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Oschatz Direktkandidaten für die Landtagswahl in der Collm-Region auf dem Prüfstand
Region Oschatz Direktkandidaten für die Landtagswahl in der Collm-Region auf dem Prüfstand
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12:22 11.07.2019
Stefan Zinnow begrüßt die Gäste des Wahlforums Quelle: Hagen Rösner
Torgau

Start für den Landtagswahlkampf in der Collm-Region. Um die Einwohner bei der Wahlorientierung zu unterstützen, hat die Landeszentrale für politische Bildung (eine überparteiliche Organisation) in Nordsachsen drei Wahlforen angesetzt. Am Mittwochabend hatten die Direktkandidaten des Wahlkreises 36 die Möglichkeit, für sich zu werben und den Wählerfragen zu stellen.

Dabei gilt der Wahlkreis 36 als der schwierigste nordsächsische Landkreis. Er umfasst das Gebiet folgender Städte und Gemeinden: Arzberg, Beilrode, Belgern-Schildau, Cavertitz, Dahlen, Dreiheide, Liebschützberg, Mügeln, Naundorf, Oschatz, Torgau, Wermsdorf. In seiner Größe umfasst das Gebiet fast die Fläche des ehemaligen Landkreises Torgau-Oschatz mit seinen regionalen und historischen Besonderheiten. „In Zusammenarbeit mit den drei großen sächsischen Tageszeitungen haben wird diese Reihe von Wahlforen ins Leben gerufen und haben hier die Leipziger Volkszeitung (LVZ) mit im Boot“, sagt Stefan Zinnow, der von der Landeszentrale mit der Organisation beauftragt ist. So hatte Andreas Debski, Landespolitischer Korrespondent der LVZ die Aufgabe, die zweistündige Runde mit Bernd Merbitz (CDU), Michael Bagusat-Sehrt (Die Linke), Volkmar Winkler (SPD), Barbara Scheller (Bündnis 90/Die Grünen), Christoph Waitz (FDP) und Denise Wendt (Freie Wähler) zu moderieren.

Eine Kandidatin nicht dabei

Die Direktkandidatin der AfD Gudrun Petzold hatte im Vorfeld bekanntgegeben, nicht an der angeblich scheindemokratischen Veranstaltung teilzunehmen. Sie hatte sich mit zwei Plakaten und zwei weiteren Mitstreitern vor dem Veranstaltungsort aufgestellt. „Ich habe noch einmal mit Frau Petzold gesprochen, sie bleibt bei ihrer Haltung“, so Andreas Debski zu Beginn des Forums und Stefan Zinnow ergänzt: „Wir unterbreiten den Kandidaten dieses Angebot, sich vorzustellen. Ob er von diesem Angebot dann Gebrauch macht, ist jeden selbst überlassen.“

Über welche Themen die Besucher des Wahlforums sprechen wollten, dass konnten die etwa 70 Gäste zu Beginn selbst bestimmen. An einer Tafel am Eingang konnten die Themen ausgewählt werden: Arbeit-Wirtschaft-Fachkräfte; Bildung-Kita-Kultur; Umwelt-Energie-Verkehr; Soziales-Familie-Gesundheit; Innere Sicherheit-Zivilgesellschaft.

Die Mehrheit der Besucher entschied sich für das Thema Innere Sicherheit. Alle Kandidaten versprachen, sich für den Ausbau der Polizei und die Verbesserung des Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung einzusetzen. Besucher der Forums aus dem AfD-Spektrum nutzten die öffentliche Fragerunde, um nochmals ihr Unverständnis mit der deutschen Asylpolitik zu bekunden. Der Bogen der Diskussion spannte sich in den zwei Stunden dann von der öffentlichen Sicherheit, über den Fachkräftemangel, den öffentlichen Nahverkehr bis zum längeren gemeinsamen Lernen an sächsischen Schulen.

Der Eindruck

Diesen Eindruck machten die Kandidaten beim Wahlforum :

Bernd Merbitz (CDU): Ein erfahrener Mann, der Führungstätigkeit gewohnt ist. Bei Polizei-Themen und Innerer Sicherheit spricht er leidenschaftlich und hat Insiderwissen. Hat Durchsetzungsvermögen. Flacht inhaltlich bei anderen landespolitischen Themen ab.

Volkmar Winkler (SPD): Offenbar ein erfahrener Verwaltungsfachmann, hat in fünf Jahren Landtag viele Erfahrungen gesammelt und versucht politische Zusammenhänge zu erklären, auch warum was in der Politik nicht funktioniert. Kann reden, hält sind in der Diskussion aber zurück.

Barbara Scheller (Bündnis 90/Die Grünen): Sie scheint zu wissen, dass sie als Grüne in Sachsen nur Klientelpolitik machen kann, muss deshalb keine populistischen Themen anfassen. Ist bei Themen wie Integration sattelfest und setzt sich für die Entkriminalisierung von Flüchtlingen ein. Eine Zusammenarbeit mit der AfD kommt für sie nicht in Frage.

Christoph Waitz (FDP): Hat für die FDP im Bundestag gesessen und dort offenbar seine politischen Umgangsformen gelernt. Kann gut reden und Zusammenhänge deutlich machen. Sympathisches seriöses Auftreten. Wirtschaftsthemen liegen ihm.

Michael Bagusat-Sehrt (Die Linke): Ein Mann aus dem Volk. Er erlebt offenbar jeden Tag den Widerspruch zwischen politschem Anspruch und Realität. Kann gut spontan reden und legt den Finger auf kritische Themen. Keine Kooperation mit der AfD.

Denise Wendt (Freie Wähler): Erfrischend jung in der etwas gesetzten Diskussionsrunde. Etwas aufgeregt im Statement, durch mangelnde Erfahrung. Hat klare Standpunkte Zitat: „Zu weit rechts und zu zweit links, da stinkts.“

Von Hagen Rösner

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