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Oschatz Gelungene Premiere in Mügeln: Offene Baustelle macht Lust auf’s Geoportal
Region Oschatz Gelungene Premiere in Mügeln: Offene Baustelle macht Lust auf’s Geoportal
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04:45 01.07.2019
Die Räume im Erdgeschoss mit ihren trapezförmigen Eingängen erinnern an den Bergbau unter Tage. Quelle: Manuel Niemann
Mügeln

„Herzlich willkommen, hier im Geoportal in Mügeln, in der ’Erlebniswelt’, die heißen wird, ’Kaolin’!“ Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wähler) gab am Sonnabendmorgen den Startschuss für den Tag der offenen Baustelle im Mügelner Bahnhof, in dem derzeit ein Bildungs- und Informationszentrum entsteht.

„Der Geopark ist ein Kind des Regionalmanagements, also der Leader-Regionen, die aus der Erdgeschichte etwas machen wollten, bei dem Wissensvermittlung, Tourismus und die Darstellung der Region einher gehen“, erklärte Ecke. Dazu blickte man weit zurück: vor über 320 Millionen Jahren, als Mügeln noch in der Nähe des Äquators lag und zwei Supervulkane in der Region von Rochlitz bis Wurzen wüteten. Die Geburtsstunde des Porphyr-Gesteins.

Geologische Besonderheit soll Touristen anziehen

„Sinn und Zweck ist es, diese Dinge im wahrsten Sinne des Wortes wieder an die Oberfläche zu holen. Der Geopark versucht in der Region, die geologischen Besonderheiten erlebbar zu machen“, Gerhard Gey, Präsident des Trägervereins Geopark Porphyrland – Steinreich in Sachsen.

„Wir können derartige Dinge nur entwickeln, wenn wir erstens dafür Geld haben, beispielsweise über die EU“, erklärte er. „Diese Geldhähne zapfen wir an und holen dieses Geld in die Region, damit wir damit auch den Tourismus gestalten können.“ Dazu bedürfe es aber zweitens auch verlässlicher Partner wie die Stadt Mügeln, die diese Projekte umsetze.

Dort wo künftig das Geoportal „Erlebnsiwelt Kaolin“ entsteht, laufen aktuell die Arbeiten auf Hochtouren. Am Wochenende gab es für Besucher Gelegenheit die Baustelle zu besichtigen. LVZ.de war für euch dabei.

Eröffnung des Geoportals musste verschoben werden

Die hatte zuletzt die Notbremse gezogen: Denn eigentlich war der offene Baustellentag eine Verlegenheitslösung, weil die Sanierungs- und Umbauarbeiten im ehemaligen Schmalspurbahnhof nicht rechtzeitig fertig werden. Ecke erinnerte an diese Geschichte, wie die Stadt das Gebäude übernahm, die Planungen 2014 begannen und die Arbeiten durch unerwartete Komplikationen wie den angegriffenen Sandstein oder Schwammbefall in Verzug gerieten.

Trotz Verlegung des Eröffnungstermins entwickelte sich der Tag so zu einer Art Generalprobe für den künftigen Anziehungspunkt. Stadt und Planer hatten die Besucher, die sich den alten Termin vorgemerkt hatten, nicht verprellen wollen. Nachdem klar war, dass das Geoportal rund zwei Monate später eröffnet, sollte zumindest die Baustelle Besuchern offen stehen.

Gute Resonanz trotz Hitze

Und die kamen. Trotz Hitze, der Konkurrenz von Stadtbad oder Stadtfesten erkundeten sie die Baustelle ausgiebig: Der erste Schwung, etwa 50 Personen, musste aufteilt werden, damit sie durch die trapezförmigen Eingänge, die an Bergwerksstollen erinnern, passten.

Hinter Bauleiter Andreas Schmidt ging es aus dem geplanten Konferenzraum, durch das Erdgeschoss, ins obere Stockwerk und schließlich in den Keller. Von der raffinierten Technik, die per Bildschirmberührung zu Kaolin, dem vor allem für die Porzellanherstellung wichtigen Rohstoff, informieren soll, war noch nicht viel zu sehen. Entwurfsskizzen halfen, sich vorzustellen, was schon recht bald an der Stelle von Aussparungen und Platzhaltern entstehen soll.

Programmpaket mit Stadtführung und Kunstwerkeinweihung

Wer wollte, konnte mit Stadtführer Andreas Lobe die Altstadt und alte Gewerke erkunden oder sich mit Dr. Annett Krüger vom Institut für Geografie der Universität Leipzig auf die Spur der Supervulkane und Eiszeitspuren direkt unter den Füßen machen.

Eingeweiht wurde zudem die von Joachim Zehme geschaffene Bischofsäule, die kaolinweiß künftig die Döllnitzbahn-Reisenden am einstigen Schmalspurbahnhof empfängt.

Von Manuel Niemann

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