Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Feuerwehrbau Cavertitz sorgt für Diskussion
Region Oschatz Feuerwehrbau Cavertitz sorgt für Diskussion
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:03 10.04.2019
Neben dem bestehenden Gebäude soll der Verwaltungs- und Sozialtrakt für die Feuerwehr in Cavertitz gebaut werden.
Neben dem bestehenden Gebäude soll der Verwaltungs- und Sozialtrakt für die Feuerwehr in Cavertitz gebaut werden. Quelle: Axel Kaminski
Anzeige
Schöna/Cavertitz

Es war eine Formsache und sorgte doch für Gesprächsstoff: Die Cavertitzer Gemeinderäte beschlossen auf ihrer Sitzung am Montag die Vergabe von weiteren Planungsleistungen für den Neubau des Verwaltungsgebäudes mit Sozialtrakt für die Feuerwehr in Cavertitz. Weil bereits in den vergangenen Monaten die Berechnungen nach oben korrigiert werden mussten und Einsparmöglichkeiten aufgespürt wurden, wollte sich Bürgermeisterin Christiane Gürth (parteilos) für die aktualisierten Zahlen das Okay der Gemeinderäte holen. Sie bitte um erneute Zustimmung, schließlich herrsche Einigkeit darüber, dass gebaut werden müsse, wandte sie sich an die Räte. Geplant sei, den 1. Bauabschnitt noch in diesem Jahr zu realisieren, um die Mittel aus dem Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“ zeitnah abzurufen. In zwei Beschlüssen ging es um Planungskosten von insgesamt rund 53 000 Euro.

Keine einhellige Zustimmung

Die Gemeinderäte folgten mehrheitlich dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, Anja Schmiele enthielt sich der Stimme und Florian Stehl (beide CDU) stimmte dagegen. Grund seien die in die Höhe geschossenen Baukosten. Das sei nicht mehr nachvollziehbar, so Anja Schmiele: „Die Summe ist für mich der Wahnsinn.“ Er halte das ebenfalls für „kaum vertretbar“, gegenüber den Einwohnern in Cavertitz ebenso wenig wie gegenüber den Feuerwehrleuten, sagte Florian Stehl und räumte ein, dabei wisse er, dass der Sozialtrakt unbedingt notwendig sei.

Sparvariante statt Luxusbau

Bauamtsleiterin Gabriele Kläber erklärte, allein die Vorbereitung des Baugrundes sei aufwendig gewesen, weil man mit Feuchtigkeit zu kämpfen habe und zudem viel aufgefüllt werden musste. Dazu kommen ein enormer Anstieg der allgemeinen Baukosten sowie Aufwendungen wegen gesetzlicher Vorgaben. Insgesamt geht die Gemeinde von über 638 000 Euro für den Neubau aus. Dabei, so die Bürgermeisterin, handele es sich bei den Plänen keinesfalls um einen Luxusbau, sondern um eine sehr abgespeckte Variante. „Wir haben schon viel Einsparpotenzial genutzt und rechnen auch mit Eigenleistungen der Kameraden, die sie in ihrer Freizeit übernehmen wollen“, machte sie deutlich.

Kein Zweifel an Kostenschätzung

Gemeinderat Mathias Gründel (CDU) warnte davor, die Kostenschätzung anzuzweifeln. „Das sind die Preise, die derzeit auf dem Markt sind, da kommen wir nicht drumherum.“ Und Volker Döring (CDU) fügte hinzu, je schneller der Bau beginnen könnte, umso größer sei die Chance, bei den genannten Kosten zu bleiben. „Ich glaube nicht, dass die Preise in der nächsten Zeit sinken“, sagte er.

Von Jana Brechlin