.06.2019
Das Neue Forsthaus am Fliegerforst brannte 2010 nieder. Quelle: privat
Leipzig/Oschatz

Hinter sattem Grün und einem orangefarbenen Elektrozaun sind noch immer die verkohlten Reste einer einstmals stolzen Gaststätte zu sehen. Ein Brand, dessen Ursache nie geklärt wurde, eine nicht bezahlte Versicherungssumme und dieses brachliegende Grundstück.

Das ist der Stoff, aus dem die traurige Geschichte des Neuen Forsthauses gemacht ist. Am Mittwoch sollte sie bei einer Zwangsversteigerung der Immobilie am Amtsgericht Leipzig ihr Ende finden. Doch die Sparkasse, an die das Grundstück nach langem Kampf des Betreiberpaares fiel, war mit den Angeboten der Bietenden nicht zufrieden und legte bei einem gebotenen Höchstwert von 10 500 Euro nach dem letzten Hammerschlag schließlich ihr Veto ein: Das Kreditinstitut verweigert den Zuschlag zum zweiten Male.

Sparkasse ist das Höchstgebot zu gering

Das Grundstück in Oschatz-Fliegerhorst, auf dem die Gaststätte neues Forsthaus stand, steht in Leipzig zur Versteigerung aus. Quelle: Anna Schade

Zehn Euro pro Quadratmeter, so schätzte ein Gutachter den Wert des 2530 Quadratmeter großen Grundstückes ein, das bis zu dem Brand Ende Mai 2010 das Gasthaus und eine Bowlingbahn beherbergte. Ein auf den ersten Blick niedriger Preis, wäre da nicht der Schutt, der seit dem zerstörerischen Feuer auf dem Grundstück liegt und zu dem sich neu hinzukommen Müllberge gesellen, illegal abgeladen von Unbekannten. Die Kosten der Beseitigung werden in dem Gutachten auf stolze 50 000 Euro geschätzt. Für den Käufer ergäben sich bei Erwerb der Immobilie also weitere Ausgaben, und so wird die Versteigerung mit einem Verkehrswert von nur einem symbolischen Euro eröffnet. Sieben Interessenten sind in den Saal 101 des Amtsgerichts in Leipzig gekommen. Eine elegante Dame in Pumps und Etui-Kleid betritt den Saal spät, macht sich Notizen und wird kein Gebot abgeben.

Vier Parteien bieten mit

Zwei junge Männer dagegen, beide locker in kurzen Shorts und mit Flip-Flops gekleidet, ergreifen Initiative: 1600 Euro. Drei weitere Bieter schalten sich ein, schnell klettert der Wert auf 2000, 4000 und schließlich 7500 Euro. Dann kommt lange nichts, bis schließlich Adriane Faber, Immobilienspezialistin der Sparkasse und anwesend in ihrer Rolle als Gläubigerin, deutlich macht: Sie ist nicht bereit, den Zuschlag zu geben, wenn die Bietenden mit ihren Angeboten nicht nach oben gingen. „Überlegen Sie es sich“, sagt sie an die Interessenten gewandt, „das ist ein schönes Grundstück“. Unter den Angesprochenen erhebt sich eine Gegenstimme: „Mehr wird bei diesen Entsorgungskosten niemand bezahlen“, wendet einer der Bieter ein. Dann tritt wieder Schweigen ein. Es ist 10 Uhr 30, die Uhr tickt, um 10 Uhr 37 ist das Ende der Versteigerung durch die Rechtspflegerin angesetzt.

Neuer Termin im September

Ein Tuscheln unter jenen, die nicht alleine zur Verhandlung gekommen sind, ein Zögern – schließlich geht der Höchstbietende mit seinem Angebot noch einmal nach oben. 10 500 Euro für das Grundstück, auf dem einstmals das florierende Gasthaus stand, stehen nun zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten. Der Hammer fällt – und die Sparkasse legte erneut ihr Veto ein. Der Verkauf kommt nicht zustande. Nun steht ein dritter, letzter Versteigerungstermin an und die bewegte Geschichte des Grundstückes am Fliegerhorst nimmt dann wohl wirklich ihr Ende, denn ein weiteres Mal den Zuschlag verweigern kann die Sparkasse Leipzig nicht.

Von Anna Flora Schade

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