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Oschatz Dahlener Schlossverein erinnert an Brandkatastrophe 1973
Region Oschatz Dahlener Schlossverein erinnert an Brandkatastrophe 1973
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10:00 15.03.2019
Mit einer der seltenen Farbaufnahmen von der Brandkatastrophe erinnert der Schlossverein in seinem Kalender an die Geschehnisse im März 1973. Quelle: Foto: Rolf Lange
Dahlen

Keine architektonischen Details, keine Luftaufnahme, kein Innenschmuck – das März-Kalenderblatt des Kalenders, den der Dahlener Schloss- und Parkverein anlässlich seines zehnjährigen Bestehens herausgebracht hat, ziert ein Foto von der Brandkatastrophe 1973. Damit erinnern die Mitglieder an jene Nacht zum 21. März vor 46 Jahren, als im Obergeschoss des Gebäudes aufgrund eines defekten Kaminanschlusses ein Feuer ausbrach und sich zu einer Katastrophe auswuchs: Trotz stundenlangen Einsatzes zahlreicher Feuerwehren breiteten sich die Flammen aus und zerstörten weite Teile des Ober- und Dachgeschosses.

Karl Berger (l.) und Jan Krenkel mit dem Kalender 2019. Quelle: Schlossverein

Danach wurde die Ingenieurschule für Fleischwirtschaft, die sich bis dahin mit Internat im Schloss befand, geschlossen und das Gebäude dem Verfall preis gegeben. „Der Brand war für die Dahlener ein durchaus traumatisches Ereignis“, hatte Schlossvereinsvorsitzender Karl Berger schon früher erklärt. Der Anblick der Ruine habe die Einwohner viele Jahre sehr geschmerzt. Dabei sei man zunächst noch davon ausgegangen, dass das Schloss, in dem zu diesem Zeitpunkt auch Restauratoren beschäftigt waren, noch gerettet werden könnte – bis im April gleichen Jahres die Abrissbirne gegen die historischen Mauern prallte. „Das herrschaftliche Gebäude war der Staatsmacht offenbar ein Dorn im Auge“, sprach Berger aus, was damals schon für viele offen auf der Hand lag.

An Katastrophe erinnern

Einige der seltenen Farbaufnahmen von der Brandkatastrophe gelangen Rolf Lange, der Abzüge seiner Dias dem Schloss- und Parkverein für den Kalender zur Verfügung stellte. „Das gehört zur Geschichte und sollte nicht vergessen werden“, begründete Karl Berger die Motivwahl. In den nächsten Monaten wartet der Kalender dann wieder mit zahlreichen schönen Aufnahmen und historischen Abbildungen des Dahlener Schlosses auf.

Der Alte Fritz war in Dahlen

Dessen Bau geht zurück auf Heinrich Graf von Bünau, der das Gebäude mit dem H-förmigen Grundriss Mitte des 18. Jahrhunderts errichten ließ. Historische Bedeutung erlangte die Anlage, weil Friedrich II. hier als Oberhaupt von Preußen den Vertrag zum Hubertusburger Frieden ratifizierte. Während der Verhandlungen, die den Siebenjährigen Krieg 1763 beenden sollten, hatte der „alte Fritz“ im Schloss Logis bezogen.

Barockball geplant

Nachdem am Ende des Zweiten Weltkrieges die damaligen Besitzer das Schloss verließen, fielen Gebäude und Grundstück an die Stadt. Eine Renaissance erlebt der einstige Herrensitz erst seit der Wende. Seit 2009 hat sich der Schlossverein Erhalt und Nutzung auf die Fahnen geschrieben – mit sehenswertem Erfolg. Unterstützt von öffentlicher Hand und Sponsoren sind mittlerweile Dach und Fenster dicht, es gibt wieder eine Treppe ins Obergeschoss, Fassadenputz und zahlreiche Veranstaltungen. Als nächstes wird am Ostersonntag zum Märchenmusical eingeladen und im September ist sogar ein Barockball geplant.

Von Jana Brechlin

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