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Oschatz Dahlener Markt bekommt neues Pflaster und wird fast barrierefrei
Region Oschatz Dahlener Markt bekommt neues Pflaster und wird fast barrierefrei
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00:46 21.04.2018
Matthias Löwe Quelle: Foto: Axel Kaminski
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Dahlen

Der Dahlener Stadtrat hat Ende November den Auftrag zur Umgestaltung des Marktes vergeben. Über Planungen und Entwürfe ist im Rat und auf einer Einwohnerversammlung schon informiert und diskutiert worden. Die Oschatzer Allgemeine wollte von Bürgermeister Matthias Löwe (WHD) wissen, wann der Bau beginnt, was konkret passieren soll und wofür das Geld tatsächlich reicht.

Herr Löwe, der Auftrag ist vergeben. Wann rollen die Bagger an?

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Das ist vom Wetter abhängig. Sobald es wieder frostfrei ist, werden die Tiefbauarbeiten aufgenommen. Nach der Auftragsvergabe erarbeitet die Firma in Zusammenarbeit mit dem von uns beauftragten Ingenieurbüro einen Ablaufplan. Möglicherweise sind zuerst nicht die Bagger, sondern die Sägen vor Ort. Der gesetzliche Rahmen gibt uns vor, dass die Baumfällarbeiten bis Ende Februar erledigt sein müssen. Die Zeitschiene der Arbeiten wird bei der Einwohnerversammlung am 8. Januar, 18.30 Uhr in der Aula der Grundschule vorgestellt.

Zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes am ersten Advent sprachen Sie davon, dass man 2018 auf dem neue Markt feiern werde. Dann sind die Arbeiten schon abgeschlossen?

Als reine Bauzeit sind sechs bis sieben Monate geplant. Die Baumaßnahme enthält nur einen kleinen – und wie ich meine – beherrschbaren Anteil an Neu- oder Umverlegungen von Medien. Allerdings bin ich mir auch darüber im Klaren, dass wir historisches Areal anfassen. Die Archäologie ist mit an Bord. Wird sie fündig, könnte das Verzögerungen bedeuten. Wenn dabei eine Schatulle mit Goldstücken zum Vorschein käme, wäre das für die Finanzierung angenehm. Aber im Ernst: Das Rathaus stand früher an anderer Stelle. Ich weiß, dass einige Historiker sich im Zuge der Arbeiten am Markt davon neue Erkenntnisse erhoffen.

Noch einmal zum Thema Finanzierung: Die steht auch ohne die Schatulle, oder?

Ja. Wir nutzen die Städtebauförderung, zu der Bund, Land und Kommunen jeweils ein Drittel der Kosten beisteuern. Während wir diesen Antrag vorbereitet hatten, wurde das Programm „Brücken in die Zukunft“ aufgelegt. Dort müssen wir nur ein Viertel an Eigenmitteln beisteuern. Über dieses Möglichkeit ist die Förderung von Infrastruktur möglich. Das sind im Falle unseres Marktes zum Beispiel die Fußwege, Parkmöglichkeiten und die verkehrsberuhigte Zone im Bereich des Brunnens. Um diese für uns günstigere Möglichkeit in Anspruch zu nehmen, hat die Verwaltung die Planungen überarbeitet und zwei Fördermittelanträge gestellt. Diese sind bewilligt und unsere Eigenanteile sind im Doppelhaushalt für 2017/18 eingeplant.

Wird der Markt jetzt gebaut, weil es günstige Konditionen für die Förderung gibt?

Der Markt ist der Dreh- und Angelpunkt des städtischen Lebens und eine Art Visitenkarte. Diesen Funktionen wird er nicht mehr gerecht. Man kann nicht gefahrlos um den Markt herum laufen und ihn mit Gehhilfen oder Kinderwagen nur mühsam überqueren. Das schadet dem Handel und den Dienstleistern, erschwert den Bürgern auch den Weg ins Rathaus. Das soll sich durch die Baumaßnahme grundlegend ändern. Von dem, was wir jetzt hier vorhaben, sollen die nächsten Generationen profitieren. Ich bin ja nicht als Bürgermeister angetreten, um nur die nächsten sieben Jahre im Blick zu haben.

