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Oschatz Ermittler rätseln: Warum ist Rondk K. von Dahlen ins Ausland verschwunden?
Region Oschatz Ermittler rätseln: Warum ist Rondk K. von Dahlen ins Ausland verschwunden?
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15:58 09.09.2019
In diesem Wohnheim in Dahlen wohnte Rondk K. Quelle: Manuel Niemann
Dahlen/Wurzen/Leipzig

Eine gute Woche hat derFall Rondk K. die Leipziger Polizei in Atem gehalten. Zwischenzeitlich mussten die Beamten mit dem Schlimmsten rechnen. Die Kriminalisten befassten sich nach LVZ-Informationen auch mit der Möglichkeit eines Tötungsdelikts und richteten eine eigene Ermittlungsgruppe ein.

Eine falsche Fährte gelegt?

Doch seit vergangenem Sonnabend ist klar: Dem 13 Jahre alten Mädchen aus dem Irak geht es gut. Es lebt derzeit im Ausland. Viele Fragen sind aber nach wie vor offen. „Wir ermitteln jetzt die genauen Umstände zu ihrem Verschwinden“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Ricken.

Rondk, die als unbegleiteter Flüchtling in Dahlen lebte, wurde letztmals am 31. August im Wohnheim an der Bahnhofstraße gesehen. Das Mädchen wollte angeblich mit dem Zug nach Wurzen fahren und dort eine Freundin besuchen. Dort kam die Schülerin, die ordentlich Deutsch spreche, nie an.

Auch mit Hunden suchte die Polizei in Dahlen nach dem Mädchen. Quelle: Sven Bartsch

Den Ermittlern sind inzwischen Zweifel gekommen, ob Rondk überhaupt mit der Bahn aus Dahlen abfahren ist oder möglicherweise eine falsche Fährte legen wollte. Denkbar ist nämlich inzwischen auch, dass sie ihre Abreise länger vorbereitet hat und dabei auch Hilfe bekam. „Genau das müssen wir jetzt herausfinden“, so Staatsanwalt Ricken. Über ihren momentanen Aufenthaltsort machen die Ermittler aber keine Angaben. Nur so viel: Im Irak befindet sie sich nicht, wie Ricken bestätigte.

Verdacht der Entziehung Minderjähriger

Wegen der laufenden Untersuchungen will er aber nicht weiter ins Detail gehen. Im Raum steht nämlich der Verdacht der Entziehung Minderjähriger. Das ist eine Straftat und wird angenommen, wenn eine Minderjährige den Eltern, dem Vormund oder einem Pfleger weggenommen und ins Ausland verbracht wird. Solche Taten werden mit bis zu fünf Jahren Haft sanktioniert.

Über die Familienverhältnisse von Rondk ist wenig bekannt. Ein Onkel wohnt in Oldenburg. Er beteuerte gegenüber den Beamten, dass seine Nichte nicht zu ihm wollte. Weitere Erkenntnisse zu ihrem Umfeld lagen offiziell nicht vor.

Erleichterung in der Schule

Für Lehrer und Erzieher war das Verschwinden der Teenagerin ein Rätsel. Dass nun die Suche nach der 13-Jährigen eingestellt wurde und dass es ihr offenbar gesundheitlich gut geht, freue nicht nur die Lehrer der Pestalozzi-Oberschule in Wurzen, sondern ebenso die Mitschüler des Mädchens, sagte der stellvertretende Schulleiter Thomas Krögel, der die Nachricht am Montagmorgen aus den Medien erfuhr. Das Mädchen ging in der Oberschule in die DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) und wird als freundlich und lieb beschrieben. „Natürlich waren die Schüler sehr traurig und machten sich Sorgen, als sie hörten, dass Rondk vermisst wird.“ Zu den Hintergründen konnte Krögel nichts sagen. Auffälligkeiten habe es seines Wissens nach aber keine gegeben. Ganz im Gegenteil. Die 13-Jährige besuchte außerhalb der DaZ-Klasse bereits einige Unterrichtsfächer und galt als teilintegriert.

Die Mitarbeiter im Wohnheim, in dem das Mädchen lebte, durften sich weiterhin nicht äußern. Es sei beruhigend, dass sie nach Angaben der Polizei wohlauf sei, aber mehr Informationen, als die Ermittler an die Presse gegeben haben, haben auch sie nicht bekommen, hieß es.

Von Matthias Roth, Kai-Uwe Brandt und Manuel Nieman

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