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Oschatz Das lassen sich die Parteien in Oschatz den Wahlkampf kosten
Region Oschatz Das lassen sich die Parteien in Oschatz den Wahlkampf kosten
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10:51 14.05.2019
Wahlwerbung neben anderer Werbung. Seit dieser Woche hängt Holger Mucke (CDU) Wahlplakate in Oschatzer Wohngebieten auf. Quelle: Anna Schade
Oschatz

Am 26. Mai wird in Oschatz der Stadtrat neu gewählt. Die Parteien begeben sich in Wahlkampf-Position. Das erklärte Ziel: Möglichst viele der eigenen Leute auf die 26 Sitze des Stadtrates zu bekommen. Dafür werden nun wenige Wochen vor der Wahl Plakate gehängt, Flyer verteilt und Facebook-Kampagnen gestartet. Die OAZ hat bei den Parteien in Oschatz nachgefragt, was sie sich den Wahlkampf kosten lassen – und worauf die einzelnen Kandidaten ihr Augenmerk legen.

CDU: Plakate werden jetzt gehängt

„Ein bisschen über 2000 Euro sind es schon“, antwortet CDU-Spitzenkandidat Holger Mucke auf die Frage, wie viel Geld seinem CDU-Stadtverband Oschatz-Liebschützberg für den Wahlkampf zur Verfügung steht. Konkreter möchte er nicht werden. Das Geld kommt aus Mitgliederbeiträgen und Spenden, der CDU-Kreisverband gibt nichts dazu. In dieser Woche haben der Betriebswirt Mucke und seine 14 CDU-Mitstreiter begonnen, die rund 50 Plakate in Oschatz und seinen Ortsteilen aufzuhängen. „Wir achten darauf, mehr in Wohngebieten sichtbar zu sein, als Straßen zu säumen“, erklärt er. Außerdem wurden 7000 Flyer gedruckt und erstmals dieses Jahr auch Facebook-Kampagnen gestartet. Die aber finanziert jeder Kandidat oder jede Kandidatin für sich selbst.

Linke: Geld kommt vom Kreisverband

Bei der Linken stellt der Kreisverband Nordsachsen insgesamt rund 3000 Euro für Wahlkampfausgaben zur Verfügung, sagt Andreas Sachse als Chef des Ortsverbandes Collm-Döllnitz. Das Geld allerdings müssen sich die sieben Ortsverbände in Nordsachsen dann teilen. „Spenden und Kandidatenbeiträge kommen hinzu“ erklärt Thomas Schneider, Gewerkschaftssekretär von Beruf und Spitzenkandidat für Die Linke in Oschatz. „Allerdings ist das bei uns vielleicht nicht so viel, wie bei anderen“, so Schneider. 150 Euro hat seine Partei für den Druck von 5000 Flyern ausgegeben, außerdem möchte der Ortsverband rund 150 Plakate hängen. Am Wochenende hat die Linke ihren aktiven Wahlkampf in Oschatz begonnen. Für den Stadtrat stehen sieben Kandidaten zur Wahl, Frauen sind nicht darunter.

FDP: Selbst gestaltete Plakate

Zahlen möchte Bauingenieur Thomas Grundmann von der FDP keine nennen. „Wir haben viel selber mit angepackt und ein kleines Budget“ – mehr will der FDP-Mann nicht verraten. Jeder der drei FDP-Kandidaten für Oschatz wird rund 50 Plakate aufhängen. „Die haben wir selbst gestaltet“, erzählt Grundmann stolz. Auf Flyer verzichtet die FDP in diesem Wahlkampf. „Wir wollen etwas für die Umwelt tun“, begründet Grundmann diesen Schritt, dafür wird es Kampagnen auf Facebook und auf Instagram geben. Die FDP steht in Oschatz mit drei männlichen Kandidaten zur Wahl. Spitzenkandidat ist der Busfahrer Falk Zschäbitz.

