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Oschatz Flächennutzungsplan verbietet Bauen in Bucha
Region Oschatz Flächennutzungsplan verbietet Bauen in Bucha
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13:44 23.08.2018
Bauen oder nicht? Das ist die Frage in Bucha,
Bauen oder nicht? Das ist die Frage in Bucha, Quelle: Andres Röse
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Bucha

Der Cavertitzer Gemeinderat hat sich für mehr Freiheit beim Bauen ausgesprochen. Zur Sitzung am Montag gab es energische Forderungen, möglichen Bauherren mehr Chancen zu gewähren. Anlass war die Anfrage eines Interessenten, der in Bucha auf dem elterlichen Grundstück ein Eigenheim errichten will. Problem: Für die grüne Wiese gelten laut Flächennutzungsplan der Gemeinde ähnliche Hürden wie im Außenbereich – obwohl sich das Land im Dorf befindet. Demzufolge kann die Kommune kein Einvernehmen erteilen, und so sah auch der Beschlussvorschlag der Verwaltung aus.

Mehr Flexibilität gefordert

„Ich bin dafür, dass dort gebaut werden darf, wir müssen flexibler werden“, forderte Gemeinderat Mathias Gründel (CDU). Er könne die Einschränkungen nicht verstehen, aus seiner Sicht handele es sich hier schlicht um ein eingezäuntes Grundstück. „Wir wollen junge Leute im Ort, die engagieren sich hier auch“, begründete Gründel. „Wir haben uns das nicht leicht gemacht“, versicherte Bürgermeisterin Christiane Gürth (parteilos), „natürlich sind wir froh über jeden, der in die Gemeinde kommt, aber der Flächennutzungsplan ist bindend.“ Man wolle Bauwillige nicht im Regen stehen lassen und habe auf andere mögliche Grundstücke verwiesen, fügte sie hinzu. Diese müssten die Interessenten allerdings erst kaufen, während das Land der Familie ohnehin zur Verfügung stehe: „Ich finde es sehr hart, wenn man auf seinem eigenen Grund nicht bauen darf“, warf Frank Steinmann (SPD) ein, und Michael Krauspe (CDU) sowie Mathias Miene (FDP) regten an, den Flächennutzungsplan dahingehend zu ändern.

Bürgermeister spricht mit Landratsamt

„Das ist ein längerer Prozess, bei dem die ganze Gemeinde betrachtet werden muss“, sagte Christiane Gürth, die als Bürgermeisterin dafür stimmte, das Einvernehmen nicht zu erteilen. Die anwesenden Räte stimmten geschlossen dagegen. Gürth soll jetzt das Gespräch mit dem Landratsamt suchen, um Chancen auszuloten, wie dennoch gebaut werden könne.

Von Jana Brechlin