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Oschatz Eigentümerwechsel der Biogasanlage Zaußwitz steht bevor
Region Oschatz Eigentümerwechsel der Biogasanlage Zaußwitz steht bevor
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10:03 15.08.2019
Einmal am Tag muss die Biogasanlage Zaußwitz per Radlader mit organischem Material „gefüttert“ werden. Quelle: Axel Kaminski
Zausswitz

Nur noch eine behördliche Genehmigung fehlt Landwirt Torsten Kühne, bevor er Eigentümer und Betreiber der Biogasanlage ist, die er schon seit deren Inbetriebnahme beschickt und steuert. „Die Bank macht es zur Auszahlungsbedingung für den Kredit, dass mir ein Betrieb als privilegiertes Vorhaben zugesichert wird“, erklärt der Zaußwitzer.

Im Klartext: Ein Landwirt, der vorwiegend Erzeugnisse aus seiner eigenen Produktion in der Biogasanlage verwertet, genießt gewisse Privilegien. Dazu gehört, dass so eine Anlage im Außenbereich errichtet werden darf. Für andere Vorhaben ist es dort nur mit erheblichem Aufwand und nur für bestimmte Zwecke möglich, eine Baugenehmigung zu erhalten.

Die fast zwei Jahre andauernden Verwicklungen um die Zaußwitzer Biogasanlage drehten sich zu einem großen Teil darum, ob durch den Übergang der Anlage von der insolventen Agri Capital auf die Energielenker GmbH mit gleichlautender Postadresse in Münster eine solche Privilegierung noch gegeben ist oder ein Bebauungsplan erarbeitet werden muss. Mehrmals hatte der Gemeinderat einen solchen Aufstellungsbeschluss verweigert und Zugeständnisse der Eigentümer gefordert.

Positive Signale zur Privilegierung

Dieses Planverfahren wäre zumindest vorerst überflüssig, wenn Torsten Kühne als Landwirt auch Eigentümer wäre. „Ich habe hinsichtlich der Anerkennung der Privilegierung positive Signale aus dem Landratsamt und erwarte nun zeitnah den schriftlichen Bescheid“, erläutert er den aktuellen Standnge. Obwohl in den vergangenen Monaten über Lösungswege gestritten wurde, habe die Anlage deshalb keinen Tag still gestanden.

Kürzere Entscheidungswege

Darin, dass er selbst Eigentümer wird, sieht Torsten Kühne die Garantie dafür, Stillstandszeiten weiter zu reduzieren. „Der Bestellweg für Ersatzteile wird kürzer, deren Beschaffung geht schneller, weil der Vorgang nicht erst über mehrere Schreibtische gehen muss“, erklärt er. Und zu reparieren gäbe es an einer Anlage, die rund um die Uhr in Betrieb sein soll, einiges. Man müsse ständig ein Auge auf die Kolben der Pumpen, die Kugellager der Wellen der Förderschnecken und anderes mehr haben sowie regelmäßig den Generator warten. Unter Regie der Firma Energielenker habe er die Entscheidungen über Wartungsarbeiten nicht selbst treffen können. Zwar habe sich die Situation in den vergangenen Jahren leicht verbessert, aber gut sei längst nicht alles gewesen.

Die Zaußwitzer Anlage ist für die Erzeugung von 500 Kilowatt elektrischer Leistung pro Jahr aus organischem Material projektiert. Sie benötigt dazu in diesem Zeitraum 8000 bis 9000 Tonnen Maissilage. Auf rund einem Viertel der 400 Hektar ihres Betriebes bauen Torsten Kühne und sein Sohn Chris dieses Getreide an. Da ernte man in normalen Jahren 4000 bis 5000 Tonnen, 2018 war es aufgrund der Trockenheit nur etwa die Hälfte. Neben dem Mais wird die Anlage mit Ganz-Pflanzen-Silage aus Gerste und Weizen sowie mit Gülle betrieben.

Keine höheren Belastungen für den Ort

Für die Anlage gibt es noch zwölf Jahre lang eine gesetzlich garantierte Einspeisevergütung. „Ich bin dann 64. Darüber, wie es weitergeht, kann mein Sohn entscheiden“, erklärt Torsten Kühne. Jetzt läge jedenfalls ein notariell beglaubigter Kaufvertrag vor, der von beiden Vertragsseiten bereits unterschrieben sei. Die Bank als Kreditgeber für den Kauf stehe bereits im Grundbuch. Nun müsse tatsächlich nur noch das Geld fließen.

„Das ist eine erhebliche Verpflichtung, die wir da eingehen“, betont der Landwirt. Andererseits sind aber keine gravierenden Investitionen mehr erforderlich, da die Anlage stabil laufe. Was Torsten Kühne allerdings etwas ärgert, ist die weitgehend ungenutzte Wärme. Die zu seinem Wildgehege gehörenden Räume habe er bereits vor Jahren angeschlossen. Deshalb wisse er um den Aufwand einer solchen Investition. Aber darüber, „seine“ Wärme im Ort anzubieten, wolle er erst nachdenken, wenn der Kauf komplett abgeschlossen ist. Sicher ist jedoch, dass sich für den Ort und die Anwohner an den Zufahrtsstraßen nichts ändern werde. Die Gesamtmengen und der Anteil, der Stoffe, die aus der Region zugekauft werden, würden konstant bleiben.

Von Axel Kaminski

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