Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Oschatz meldet Insolvenz an
Region Oschatz Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Oschatz meldet Insolvenz an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 22.01.2018
Der Millionenbau an der Dresdener Straße in Oschatz gehört zu den größten Immobilien der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft. Quelle: Foto: Axel Kaminski
Oschatz

Die Mitteilung im Justizportal des Bundes und der Länder klingt dramatisch. Die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Oschatz hat Ende des Jahres 2017 Insolvenz angemeldet. Vom Amtsgericht Leipzig wurde Rüdiger Wienberg von der Kanzlei HWW am 4. Januar als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Drittschuldner dürfen nach dieser Veröffentlichung nur an ihn zahlen, es sei denn, er stimmt einer Zahlung an die Wohnungsgenossenschaft zu.

Wohnungsgenossenschaft ist nicht zahlungsunfähig

Roland Makarowski, einer der Vorstände der Genossenschaft, erläuterte der Oschatzer Allgemeinen, dass keine akute Zahlungsunfähigkeit bestehe. Der Geschäftsbetrieb laufe weiter. Die Mitglieder und Mieter seien informiert worden. Für sie würden sich aus dem Schritt der Genossenschaft fast keine Konsequenzen ergeben. Allerdings: Wer seine Miete per Dauerauftrag abbuchen lasse, müsse die Bankverbindung ändern. Das Geld fließe nun nicht mehr direkt an die Genossenschaft.

Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg betont, dass es sich um ein vorläufiges Insolvenzverfahren handelt. Das sei ein vorgeschaltetes Verfahren, in dem geprüft werde, ob ein Insolvenzverfahren durchzuführen ist. Im vorläufigen Insolvenzverfahren führe der Vorstand der Genossenschaft die Geschäfte unter Aufsicht des vorläufigen Insolvenzverwalters fort. „Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens werden die Geschäfte der Genossenschaft dann von dem zu bestellenden Insolvenzverwalter geführt“, schildert er den möglichen weiteren Fortgang des Verfahrens.

Nutzungsverhältnisse der Bewohner von Insolvenzantrag unberührt

„Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist Anfang April 2018 zu rechnen“, teilte Rüdiger Wienberg der Oschatzer Allgemeinen auf Nachfrage mit. Auf die Frage, ob die Genossenschaftsanteile der Mitglieder in Gefahr sind , antwortete er: „Dies kann zu dem frühen Zeitpunkt des Verfahrens noch nicht gesagt werden. Insoweit bedarf es weiterer Prüfungen.“

In einer Pressemitteilung der Kanzlei HWW heißt es: „Die Bewohner brauchen sich keine Sorgen zu machen. Der Insolvenzantrag hat keine Auswirkungen auf die Nutzungsverhältnisse, diese bestehen unverändert fort.“ Diese Wohnungsgenossenschaft unterhalte etwa 330 Wohneinheiten in Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern in Oschatz und Umgebung. Dazu zählt auch der sogenannte Millionenbau (errichtet im Jahr 1934) an der Dresdener Straße mit einem großen Anteil leer stehender Wohnungen.

Insolvenzverwalter prüft Sanierungsoptionen

Der vorläufige Insolvenzverwalter verschaffe sich derzeit ein umfassendes Bild über die Lage der Wohnungsgenossenschaft und prüfe Sanierungsoptionen. „Hierzu gab es bereits erste Gespräche mit beteiligten Banken sowie einer weiteren regionalen Genossenschaft“, teilte Rüdiger Wienberg mit.

Dabei handelt es sich um die Wohnungsgenossenschaft Oschatz-Mügeln (WGO). Dort habe man die Entwicklung beobachtet, sei aber davon, dass die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft (GWG) Insolvenz angemeldet habe, überrascht worden. „Mit so einem Insolvenzantrag werden Fakten geschaffen, die eine Lösung nicht gerade erleichtern“, erläutert Sven Petzold, Vorstand bei der WGO.

Bisher keine Zusammenarbeit zwischen den Genossenschaften

Die WGO sei von der Insolvenz nicht mit betroffen. Es habe zwar in der Vergangenheit Angebote an die GWG gegeben, sie bei der Geschäftsbesorgung zu unterstützen. Tatsächlich sei es aber zu keiner Zusammenarbeit gekommen. Sein Anliegen sei es, Unruhe auf dem Oschatzer Wohnungsmarkt zu vermeiden. „Eine Zerschlagung der GWG wäre nicht in unserem Interesse“, betont Sven Petzold. Vielmehr wolle man unter Mitwirkung des Landesverbandes der Sächsischen Wohnungsgenossenschaften an einer Lösung mitarbeiten, die im Interesse der Mitglieder der Genossenschaft sei. „Wir stehen bereit, unterstützend zu wirken“, fasst Sven Petzold zusammen und meint damit sowohl Personal als auch Know-how.

Von Axel Kaminski

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Stefan Franke und Nico Lewick sind junge Landwirte aus der Region, die derzeit an der Fachschule Großenhain eine Weiterbildung absolvieren. Zu deren Inhalten gehört es, ein Schulprojekt zu Landwirtschaft vorzubereiten und durchzuführen. Am Freitag hatten die „Lehrer für einen Tag“ Premiere.

19.01.2018

37 thematische Sitzbänke gibt es bereits im Bankenzentrum Mügeln. Auf Initiative des Stadtmarketingvereins sollen drei weitere Bänke dazu kommen.

19.01.2018

Die Initiativgruppe zum Bau eines Radweges entlang der S 31 bei Mügeln hat ihr Ziel erreicht. An der gefährlichen Straße soll nun doch ein Radweg gebaut werden. Bis es soweit ist, sollten aber weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, fordern die Initiatoren.

19.01.2018