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Oschatz Geld für Private und Vereine im Ortskern
Region Oschatz Geld für Private und Vereine im Ortskern
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00:23 17.09.2018
Bisher behilft man sich zur Schlössernacht mit einem Lkw. Eine mobile Bühne dafür könnte aus dem Verfügungsfonds finanziert werden.
Bisher behilft man sich zur Schlössernacht mit einem Lkw. Eine mobile Bühne dafür könnte aus dem Verfügungsfonds finanziert werden. Quelle: Foto: J.Brechlin
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Wermsdorf

Bänke, eine Bühne, Ausstellungen oder Straßenfeste – alles tolle Sachen, nur ohne Geld oft nicht zu machen. In Wermsdorf soll sich für derartige Initiativen jetzt eine neue Quelle auftun: Ein Verfügungsfonds, der im Rahmen der Städtebauförderung im Kernort eingerichtet wird. Er geht dabei aber nicht um Investitionen in Gebäudesanierung, sondern um „kleinteilige und niedrigschwellige Maßnahmen“ zur Belebung des Ortskerns. Eine entsprechende Vergaberichtlinie haben die Wermsdorfer Gemeinderäte auf ihrer jüngsten Sitzung beschlossen.

Vertreter von Vereinen, Firmen und Kommune entscheiden

Vorgesehen ist, dass Spender und private Antragsteller den Verfügungsfonds füllen. Diese Mittel werden dann 1:1 bezuschusst. Über Ausgaben für geförderte Projekte entscheidet ein Vergabegremium. Dazu gehören neben dem Regionalmanagement Sächsisches Zweistromland-Ostelbien und dem Förderverein 800 Jahre Wermsdorf auch Bürgermeister Matthias Müller (CDU) sowie Kämmerin Kerstin Reinhardt, Holger Lüderßen von der gleichnamigen Steuerkanzlei und Hartmut Bruder von der Deutschen Philatelie Service GmbH. Außerdem sind als Gemeinderäte Jörg Büchner und Thomas Pfüller vertreten. Das Gremien tagt fortan zweimal im Jahr und entscheidet über Anträge.

Ziel: Nachhaltige Strukturen

„Das Ganze ist darauf angelegt, das bürgerschaftliche Engagement zu stärken und Strukturen zu schaffen, die über den Förderzeitraum hinausgehen“, erklärte Matthias Müller. Für jeden investierten Euro gebe es dabei noch einmal die gleiche Summe aus der öffentlichen Hand. Private Initiativen für den Ortskern sind dabei ausdrücklich erwünscht. Die Effekte müssen aber nicht darauf beschränkt bleiben. „Eine Idee wäre zum Beispiel, eine mobile Bühne für die Schlössernacht oder den Adventsmarkt anzuschaffen. Ein anderer Vorschlag ist, den Toilettenwagen des Fördervereins 800 Jahre Wermsdorf sanieren zu lassen. Beides könnte natürlich künftig auch bei anderen Veranstaltungen eingesetzt werden“, so Müller. Möglich seien auch Bepflanzungen, Spielgeräte oder Kunst im öffentlichen Raum. Es gehe um nachhaltige Nutzung, nicht um Investitionen in Dinge, die lediglich einmal im Jahr Verwendung finden. „Uns ist die kulturelle und touristische Verknüpfung wichtig“, betonte er. Es gebe bereits aktive Vereine in Wermsdorf, die mit Hilfe dieses Budgets tätig werden könnten.

Informationsveranstaltung im Alten Jagdschloss

Durch diesen Verfügungsfonds bekomme der Städtebau einen ganzheitlichen Ansatz: „Um das Bauliche kümmern wir uns. Wir wollen aber nicht nur eine schöne Hülle, sondern auch Leben im Ort“. Einzahlen könne jeder. Akteure mit guten Ideen für Projekte und Veranstaltungen, aber ohne finanzielle Mittel könnten ihren Beitrag auch durch Eigenleistungen beisteuern. Kofinanziert werden könnten auch Marketingmaßnahmen, Wettbewerbe, Gutachten oder Öffentlichkeitsarbeit, die dem Kernort zugute kommen, zählte der Bürgermeister auf.

Am Donnerstag, dem 27. September, findet dazu im Saal des Alten Jagdschlosses in Wermsdorf eine Informationsveranstaltung statt. „Wir wollen dort die Programminhalte, den Ablauf und den Verfahrensweg vorstellen“ kündigt Müller an. Eingeladen sind alle interessierten Privatpersonen, Vereine, Einrichtungen oder Gewerbetreibende. Beginn ist um 18 Uhr.

Von Jana Brechlin