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Oschatz Erinnerungsstätte für Zugunglück in Bornitz angeregt
Region Oschatz Erinnerungsstätte für Zugunglück in Bornitz angeregt
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11:26 24.08.2018
Im Liebschützberger Gemeindeamt ging kürzlich die Anregung ein, einen Gedenkort für das Zugunglück in Bornitz zu schaffen. Quelle: Foto: BBStU, Archiv Leipzig
Liebschützberg

In der Sitzung des Verwaltungsausschusses des Gemeinderates stellte Bürgermeister David Schmidt (parteilos) kürzlich ein Anliegen vor, mit dem sich ein „Herr von weiter weg“ an die Verwaltung gewandt hatte. Er vermisse in Bornitz einen Gedenkstein für die Opfer des Eisenbahnunglückes von 1956 und fragte nach, ob etwa die Findlinge an der Grünfläche vor dem Bahnhof der Anfang für solche Aktivitäten seien.

Zur Erinnerung: In den Morgenstunden des 25. Februars 1956 kamen 48 Menschen ums Leben, als im Bahnhof Bornitz ein Güterzug beim Rangieren dem D-Zug nach Leipzig in die Flanke fuhr. Über 50 Menschen wurden verletzt. Der nachfolgende Gerichtsprozess deckte eine Reihe von Verstößen gegen die Dienstvorschriften der Bahn auf.

Bisher keine Anfragen zu Denkmal für Eisenbahnunglück

Der Bürgermeister informierte die Ausschussmitglieder zunächst darüber, dass er sich bei seinen Amtsvorgängern Andreas Kretschmar und Karl-Heinz Börtitz danach erkundigt habe, ob an sie jemals solch ein Anliegen herangetragen wurde. Das sei nicht der Fall. Auch dem Heimatverein sei solch ein Ansinnen nicht bekannt.

Bernd Girnus (CDU) vermisste den konkreten Anlass, jetzt aktiv zu werden. Rainer Schwurack (freie Wähler) warf ein, dass es sich zweifellos um „eine schlimme Sache“ handele. Sein Standpunkt sei jedoch, dass die Initiative von den Angehörigen der Opfer ausgehen sollte und die Gemeinde diese Aktivitäten dann unterstützen könne. Johanna Schneider (SV Borna) berichtete davon, dass immer wieder Besucher in den Gasthof kämen und sich nach dem Ort des Unglücks erkundigen würden.

Gemeinde erwirbt keine Flächen für Denkmal

David Schmidt stellte die alles entscheidende Frage: „Wollen wir etwas anschieben?“ und betonte, dass dann aber ein würdiger Rahmen geschaffen werden sollte. Ronny Schimpke (SV Borna) betonte, dass das Bahnhofsgebäude sicher nicht für einen Erinnerungsort tauge. Schließlich sei die Gemeinde nicht dessen Eigentümerin. Vielleicht sei ja das Gelände an Gasthof und Bowlingbahn besser geeignet, wenn die daran interessierten Gäste ohnehin dort nach Antworten suchen würden.

Bahnhof kein würdiger Erinnerungsort

Nicht auf das von der Bahn veräußerte und seitdem mehrfach weiterverkaufte Gebäude zurückzugreifen, war Konsens unter den Ausschussmitgliedern. Ein würdiger Erinnerungsort sei an einem Gebäude in solch schlechtem Zustand nicht denkbar. In der Diskussion spielte außerdem eine Rolle, inwiefern der Heimatverein in das Thema einbezogen werden sollte.

Der Bürgermeister fasste die Wortmeldungen so zusammen, dass Plan A sei, mit der Deutschen Bahn AG über solch ein Projekt zu reden. Plan B wäre eine eigene Initiative im Bereich der Bowlingbahn, bei der die Gemeinde sicher die kompletten Kosten tragen müsste. David Schmidt schloss definitiv aus, dass die Gemeinde Flächen erwerben wird, um eine wie auch immer aussehende Erinnerungsstätte zu errichten.

Von Axel Kaminski

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