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Oschatz Feldtag in Salbitz
Region Oschatz Feldtag in Salbitz
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00:21 22.06.2018
Elke Weiske (2.v.l.) erläutert beim  Feldtag in Salbitz die Ergebnisse des Versuches zum Einfluss des Aussaattermines auf die Krankheiten beim Winterweizen.
Elke Weiske (2.v.l.) erläutert beim Feldtag in Salbitz die Ergebnisse des Versuches zum Einfluss des Aussaattermines auf die Krankheiten beim Winterweizen. Quelle: Foto: Axel Kaminski
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Salbitz

Rund 50 Landwirte und Vertreter verschiedener mit Landwirtschaft befasster Behörden besuchten am Dienstag den Feldtag auf dem zur Versuchsstation Nossen gehörenden Prüffeld Salbitz.

In seiner Begrüßung ging Dr. Uwe Bergfeld, Abteilungsleiter Landwirtschaft im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie(LfULG) auf die Ernteprognosen für dieses Jahr ein. Er stellte fest, dass die Getreideernte weltweit noch unter den unterdurchschnittlichen Ergebnissen von 2017 liegen werde. Da die Lagerhallen gut gefüllt und der Verbrauch nicht gesunken sei, rechne er mit einer Entspannung auf den Märkten.

Unsicherheiten bei EU-Agrarpolitik

Bergfeld streifte in seinen Ausführungen die Agrarpolitik der Europäischen Union. Für die nächste Haushaltsperiode sei mit einer Kürzung des EU-Agraretats zu rechnen. Ob sie bei fünf oder zehn Prozent liegen werde, sei nicht abzusehen.

Pflanzenschutz ohne Gewässerverunreinigung

Mit der Anmerkung, dass die Landwirtschaft im Fokus der Öffentlichkeit stehe, zum Beispiel in Hinblick auf Austräge in Gewässer und Böden, leitete Dr. Bergfeld zum Vortrag von Hans-Joachim Duch über, der ein System zum Gewässerschutz in Landwirtschaft, Obst- und Weinbau vorstellte.

Konkret geht es dabei darum, Verunreinigungen von Gewässern und Grundwasser durch das Betreiben und Reinigen von Geräten zum Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden. Dieses System baut auf einer wasserdichten Arbeitsplatte auf, von der das Wasser samt darin enthaltener Chemikalien in einen Tank abgeführt wird. Von dort gelangt es in mit Erde gefüllte, wasserdichte Becken, wo die im Boden enthaltenen Organismen den Abbau der Chemikalien übernehmen und das saubere Wasser verdunstet wird – meist über eine Bepflanzung des Beckens. In Salbitz steht solch eine Pilotanlage, die die Teilnehmer des Feldtages nach dem theoretischen Teil besichtigen konnten.

Versuche mit Winterweizen, Soja und Blühkulturen

Im Anschluss informierten Mitarbeiter des LfULG über die am Versuchsstandort Salbitz gewonnenen Erkenntnisse. Untersucht wurden zum Beispiel der Einfluss des Aussaattermines und der Sortenwahl auf das Krankheitsgeschehen beim Winterweizen und die Prüfung der regionalen Anbaueignung von Sojabohnensorten.

Katharina Auferkamp stellte einjährige Blühflächen vor, erläuterte die Samenmischungen, Förderbedingungen und sprach die „Nebenwirkungen“ an. Mit solchen Flächen würden das Nahrungsangebot für Blüten besuchende Insekten verbessert, Rückzugsräume für Wildtiere geschaffen und ein Beitrag zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit geleistet. Daneben waren auf dem Prüffeld auch Ergebnisse der Untersuchung von Anwendungsstrategien zum Einsatz von Wachstumsreglern bei Dinkel und Winterdurum zu sehen.

Rund 50 Landwirte und Vertreter verschiedener mit Landwirtschaft befasster Behörden besuchten am Dienstag den Feldtag auf dem zur Versuchsstation Nossen gehörenden Prüffeld Salbitz.

Von Axel Kaminski