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Oschatz Canitzer hoffen auf „Fernsehgeld“ für ihre Kirche
Region Oschatz Canitzer hoffen auf „Fernsehgeld“ für ihre Kirche
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06:00 13.08.2019
Um eine größere Spendensumme bewirbt sich der Förderverein zum Wiederaufbau der Kirche Canitz mit seinem Auftritt im Fernsehen. Quelle: Foto: Axel Kaminski
Zaußwitz/Canitz

Wenn am Sonnabend der MDR mit einem Kirchendenkmals-Spezial seiner Sendung „Mach Dich ran“ aus dem Riesaer Stadtteil Canitz sendet, gehört der Zaußwitzer Thomas Weber zum Team Canitz. Es tritt im Sachsen-Vorausscheid gegen Langhennersdorf an, bei dem ermittelt wird, wer in der nächsten Runde am 14. September auf die Vertreter aus Sachsen-Anhalt und Thüringen treffen wird.

Vorschau für die Sendung ist schon im Kasten

Thomas Weber, der aus Mochau stammt, ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Kirchspiels Liebschützberg. Zu diesem gehört die diesseits und jenseits der Kreisgrenze aufgestellte Kirchgemeinde Borna-Canitz. „Der MDR war schon vor Ort, um mit uns einen kurzen Einspieler zur Werbung für diese Sendung aufzunehmen“, erzählt der Zaußwitzer. Er und seine Mitspieler Reiko Pöschel, Corinna Andrich-Gebauer, Steffen Krechlak sowie die „Ersatzspieler“ Robert Lehmann und Katrin Risse wissen, dass es für die erste Spielrunde einen, für die zweite zwei und für die am Sonntag in Langhennersdorf stattfindende letzte Runde drei Punkte gibt. Welche Art von Spielen sie da erwarte, sei völlig unbekannt. Das könne mit Schnelligkeit und Geschicklichkeit ebenso zu tun haben wie mit Logik.

10 000 Euro sind schon sicher

„Allein dass das Canitzer Projekt ausgewählt wurde, bringt dem Verein zur Förderung des Wiederaufbaus der Kirche 10 000 Euro in die Kasse“, schildert Thomas Weber den Glücksfall für den Verein und die Kirchgemeinde. Je nachdem, ob man sich für die Endrunde qualifiziere und welchen Platz man dort belege, könne diese Summe auf 200 000 Euro steigen.

„Das ist ein toller Schub für das Anliegen des Fördervereines“, betont Thomas Weber. Dabei dürfe man aber nicht aus den Augen verlieren, dass mit dem Geld aus dem Fernsehauftritt allein – wie hoch auch immer es ausfallen werde – der Bau nicht fertigzustellen sei. Was der Verein mit Eigeninitiative sowie der Unterstützung aus dem Leader-Programm der Europäischen Union und Mitteln der Landeskirche erreicht habe, sei mehr, als mancher für möglich gehalten habe.

Förderverein hat Kirche wieder sichtbar gemacht

Von der aus dem 13. Jahrhundert stammenden und Ende des 17. Jahrhunderts barock überformten Kirche, die Mitte der 1970er Jahre wegen Baufälligkeit abgerissen worden war, standen nur noch Giebel und Grundmauern. Fuhr man auf der Straße von Canitz nach Bornitz am Friedhof vorbei, war das Gebäude hinter der Friedhofsmauer kaum zu sehen. Mittlerweile stehen die Außenmauern des Kirchenschiffes wieder und ein Notdach schützt den Innenraum vor der Witterung. Dabei hat sich Förderverein bei diesem „Provisorium“ nicht auf eine billige Lösung mit überschaubarer Nutzungsdauer eingelassen. „Das massive Ziegeldach könnte durchaus 100 Jahre halten“, zeigt sich Thomas Weber überzeugt. Das Geld aus der MDR-Aktion könne deshalb in den Innenausbau gesteckt werden.

Wiederaufbau der Kirche hat viele Unterstützer

Im Kirchspiel mit seinen acht Kirchtürmen – Canitz ohne Turm einmal mitgerechnet – gibt es laut Thomas Weber allgemein keinen Neid und auch keinen auf die Canitzer mit ihrer Chance auf einen Gewinn. „Ich höre da eher etwas wie Stolz darauf, dass sie diese Idee hatten und ihre Bewerbung erfolgreich war“, schätzt der stellvertretende Vorsitzende des Kirchspielvorstandes ein. Auch die Nachbarn der Canitzer würden anerkennen, dass der Wiederaufbau dieser Kirche schon immer viele Unterstützer hatte. Das hänge sicher auch mit der engen Verzahnung von Sportgemeinschaft, Kirche und Jugendklub zusammen, die räumlich gesehen Nachbarn seien, wo es personelle Überschneidungen gäbe und man diese Nachbarschaft auch durch gegenseitige Unterstützung lebe.

Nach Ansicht von Thomas Weber hat sich in der Landeskirche der Standpunkt durchgesetzt, Kirchengebäude generell zu erhalten. Seit 2015 sei man zur Bildung von Rücklagen für die Sanierung verpflichtet und man unterscheide zwischen der Kategorie A und B. Er ist überzeugt davon, dass diese Orte des Glaubens eines Tages wieder stärker gefragt sein werden. Dass man in Canitz jetzt die Gottesdienste im Gemeindehaus oder bei passender Witterung auch im Freien feiere, sei für ihn kein Grund, es dort beim vorhandenen Zustand zu belassen. „Unser Ziel ist ganz klar, dass die Canitzer Kirche wieder für den Gottesdienst nutzbar ist“, unterstreicht Thomas Weber. Der Ort mit seinen 600 Einwohnern und 100 Gemeindegliedern habe auch das Potenzial, dass die Kirche ein lebendiger Ort werde.

Pfarrer dringend gewünscht

Was der Kirchgemeinde zu ihrem Glück fehle, sei derzeit vor allem ein Pfarrer. Nach der Wahl von Jochen Kinder zum Superintendenten des Leipziger Landes ist die hiesige Pfarrstelle vakant. Jochen Kinder hatte hier einige Bauprojekte vorangetrieben und noch die Teilnahme der Canitzer an der MDR-Aktion auf den Weg gebracht.

Am Sonnabend und Sonntag ist das Team Canitz beim Fernsehprojekt auf sich selbst gestellt. Wer den Verein bei seiner Arbeit unterstützen will, kann dies mit einer Spende auf das Konto DE58 8505 5000 3033 0386 88 unter dem Verwendungszweck „Aufbau Kirche Canitz“ tun.

Von Axel Kaminski

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