Auch die FDP bereitet sich auf den Oschatzer Wahlkampf vor Quelle: Thomas Grundmann

Freie Wähler: Wahlkampf ist von Kandidaten finanziert

Auch bei den freien Wählern zahlen die Kandidaten den Wahlkampf aus eigener Tasche, erläutert deren Spitzenkandidat Henry Korn. 85 Euro hat jeder Kandidat eingezahlt, so kam ein Budget von ungefähr 800 Euro zusammen. Die Freien Wähler haben 75 Plakate bereits aufgehängt, die 10 000 gedruckten Flyer werden bereits seit Anfang der Woche an die Haushalte in Oschatz verteilt. Die Social-Media-Arbeit übernimmt der Computerladen, dessen Besitzer Thomas Schupke ebenfalls kandidiert. Die Freien Wähler stellen sich mit drei Kandidatinnen und sechs Kandidaten zur Stadtratswahl in Oschatz auf.

Die Grünen: Kleines Budget und viel Social Media

Was die Grünen in Oschatz für den Wahlkampf ausgeben, möchte Spitzenkandidat David Pfennig nicht sagen: „Wir reden von sehr kleinen Beträgen.“ Andere Zahlen aber gibt er gerne: Personalisierte Plakate der Grünen wird es ungefähr 80 geben, will seine Partei rund 10 000 Flyer an die Haushalte verteilen. Pfennig setzt vor allem auf Facebook-Kampagnen, dort sieht er Potenzial: „Wir haben schon verhältnismäßig viele Follower (Anhänger auf Facebook, d. Red.).“ David Pfennig bewirbt sich mit vier anderen Kandidaten um einen Platz im Oschatzer Stadtrat.

NPD: Keine Aussage

Uwe Bautze von der NPD möchte keine näheren Angaben über das Budget seiner Partei im Wahlkampf machen. „Die Kandidaten der Stadt- bzw Gemeinderatswahlen finanzieren ihren persönlichen Wahlkampf selbst“, sagt der Industriekaufmann.

SPD: Plakate beziehen sich auf Inhalte

Die SPD hat insgesamt 1350 Euro für den Wahlkampf in Oschatz ausgegeben, teilt Roman Becker mit, der selbst für die SPD in Mügeln kandidiert. Das verfügbare Geld setze sich vor allem aus Spenden der Mitglieder und Kandidaten-Beiträgen zusammen, auch der Kreisverband Nordsachsen habe etwas beigesteuert. Mit 1050 Euro sei der Großteil des Geldes in den Druck und die Verteilung von rund 10000 Flyern investiert worden, 300 Euro werden für 90 Plakate mit verschiedenen Motiven bezahlt. Spitzenkandidatin ist die Sozialpädagogin Anja Kohlbach, sie hat Ende letzter Woche mit der Anbringung begonnen, „sie sind eher thematisch ausgerichtet“, sagt sie. Die gesponserten Facebook-Posts haben die Kandidaten und Kandidatinnen selbst finanziert. In Oschatz stellen sich für die SPD zwei Frauen und sechs Männer zur Wahl.

AfD: Setzt auf Flyer

Die AfD hat in Oschatz bis jetzt zischen 600 und 700 Euro für den Stadtratswahlkampf ausgegeben, erklärt AfD-Spitzenkandidat Ralf Krause. Die Summe ergebe sich ausschließlich aus den Geldern der Kandidaten erklärt der Oschatzer Waffenhändler. Die Plakate, die bis jetzt im Stadtbild zu sehen sind, werben für die Europa-Wahl, auf eigene Stadtratswahl-Plakate verzichtet die AfD. „Ich glaube nicht, dass weitere Plakate das Stadtbild verschönern“, so Krause. Stattdessen sollen nahezu flächendeckend Flyer verteilt werden, 5000 wurden bisher gedruckt. Die AfD hat in Oschatz sechs männliche Kandidaten zur Wahl aufgestellt.

Was die Parteien für den Wahlkampf in Leipzig ausgeben, lesen sie hier. 

Von Anna Flora Schade

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