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Oschatz Carolin Bernhardt will Dahlen und Wermsdorf Impulse geben
Region Oschatz Carolin Bernhardt will Dahlen und Wermsdorf Impulse geben
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20:00 28.08.2019
Carolin Bernhardt ist Citymanagerin für Dahlen - hier mit Bürgermeister Matthias Löwe vor dem Rathaus der Heidestadt - und Wermsdorf. Quelle: Foto: Jana Brechlin
Dahlen/Wermsdorf

Carolin Bernhardt kommt jetzt regelmäßig aus Leipzig in die Region. In Dahlen und Wermsdorf sind ihre neuen Arbeitsstellen. Die gebürtige Bitterfelderin ist seit Juni Citymanagerin für beide Kommunen. Sowohl die Heidestadt als auch Wermsdorf können dafür auf Mittel aus dem Förderprogramm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren zurückgreifen. Bedingung: Einen Profi für das Management anheuern.

„Dazu braucht man fachliche Expertise von außen“, meint Dahlens Bürgermeister Matthias Löwe (WHD). Den Auftrag erhielt das Leipziger Büro Stadt und Handel, das bereits City- und Quartiersmanagements betreut, wie das Innenstadtmanagement in Torgau und das Quartiersmanagement Dessau-Roßlau. In Wermsdorf und Dahlen ist sie im Wechsel aller 14 Tage, jeweils vier Stunden sieht der Auftrag vor.

„Zunächst ist es an mir, auf die Akteure zuzugehen und Gespräche zu führen. Die Verbindung zu den Bürgermeistern ist ganz wichtig, weil diese natürlich ganz genau wissen, wo in ihrer Stadt Bedarf ist“, beschreibt sie die ersten Schritte ihrer Arbeit. Ziel des Projektes sei die Stärkung der jeweiligen Zentren durch neue Impulse für alle Beteiligten wie Verwaltungen, Gastronomie oder auch Handel.

Marktplatz braucht Belebung

Beide Kommunen haben das Citymanagement gemeinsam ausgeschrieben, jedoch weisen sie jeweils unterschiedliche städtebauliche Strukturen auf: „In Wermsdorf bildet das Alte Jagdschloss das Zentrum der Gemeinde mit angrenzenden zentralen Einrichtungen und Dienstleitungen. Dahlen besitzt einen klassischen Markt und Stadtaufbau“, so Carolin Bernhardt. Bürgermeister Matthias Löwe verweist darauf, dass die Stadt mit der Sanierung des Platzes zunächst den Rahmen geschaffen hat, jetzt gelte es, diesen zu beleben. „Der Markt in Dahlen hat viele Funktionen: Die Fläche wird als Parkplatz genutzt, ist aber auch Dienstleister zum Wochenmarkt und soll zum Verweilen einladen“, so Löwe. Leider sei der Einzelhandel wie vielerorts in kleineren Städten rückläufig, zur Belebung müsse man sich daher etwas anderes einfallen lassen. Ein Wunsch sei, jemand zu finden, der vor Ort ein Café betreibt. „Auch Veranstaltungen, die überregional wirken, können ein Baustein sein. Dafür brauchen wir das Citymanagement, das die nötigen Kontakte herstellt“, so Löwe.

Erste Ideen bereits umgesetzt

Jeder, der Fragen oder Anregungen habe und etwas zur Belebung der Ortszentren beitragen wolle, sei eingeladen, sich zu melden, versichert Carolin Bernhardt. Regelmäßige Sprechstunden bieten dafür eine Plattform. „Ich sammle die Ideen, vermittle und unterstütze. Das Citymanagement soll eine Schnittstelle zwischen Verwaltung und Bürgern sein“, sagt sie. Aus dem Verfügungsfonds könnten dann auch Projekte Zuschüsse erfahren. „Das ist ein unkompliziertes Förderinstrument für kleinere Initiativen.“ Wermsdorf hat davon bereits profitiert. „Zuschüsse gab es für das Buch von Jens Kunze über König Albert und das Alte Jagdschloss und für einen Schaukasten der evangelischen Kirchgemeinde“, informiert Bürgermeister Matthias Müller. Ein Entscheidungsgremium aus Vertretern von Verwaltung, Unternehmen und Vereinen stimme jeweils über die Vergabe ab. Dort sei auch die Idee von Kurt Kirpal, die Masten der Straßenbeleuchtung mit Blumenampeln zu bestücken, auf positive Resonanz gestoßen. „Das finden wir richtig gut und werden das im Frühjahr umsetzen“, kündigte Müller an.

Das Citymanagement in Dahlen und Wermsdorf voranzutreiben ist eine Herausforderung. Gerade angesichts sich verändernder Lebensbedingungen haben es kleine und mittlere Städte heute schwer im Wettbewerb zu bestehen. „Das ist nicht ganz einfach“, räumt Carolin Bernhardt ein, „der Handel steht unter großem Druck und wir wollen sehen, welche Möglichkeiten in Gastronomie und Tourismus stecken, um die Menschen in die Region zu ziehen.“ In Wermsdorf sei man sich einig, dass der Fokus auf Unterstützung für den Tourismus gerichtet werden soll. „Unsere Gastronomen und Anbieter in der Branche sind da wichtige Partner“, unterstreicht Matthias Müller.

Heute stelle sich die Frage, welche Bedeutung Ortszentren angesichts des demographischen Wandels und der Präsenz des Onlinehandels noch zukommt, meint Citymanagerin Carolin Bernhardt. „Als Planungsbüro sehen wir aber Potenzial für die Innenstädte als Orte der Begegnung“, bekräftigt sie optimistisch und fügt hinzu: „Es ist wichtig, dass alle Akteure positiv gestimmt sind und sich aktiv an der Gestaltung der Ortszentren beteiligen. Ich bin Impulsgeberin und habe viele Ideen, aber ohne tatkräftige Unterstützung der lokalen Akteure kann es nicht gelingen.“

Nachhaltigkeit statt Eintagsfliegen

Das sieht auch Dahlens Bürgermeister Matthias Löwe so. Man wolle durch das Citymanagement – zunächst angelegt auf ein Jahr mit der Option zur Verlängerung auf drei Jahre – nachhaltige Strukturen mit den Akteuren vor Ort schaffen. „Eintagsfliegen bringen uns nicht weiter.“ In Wermsdorf ist zum Beispiel der Verein zur 800-Jahrfeier bereits mit im Boot. „Dieser kümmert sich um die Abwicklung der Projekte. Dass sich Menschen, die gemeinsam etwas erreichen wollen, zusammenfinden, funktioniert in Wermsdorf zum Glück sehr gut“, konstatiert Gemeindeoberhaupt Matthias Müller.

Nächste Sprechstunde. 3. September Altes Jagdschloss Wermsdorf, 17. September Rathaus Dahlen, jeweils 9 bis 11 Uhr.

Von Jana Brechlin

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