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Oschatz Feuer gegen Frost: Obstland steckt für Baumblüte um Mügeln Holzpellets in Brand
Region Oschatz Feuer gegen Frost: Obstland steckt für Baumblüte um Mügeln Holzpellets in Brand
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09:38 12.04.2019
Frostschutz durch Feuer: Holzpellets sorgen in den Kirsch-Plantagen bei Zävertitz und Sornzig dafür, dass die Ernte nicht ausfällt. Quelle: Sven Bartsch
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Mügeln

Rauchschwaden liegen über Hügeln und Plantagen rund um die Stadt: Das sind keine verfrühten Osterfeuer, sondern ein simples Gegenmittel gegen die derzeit abgesunkenen Nachttemperaturen. Die Obstland Dürrweitzschen AG setzt derzeit Holzpellets ein, um die Blüten ihrer Obstbäume gegen die Kälte zu schützen.

„In dieser Nacht waren 2 Grad Celsius vorhergesagt“, sagt Jan Kalbitz, Obstland-Vorstand. Für einige Obstsorten wie Pflaumen, Birnen oder Süßkirschen werde es da bereits kritisch.

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Anders als die gel-beheizten Frostschutzkerzen, die oft in Weinstöcken zu sehen sind, behelfen sich die Mügelner Obstanbauer mit Holzpellets.

Holzpellets brennen gegen die Kälte

„Sie sind schnell verfügbar und auch flexibler einsetzbar“, erklärt Kalbitz. Ob die Rettungsaktion fruchtet, sei allerdings erst nach ein wenig Zeit zu sehen.

Wie bei der Magnolie in Nachbars Garten, die erst nach etwas Zeit braun wird, sei auch den Obstbaumblüten mit etwas Verzögerung anzusehen, ob sie einen Schaden erlitten haben oder das noch abgewendet werden konnte.

Umweltamt befürchtet außergewöhnlich frühe Apfelbaumblüte

Alles deute in diesem Jahr auch auf eine außergewöhnlich frühe Blüte bei den Apfelbäumen hin, teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) am Montag mit.

Die Versuchsanbaureihen, die seit 1992 in Pillnitz bei Dresden betrieben werden, deuteten darauf hin, dass die Apfelblüte bereits zwischen dem 12. und 17. April einsetzen könnte. Das seien ein bis anderthalb Wochen früher als im langjährigen Durchschnitt.

Kühle Temperaturen hemmen auch Insekten

Die sehr frühe Blüte berge auch hier die Gefahr für Schäden durch Spätfröste. Daneben führe kühles, regnerisches Wetter auch dazu, das kaum Insekten ausfliegen. Die Folge: Die Bestäubungsleistung sinkt deutlich, weniger Früchte entwickeln sich später.

Dagegen empfiehlt das LfULG, eine insektenfreundliche Umgebung zu schaffen - zum Beispiel durch die Aussaat von Blühwiesen oder Bienenweiden, aber auch indem man Rückzugsgebiete für die Insekten schafft wie Steinhaufen, Hecken oder Insektenhotels.

Von Manuel Niemann

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