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Oschatz Für Wermsdorfer Springfrosch ist es noch zu kalt
Region Oschatz Für Wermsdorfer Springfrosch ist es noch zu kalt
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06:00 04.03.2019
Auf dem Weg zu ihren Laichgewässern müssen Kröten und Frösche oft stark befahrene Straßen überqueren und geraten dabei in Lebensgefahr. Quelle: Foto: Bernd Lichtenberger
Mahlis

Der Wind bläst kalt an diesem frühen Sonntagmorgen. Auf dem kleinen Platz am Waldrand zwischen Mahlis und Wermsdorf parken Autos. Eine Gruppe von Frauen und Männern hat sich versammelt. Gemeinsam schauen sie auf eine Landkarte des angrenzenden Waldgebietes, auf der Olaf Schmidt verschiedene Orte markiert hat. Orte, an denen in der Vergangenheit der Springfrosch oder Laichballen von ihm gefunden wurden. Die Frauen und Männer sind fast alle Mitglieder im Naturschutzbund Deutschland, haben sich der Fachgruppe Ornithologie und Naturschutz in Oschatz angeschlossen. Diese beteiligt sich an einem über zwei Jahre währenden Monitoring, bei dem Vorkommen des Springfrosches und von ihm als Laichplätze bevorzugte Gebiete erfasst werden.

Springfrosch 1997 erstmals hier entdeckt

„Als der Springfrosch von Dr. Heinz Berger im September 1997 auf einer Waldwiese hier bei uns im Naturschutzgebiet des Wermsdorfer Waldes erstmals entdeckt wurde, galt das als eine Sensation“, erklärt Olaf Schmidt, der an der Spitze der Fachgruppe steht. Der inzwischen verstorbene Berger galt weit über Sachsen hinaus als Experte und hatte sich ausgiebig mit dieser Froschart und seiner Verbreitung beschäftigt. Immerhin gilt er als südländische Art, die aus den Balkanländern stammt, aber sich immer mehr auch in andere Gebiete ausbreitete. Wie und warum, das sei bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Er gehört inzwischen zu den drei heimischen Braunfroscharten.

Verbreitungsgebiet. Dresden und Muldenregion

In Deutschland, insbesondere in Sachsen, wurde er erst spät entdeckt. Die Ursachen hierfür blieben bisher im Dunkeln. Immerhin war man, so in einer Veröffentlichung Bergers vermerkt, lange davon ausgegangen, dass sich der Frosch nicht so weit nach Mitteleuropa ausgebreitet hat. In Sachsen wurde ein Einzeltier erstmals 1961 bei Dresden entdeckt. Inzwischen gibt es intensive Feldforschungen, die neben Gebieten bei Dresden auch die Muldenregion mit dem Wermsdorfer Wald als Verbreitungsgebiet belegen.

Durch Laichballenfunde nachgewiesen

Der Springfrosch wird vor allem durch Laichballenfunde nachgewiesen, da er nachtaktiv ist und auch zu den leisesten Froscharten gehört. „Im Februar und März findet man die faustgroßen Laichballen an ins Wasser ragenden Ästen“, erklärt Rolf Burmeister, der zu der Fachgruppe gehört. Im vergangenen Jahr, so seine mitgebrachten Aufzeichnungen, wurden um die 150 Laichballen gefunden. „Aber da waren wir erst im April unterwegs, weil es lange Frost gab“, ergänzt Olaf Schmidt.

Dann bilden sich zwei Gruppen und es geht los zu den verschiedenen Orten im Forst. Gegen Mittag trifft man sich wieder. Diesmal muss nüchtern festgestellt werden: Es war noch zu früh, um Laichballen zu finden. In ein, zwei Wochen – je nach Wetterlage – wollen sich die Mitglieder der Fachgruppe wieder treffen. Dann hoffen sie auf bessere Zählergebnisse als am Sonntag.

Von Bärbel Schumann

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