Welche sind die gravierendsten Änderungen, die beim Umbau realisiert werden?

Das Pflaster. Da war ich von der ersten Beratung an mit den Denkmalbehörden hart. Dieses Pflaster kommt nicht wieder auf den Markt. Da es nicht mehr komplett vorhanden ist und sich dieser Stein in dieser Form nicht mehr beschaffen lässt, hat die Behörde letztlich unseren Standpunkt mitgetragen. Es kommt ein Granit aus der Mittweidaer Gegend auf den Platz. Da wird es zwar auch Fugen geben, aber insgesamt eine glatte Fläche. Das wird ein anspruchsvolles Unternehmen, denn der Markt soll, abgesehen von den Stufen in Richtung zur „Tanne“, barrierefrei sein – bei einem Höhenunterschied von 2,75 Metern. Wegen der Änderung des Profils müssen wir die vorhandenen Bäume fällen lassen. Dafür gibt es Neupflanzungen. Vorgesehen sind Kugelbäume, wie sie auf alten Luftaufnahmen des Platzes zu sehen sind. Übrigens wird eine Probe des neuen Belages bei der Einwohnerversammlung zu sehen sein. Eine weitere gravierende Änderung wird sein, dass rund um den Markt die Fußwege erneuert werden und dass man künftig auf dem Fußweg am Rathaus vorbeilaufen kann.

Der Markt wird nach dem Bau wieder Parkplatz sein, oder nicht?

Ja, es wird dort auch künftig Stellplätze geben. Während der Bauphase hoffen wir auf die Einsicht der Anwohner und Besucher. Da wir die Straßen hin zur Kirchstraße nicht bauen, bleiben die Kurzzeitparkplätze dort bestehen. Darüber hinaus gibt es noch den Parkplatz an der Wurzener Straße. Der Markt soll allerdings während der Bauphase Marktplatz bleiben. Wir wollen die mobilen Händler nicht umsiedeln. Sie sollen hier, zumindest in den Bereichen, in denen gerade nicht gebaut werden, für ihre Dahlener Kundschaft nach wie vor leicht zu finden sein. Außerdem ist mit dem Motorsportclub verabredet, dass der Start zu „Rund um Dahlen“ am 25./26. März vom Markt aus erfolgt – mit oder ohne Pflaster, vielleicht auch auf einer geschotterten Fläche.

Abgesehen von neuen Bäumen und einer neuen Beleuchtung – bleibt bei der sogenannten Stadtmöblierung alles beim Alten?

Da gibt es noch ein paar Fragezeichen. Der Brunnen ist undicht. Ob das mit einer einfachen Reparatur zu beheben ist oder ob da noch mehr passieren muss, wissen wir noch nicht. Der Sackhupper braucht mit Sicherheit einen neuen Sockel. In welchem Zustand die Figur selbst ist, müssen wir noch prüfen. Sackhupper und Brunnen sollen auf jeden Fall an ihren Standorten bleiben. Neue „Möbel“ gibt es für die Radfahrer. Die Abstellmöglichkeiten reichen nicht aus. Sie werden erweitert.

Der Markt grenzt an eine Staatsstraße, die hier noch dazu ein Nadelöhr hat…

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr haben wir frühzeitig in unsere Überlegungen einbezogen. Auch dort hatte man den noch nicht ausgebauten Bereich im Blick. Alle Höhenmaße sind miteinander abgestimmt. Der Einmündungsbereich am Rathaus soll grundlegend verändert werden. Aufweiten lässt sich die Straße an der Alten Apotheke jedoch nicht. Nach jetzigem Stand wird das Landesamt den Ausbau 2019 in Angriff nehmen.

Von Axel Kaminski

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