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Oschatz Das Summen in Lampertswalde
Region Oschatz Das Summen in Lampertswalde
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13:32 26.04.2019
Imker Lars Thieme aus Lampertswalde kontrolliert regelmäßig seine Bienenstöcke. Mittlerweile sind es über 40 Völker. Quelle: Kristin Engel
Lampertswalde

Mit Schwung öffnet Lars Thieme das Tor der Scheune und zum Vorschein kommt ein blühendes Paradies. Zu Recht trägt das Grundstück in Lampertswalde den Titel „schönste Streuobstwiese Nordwestsachsens“. Diese Auszeichnung bekam der Imker im vergangenem Jahr zum Tag der Sachsen in Torgau überreicht. Süßkirschen, Apfel- und Birnenbäume stehen gerade in voller Blüte. Einige Raritäten hat er hier gepflanzt. So wie die Franzens Wilde Kirsche. Der 36-Jährige legt großen Wert auf Arterhaltung und Vielfalt. Fällt ein Baum weg, gibt es Ersatzpflanzungen. Das Totholz des alten Baums dient wiederum als Biotop für Specht, Igel und andere Tiere. In den angebrachten Vogelhäusern sind die Vögel am brüten. Überall summt es in den Blüten. In den Bienenkästen im hinteren Teil der Fläche herrscht reges Treiben. Als Bienentränke nutzen die Insekten die Tränke der Schafe, die es sich zwischen den blühenden Bäumen gut gehen lassen. Um nicht zu ertrinken, haben sie Schwimmhilfen im Wasser. Dazu dienen Bretter, Steine und Korken.

Imkerei, eine Familientradition

Die Sonne scheint vom Himmel und die Bienen machen sich an die Arbeit. Die Bienenkästen befinden sich alle auf dem neuesten Stand. Nur vereinzelt erinnern ältere Kästen noch an ganz andere Zeiten. Das Grundstück ist bereits seit 1883 in Familienbesitz. Hier wurde Imkerei in den Anfängen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung betrieben. Lars Thieme weiß, dass auch sein Großvater noch geimkert hat. Doch dies habe er vor einigen Jahrzehnten eingestellt. Seit mittlerweile genau zehn Jahren erweckte der Enkel diese Tradition wieder zu neuem Leben. Hier bekam Lars Thieme erste Einblicke von einem Imker aus einem Nachbarort. Dieser gab ihm seine ersten Bienenvölker zusammen mit Hinterbehandlungsbeuten aus DDR-Zeiten. „Ich habe mit vier Völkern angefangen. Mittlerweile sind es um die 50 Völker. Mit der Zeit habe ich nach und nach auf Magazinbeuten umgestellt. Die Hinterbehandlungsbeuten hatten zwar auch ihre Vorzüge, aber die Magazinbeuten senken den Arbeitsaufwand enorm“, berichtet der 36-Jährige. Die Bienenvölker befinden sich nicht nur in Lampertswalde. Sie stehen ebenso in Bucha, Klötitz, seit März in Olganitz und seit Februar in der Gärtnerei der Lebenshilfe in Oschatz. Um die Arbeit managen zu können, ist gute Organisation gefragt. Aufgrund der unterschiedlichen Standorte, ist die flächendeckende Bestäubung gesichert. Zudem kann unterschiedlicher Honig geerntet werden. „Jeder Honig hat eine andere Farbe und schmeckt unterschiedlich. Das ist von Standort zu Standort verschieden.“ All sein Wissen hat sich der Mann aus Lampertswalde auf Weiterbildungen angeeignet. Einmal im Jahr verschlägt es ihn auch zu den Süddeutschen Imkertagen. Die Imkerei ist dennoch nur ein Nebenerwerb. Lars Thieme ist gelernter Erzieher und Naturpädagoge.

Schaden an der Bienenbeute

Die warme Jahreszeit lässt jedes Imkerherz höher schlagen. Doch schon im September ist die eigentliche Arbeit bereits wieder vorbei. Dann werden die Beuten für die Ableger vorbereitet, Wachsplatten eingelötet und die Bienen „winterfest“ gemacht. „Eben die typischen Winterarbeiten und die allgemeinen Vorbereitungen für die nächste Saison.“ In diesem Winter hatte sich ein Specht an einer Bienenbeute zu schaffen gemacht. Das Loch war schnell geflickt. Doch um zu kontrollieren, ob das Volk auch keinen Schaden genommen hat, musste sich der 36-Jährige etwas einfallen lassen. Denn bei kalten Temperaturen dürfen die Beuten nicht geöffnet werden. „Das zu kontrollieren ist eigentlich eine einfache Sache. Man hält ein Stethoskop an die Beute und klopft kurz an. Wenn ein kurzes Aufsummen ertönt, ist alles in Ordnung. Ist gar kein Summen zu vernehmen, ist davon auszugehen, dass sich kein lebendes Volk mehr in der Beute befindet. Dann sollte schon einmal nachgesehen werden. Ist ein langes Summen zu hören ist dies ein Zeichen dafür, dass keine Königin mehr da ist. Dieses Problem wird dann ab März behoben.“

Für die Bienensaison muss das ganze Material bereit liegen. Zwischen April und August ist die Draußen-Arbeit angesagt. Aktuell laufen die regelmäßigen Völkerkontrollen. Bei Bedarf müssen den Bienenvölkern neue Honigräume gegeben werden. Dabei handelt es sich um eine weitere „Etage“ auf den Bienenkästen. Ab Mai gibt es Schwarmkontrollen. Ende Mai folgt dann bereits die Rapshonigernte.

Königinnenzucht

Auch das Vermehren der Völker spielt beim Imker eine wichtige Rolle. Hierfür werden Ableger gebildet und Brutwaben entnommen. Was so einfach klingt, ist in Wirklichkeit um einiges komplizierter. Ein geschicktes Händchen ist hier gefragt. „Die Königinnenvermehrung übernehme ich selbst. Dafür wähle ich ein Volk mit guten Eigenschaften. Friedfertigkeit zum Beispiel. Ein Volk, was möglichst wenig schwärmt und guten Honig produziert.“

Viel Zeit verbringt Lars Thieme bald im Schleuderraum. Dafür hat er sich einen Teil der Scheune aus- und umgebaut. Das Schleudern verschlingt heute weit weniger Zeit als noch vor einigen Jahren. Drei bis vier Minuten dauert das Schleudern von acht Waben in der vollautomatischen Selbstwendeschleuder. Der Honig läuft raus, wird feingesiebt und in große Eimer, die sogenannten Hobbocks, abgefüllt. Später kommt der Honig in die Abfüllmaschine und wird von dort auf 250 beziehungsweise 500-Gramm-Gläser verteilt. Früher hat der Imker für acht Waben Handschleudern bis zu einer dreiviertel Stunde benötigt. Damals waren es zum Glück noch weit weniger Völker. Heute ist dies kaum noch vorstellbar.

Imkerei ist ein sehr schönes Handwerk. Ich bin froh, dass ich so viele Grundkenntnisse vermittelt bekommen habe und mir den Rest bei Weiterbildungen oder im Selbststudium aneignen konnte. Man darf als Imker keine Angst vor Stichen haben, sondern sollte einfach anfangen. Es ist eine tolle Tätigkeit und auch wenn eine Saison sehr anstrengend sein kann, freut man sich doch während des Winters immer darauf, dass bald wieder eine neue Saison beginnt und die Bienen wieder anfangen, Nektar zu sammeln.“

Von Kristin Engel

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