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Oschatz Ehemalige Lehrlinge des Kreisbetriebs für Landtechnik Oschatz treffen sich in Schöna
Region Oschatz Ehemalige Lehrlinge des Kreisbetriebs für Landtechnik Oschatz treffen sich in Schöna
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06:01 10.09.2019
Stilecht auf dem Traktorsitz: Bernd-Dieter Lehmann (oben) brachte seine ehemaligen Mitlehrlinge nach 50 Jahren wieder zusammen. Quelle: Manuel Niemann
Cavertitz/Oschatz/Dahlen

Vor 50 Jahren: Im Juli 1969 betrat der erste Mensch den Mond. Im August legten Menschenmassen bei Woodstock auf einem Acker den Grundstein für die heutige Festivalkultur. Und im geteilten Deutschland begann in der Deutschen Demokratischen Republik für Bernd-Dieter Lehmann und 16 Kameraden im September die Lehrzeit. Beim Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL) Oschatz, Außenstelle Dahlen, wurden sie zu Traktoren- und Landmaschinenschlossern ausgebildet.

„Das war damals der Beginn einer neuen, zentralen Ausbildung in den Kreisen Torgau, Oschatz und Wurzen“, erinnert sich Lehmann. „Ruckzuck“ sei ein halbes Jahrhundert vorübergezogen, er sei selbst überrascht gewesen, als er die Unterlagen herausgesucht habe. „Jetzt sind wir alle Rentner“, sagt er, während die ehemaligen Lehrlinge auf seine Einladung in der Jägerhütte Schöna ins Gespräch vertieft sind. „Früher beim Arbeiten verging die Zeit nicht so schnell.“ Dass die 15 verbliebenen einstigen Lehrlinge immer noch in Kontakt stehen, verdanken sie auch ihm. „Einer muss es einfach machen.“

Schlosserberuf war Männerdomäne

Zwei Klassen aus dem Oschatzer und Torgauer Raum zu je 17 Lehrlingen fingen damals an. Die meisten stammten aus landwirtschaftlichen Betrieben, erbten oder übernahmen später Land. Das sei ein Grund, warum sie nach all der Zeit nicht so weit versprengt seien. „Wir waren nur Männer, damals in den 70er Jahren hat noch kein Mädel Schlosser gelernt. Es war ein ganz schwerer Beruf – schon körperlich, die großen Maschinen, die schweren Räder“, sagt Lehmann.

Im ersten Lehrjahr erhielten sie eine Spezialausbildung in Meuselwitz und Sitzendorf. Dabei erlernten sie unter anderem das Schweißen und „was damals eben das Modernste mit war“. Im zweiten Jahr ging es dann nach Delitzsch zur Schule. Parallel gab es Fahrunterricht, „um die großen Maschinen zu Not zu fahren.“

Zentralisierung der Erntetechnik

In die 1970er Jahre fiel auch ein Umstrukturierungsprozess: „Von den Kreisbetrieben wurden Schlosser zusammengezogen zur Zentralen Erntetechnik. Studenten fuhren die Mähdrescher und von den Kreisbetrieben kamen wir“, erinnert sich Klaus Zerche aus Böhlitz.

Für circa drei Monate bedeutete das 16- bis 18-Stunden-Tage in der Getreideernte. „Die Schlosser früh um fünf raus und abends um elf ins Bett“, erzählt er. „Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte rein“, murmelt Lehmann, angeblich ein Zitat des damaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht.

Schlosser zogen mit Mähdreschern über’s Land

„Wenn bei uns im Bezirk Leipzig oder Halle die Ernte schon abgeschlossen war, wurden die Mähdrescher ins Erzgebirge umgesetzt“, erzählt Arnd Kretschmar aus Hohburg weiter. „Dort war es kälter und die Getreideernte später.“ 15 bis 20 Mähdrescher rollten über die Autobahn, ein Wanderleben für die realsozialische Planwirtschaft. Das erforderte mitunter Fantasie und viel mehr Handarbeit als heute, denn die Ersatzteile waren rar, „um aus einem Panzer ein Rennfahrzeug zu machen“, scherzt Lehmann.

„Wir haben mehr geschlossert als alles andere – die Technik war anfällig, ohne einen Schlosser ging es nicht“, sagt er. „Aber letztendlich ging es immer weiter“, stimmen auch Zerche und Kretschmar zu. Viele seien ihrem Beruf auch später treu geblieben, qualifizierten sich weiter zum Kfz-Meister oder studierten Landtechnik – anders als Lehmann. Der wechselte in die Politik.

Von Manuel Niemann

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