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Oschatz Für Sornziger Heimkinder heißt es: Ab in den Urlaub
Region Oschatz Für Sornziger Heimkinder heißt es: Ab in den Urlaub
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15:01 19.05.2018
Für die Kinder der Wohngruppe Sornzig geht es in den Urlaub. Quelle: Fotio: Kristin Engel
Sornzig

Die Koffer sind gepackt. Es kann los gehen. Eigentlich wollte die Wohngruppe Sornzig in den Freizeitpark Plohn starten, doch der Plan wurde kurzerhand noch einmal verworfen. „Das heben wir uns für einen anderen Tag auf. Jetzt geht es erstmal nach Markkleeberg. Hier unternehmen wir eine große Bootsfahrt und besuchen im Anschluss das Hafenfest. Die Kinder freuen sich auf das Riesenrad und Karussell. Wir werden sicherlich auch gemütlich etwas essen gehen. Für unsere Küken-Gruppe geht es am Sonntag in den Sonnenlandpark nach Lichtenau“, sagt Teamleiter Thomas Pietsch.

Um den Kindern eine Freude zu bereiten und es ihnen zu ermöglichen, für einige Tage in den Urlaub zu fahren und alle Sorgen des Alltags zu vergessen, startete die OAZ am Ende des vergangenen Jahres die Aktion „Ein Licht im Advent“ für die Kids in Sornzig. 7861 Euro kamen dabei zusammen.

Küken fahren ins Erzgebirge

Mit dem Geld kann natürlich auch eine größere Reise geplant werden. So geht es vom 18. bis zum 24. Juni für die Küken in das Erzgebirge. Hier wurde bereits ein Haus gemietet. Die Betreuer sorgen für verschiedene Events. Die Kinder zwischen sechs und 17 Jahren fahren vom 21. Juli bis zum 4. August nach Limbach-Oberfrohna in das Feriendorf „Hoher Hain“. Hier sind verschiedene Ausflüge geplant, wie zum Beispiel in den Sonnenlandpark und in den Kletterwald. „Wir sind sehr dankbar für das Geld, das wir durch die Aktion „Ein Licht im Advent“ bekommen haben. Ohne dieses hätten wir ganz schon kämpfen müssen, um unseren Kindern einen kleinen Urlaub zu ermöglichen. Auch vom Jugendamt gibt es eine kleine Unterstützung.“ Zudem werden aktuell die Zimmer der Kinder erneuert. Einige sind bereits geschafft, andere sollen im Herbst folgen. Auch die zwei Badezimmer sollen künftig erneuert werden.

Die Wohngruppe befindet sich bereits seit 1998 auf dem Vierseit-Bauernhof. Dieser wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Sornzig erbaut. Auf dem Hof der Evangelischen Jugendhilfe Obernjesa-Borna gGmbH leben in zwei Gruppen Kinder im Alter von null bis sechs („EJO-Küken“) und sechs bis 17 Jahren, die nach und vor Schul- beziehungsweise Kindergartenbeginn rund um die Uhr betreut werden.

Jedes Kind hat eigenes Zimmer

Die Gebäude bieten umfangreichen Wohnraum, daneben großzügig angelegte Stallgebäude und einen großen Garten. Das Wohnhaus, in dem die großen Kinder und Jugendlichen leben, hat rund 300 Quadratmeter Wohnfläche. So hat jedes Kind sein eigenes Zimmer und genügend Platz zum Spielen. „Die Kinder sind bei uns, da ihre Eltern in Lebenskrisen stecken, die sie nicht alleine bewältigen können. Unser Hauptanliegen ist es, die Kinder wieder in ihr Elternhaus zurückzuführen. Dies gelingt nicht immer“, bedauert Teamleiter Thomas Pietsch.

Umso wichtiger ist es für ihn und die anderen Mitarbeiter, den Kindern einen geregelten Alltag zu bieten. „Wir wecken die Kinder rechtzeitig, damit es im Bad kein Gedränge gibt. Das Frühstück wird bereits am Abend zuvor vorbereitet. Nach der Schule haben sie etwas Zeit, um runter zu fahren und zu entspannen.“

Gemeinsames Kochen am Wochenende

Gemeinsam mit den Erziehern geht es dann an die Hausaufgaben. Spielen steht am Nachmittag auf dem Programm, zusammen wird Abendbrot gegessen und dann zu Bett gegangen. „Ein ganz normaler Tag eben“, betont Thomas Pietsch. An den Wochenenden ist das gemeinsame Kochen mit den Kindern, die nicht zu ihren Eltern fahren, zu einem kleinen Ritual geworden, während die Nachmittage abwechslungsreich gestaltet werden.

Von Kristin Engel

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