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Oschatz FERKHL-Festival zieht zum neunten Mal Musikfans nach Luppa
Region Oschatz FERKHL-Festival zieht zum neunten Mal Musikfans nach Luppa
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16:23 20.08.2018
Die Freiberger Band MotorFunk Inc. trat am Sonnabend auf der Hauptbühne in Luppa auf.
Die Freiberger Band MotorFunk Inc. trat am Sonnabend auf der Hauptbühne in Luppa auf. Quelle: Manuel Niemann
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Luppa

Auf dem knochentrockenen Feldboden ist Stroh ausgelegt, damit der Acker, an dem der Bortewitzer Weg endet, nicht im Staub versinkt. Während die Autos der Besucher vorfahren, kommen andere zu Fuß den Feldweg entlang, einen Rucksack geschultert oder die Isomatte unter dem Arm.

Der Feldweg führt zum Festivalgelände um die Hütte. Für sie steht das H in FERKHL – dem „kleinsten Festival der Vorstellungskraft“, wie es die Macher um Sebastian Thomas nennen. Der Rest der Initialen steht für Elektro- und Rockmusik, K für das kleinste und L für Luppa. In das Dorf kehren Thomas, der mittlerweile in Leipzig lebt, und seine Mitstreiter seit 2010 zurück.

Jugendclub steht sonst leer

Die Hütte ist der derzeit nicht genutzte Jugendclub. Einst wurde er von den Jugendlichen auf dem Land, dessen Eigentumsverhältnisse damals unklar waren, gebaut. Obwohl beim inzwischen neunten FERKHL die Bühnenanzahl auf zweieinhalb gewachsen ist, steht der „Saustall“, wie der Club am Wochenende heißt, den Rest des Jahres leer: „Wenn wir Leute hätten, die wie wir damals hier zur Schule gehen und einen Raum für ihre Freizeit suchen, würden wir die Schlüssel übergeben“, sagt Thomas.

Festival ist mitgewachsen

Bis dahin sind es die Endzwanziger und Mittdreißiger, die ein, zwei Wochen Urlaub nehmen und für das familiär gehaltene Festival zurückkehren. Dafür wird Dekoration liebevoll ausstaffiert: Am Stalltor, das zur Hauptbühne, dem Saustall und der Ein-Sau-Disco führt, begrüßt stilecht ein Schweinchen. Discokugeln, farbige Beleuchtung und alte Lampenschirme sorgen für Charme beim Streifen über das Gelände.

„Mit der Zeit wird es professioneller“, sagt Thomas, gerade die Logistik erfordere nicht mehr den Aufwand. Wegen der geltenden Waldbrandstufe sorgte das Team vor: Mehr Feuerlöscher waren vor Ort und Aschenbecher wurden ausgeteilt, damit die rund 400 Gäste pro Abend wie gewohnt Bands und DJs lauschen konnten.

Mundpropaganda beschert neue Besucher

Die entspannte Atmosphäre spricht sich rum: Zulauf hatte das Festival vor allem durch Mundpropaganda. Und neue Freundschaften, die geknüpft wurden. Gäste kommen auch aus Berlin oder wie Mario und Pancha aus Dresden. „Mir gefällt es hier, weil es so familiär ist“, sagt ersterer. Das kleine Format, das auf regionale Bands setzt, kommt bei ihm an. Auch er kennt die Leute schon aus der Schulzeit und wurde angesprochen: Später legt er selbst noch als DJ auf.

Von Manuel Niemann